- 17.11.2008, 14:40:39
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Scheininnovation am Büchermarkt
Fragwürdiger Rundumschlag eines selbsternannten Experten
Wien (OTS) - Die Pharmig nimmt Stellung zu den Vorwürfen aus dem
Buch "Korrupte Medizin" von Hans Weiss.
Zusammenarbeit von Ärzten und Pharmaunternehmen
Pharmig Generalsekretär Jan Oliver Huber weist den Vorwurf, die
Pharmawirtschaft würde Ärzte korrumpieren, entschieden zurück: "Wir
haben einen sehr klaren Verhaltenscodex, der auch die Zusammenarbeit
zwischen Ärzten und pharmazeutischen Unternehmen genau regelt. Nach
diesen Regeln dürfen Leistungen nur auf Grundlage eines schriftlichen
Vertrages erbracht werden, aus dem sich Leistung und Gegenleistung
eindeutig ergeben und die Vergütung darf nur in Geld bestehen. Das
ist sehr transparent. Die erfolgreiche Erforschung von Medikamenten
ist ohne eine Zusammenarbeit von Medizinern und Pharmawirtschaft
überhaupt nicht möglich. Beiden dann vorzuwerfen, dass sie diese
Transparenz leben, grenzt an Zynismus. Wenn jemandem ein Fall mit
Korruptionsbezug bekannt ist, soll er die Behörden einschalten und
sich nicht in Andeutungen ergehen." In Österreich werden mehr als 85
Prozent der klinischen Studien von der Pharma-Industrie initiiert und
finanziert. Die Forschungslandschaft in Österreich ist grundsätzlich
gut ausgeprägt. Mit 14 Universitäten ist auch die universitäre
Grundlagenforschung gesichert.
Forschung und Sicherheit
Die weltweit sehr restriktiven Rahmenbedingungen bei der Erforschung
von Medikamenten garantieren ein hohes Maß an Sicherheit für
Patienten. "Die Unterstellung, dass Pharmaunternehmen nur noch
Nachahmerpräparate mit zweifelhafter Wirkung und bedenklichen
Nebenwirkungen auf den Markt brächten, negiert völlig die Existenz
von Zulassungsbehörden wie der europäischen EMEA oder der
amerikanischen FDA. Diese Behörden prüfen jedes Medikament nach
strengsten Kriterien auf Patientennutzen, Wirkweise und Sicherheit.
Womit der Autor aber den Vogel abschießt, ist die Behauptung, dass
die Zulassungsbehörden nicht objektiv wären, weil sie zu zwei
Dritteln von der Pharmawirtschaft finanziert würden. Scheinbar ist
ihm bei seiner Recherche nicht aufgefallen, dass die Pharmawirtschaft
per Gesetz verpflichtet ist, die Gebühren der Zulassungsbehörden
mitzufinanzieren. Ein Umstand, den die Pharmig bereits mehrfach
kritisiert hat, weil eine Behörde eine hoheitliche Aufgabe wahrnimmt,
die über Steuern zu finanzieren wäre", erklärt Huber.
Es dauert heute durchschnittlich 10 Jahre bis ein Medikament so weit
entwickelt ist, dass es dem Patienten zur Verfügung steht. 10 Jahre
Arbeit, in der es auch immer wieder Rückschläge gibt, und die ein
sehr hohes finanzielles Risiko für jedes Pharmaunternehmen
darstellen. Dazu Huber: "Der medizinische Fortschritt ist letztlich
nur durch die Initiative und die Ressourcen von Pharmawirtschaft und
Ärzten möglich. Dieser Fortschritt muss auch in einem
wirtschaftlichen Kontext gesehen werden. Viele pharmazeutische
Unternehmen sind an den Börsen gelistet und befinden sich im
Wettbewerb um die Gunst der Aktionäre. Der Versuch, aus der Tatsache,
dass mit Gesundheit Geld verdient wird, einen Vorwurf zu machen,
lässt jeglichen Realitätsbezug vermissen. Scheinbar gibt es immer
noch Leute, die ernsthaft glauben, dass eine verstaatlichte Medizin
bessere Ergebnisse für die Patienten bringen würde."
Weihnachtsgeschäft
"Die scheinbare Unzufriedenheit eines vielleicht fiktiven
Pharmareferenten, den der Autor gerade einmal einen Tag begleitet
hat, als Sittenbild eines ganzen Berufsstandes darzustellen,
disqualifiziert sich von selbst. Bei mir bleibt letztlich der
Eindruck dass die einzige Scheininnovation dieses Buch ist. Der Autor
hat es noch rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft platziert und
möchte selbst gerne mit dem Thema Gesundheit eine Menge Geld
verdienen", meint Huber abschließend.
Rückfragehinweis:
Thomas Braunstorfer
Leiter Kommunikation
Garnisongasse 4/1/6, 1090 Wien
Email: [email protected]
Tel: 01/40 60 290
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