- 15.11.2008, 16:40:12
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Österreichische, deutsche und tschechische evangelische Kirchen gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Kindern in der Grenzregion
Für intensivere Zusammenarbeit der grenznahen Gemeinden
Villach (OTS) - Vom "Elend der Frauen und Kinder, die vom
organisierten Verbrechen in die Sex-Industrie geschleust werden"
spricht eine Resolution der Synoden der Evangelischen Kirche der
Böhmischen Brüder (EKBB) und der Evangelischen Kirche in Deutschland
(EKD), der sich die Evangelische Kirche A. und H.B. in Österreich
angeschlossen hat. In einem am 15. November gefassten Beschluss der
derzeit in Villach tagenden Generalsynode wird die Resolution, die
sich zunächst auf die Gegend entlang der tschechisch-deutschen Grenze
bezog, auf Grund einer Beschlussvorlage des Oberkirchenrates A. und
H.B. mit großer Mehrheit begrüßt und auf das
österreichisch-tschechische Grenzgebiet ausgedehnt.
Die Resolution beschreibt die Situation der sexuell missbrauchten
Kinder und Frauen mit den Worten: "Sie leben erniedrigt, missbraucht
und versklavt, illegal und anonym, meist ohne eigene Schuld und ohne
Hoffnung auf ein Entkommen."
Ausgedrückt wird der Wunsch, dass die "vertiefte theologischen
Diskussion in unseren Kirchen zu einer schärferen Wahrnehmung dieser
Probleme und zu intensiverer Zusammenarbeit - insbesondere der
grenznahen Gemeinden führt. Wir hoffen, dass dies zu einem
wirksameren Vorgehen gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern und
Frauen beiträgt."
Forderungen an die Politik
In dem Papier verpflichten sich die Kirchen, die Arbeit in diesem
Bereich zu unterstützen. Weiter heißt es in dem Papier: "Wir
appellieren ebenso an alle, die in Kirche, Diakonie und in der
Gesellschaft Verantwortung tragen, diese Arbeit finanziell und
anderweitig angemessen zu unterstützen." Alle verantwortlichen
Institutionen werden aufgefordert, "ihre Bemühungen zur Bekämpfung
dieses Übels zu verstärken und gegenseitig zu koordinieren". Die
nationalen Regierungen werden aufgefordert, die Täter strafrechtlich
zu verfolgen. An die Europäische Kommission und den Europarat ergeht
die Aufforderung, "die bestehenden Mittel im Kampf gegen
Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung tatkräftig weiterzuentwickeln
und anzuwenden".
Die Resolution schließt mit den Worten: "Mit Blick auf die
Präsidentschaft der Tschechischen Republik im Rat der EU im Jahr 2009
bekräftigen wir hiermit die gemeinsame Verantwortung unserer Kirchen
für ein Europa, in dem Menschenwürde und Solidarität geachtet werden
und in dem menschliches Handeln auf Gerechtigkeit und Barmherzigkeit
ausgerichtet ist."
In einem von der Leiterin der Evangelischen Frauenarbeit, Pfarrerin
Mag. Barbara Heyse-Schaefer, eingebrachten Zusatzantrag wird
gesondert auf die Problematik des Frauenhandels und der sexuellen
Ausbeutung von Kindern aufmerksam gemacht.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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