- 14.11.2008, 13:17:18
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Bischof Bünker: Evangelische Kirche ist auf der Seite der Schwachen
Zahlreiche gesellschaftlichen Themen auf der Tagung der Synoden in Villach
Villach (OTS) - "Die Evangelische Kirche in Österreich
positioniert sich in den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen
deutlich auf der Seite der Schwachen." Das hob der
evangelisch-lutherische Bischof Dr. Michael Bünker am 14. November
auf einer Pressekonferenz anlässlich der Tagung der Synode A.B. und
der Generalsynode in Villach hervor.
Dabei gehöre das synodale Prinzip zum "evangelischen Kirchesein". So
könne Kirche ihren Auftrag effizienter wahrnehmen.
Der Bischof räumte ein, dass die Evangelische Kirche in Österreich
wie alle Kirchen Mitglieder verliere. Um dem entgegenzuwirken,
"wollen wir uns bemühen, eine offene, attraktive, einladende Kirche
zu sein". Daher werde nach der für das 21. Jahrhundert passenden
Struktur gesucht. Das reformatorische Prinzip "ecclesia semper
reformanda" (die Kirche muss stets reformiert werden) "wenden wir auf
uns selbst an, aber auch auf die Gesellschaft", sagte Bünker.
Synodenpräsident Krömer: Strukturreform innerhalb der Grenzen von
Bibel und Bekenntnis
Der Präsident der Synode A.B. und Generalsynode, RA Dr. Peter Krömer,
betonte vor den Journalisten, Synoden seien "das höchste Organ in der
Evangelischen Kirche". In den Synodensitzungen in Villach würden
anhand des "Naßwalder Modells" grundsätzliche Strukturfragen
diskutiert. Zu dem von einer Projektgruppe erarbeiteten Modellentwurf
seien zahlreiche Stellungnahmen und Vorschläge von Pfarr- und
Tochtergemeinden, kirchlichen Werken und Vereinen eingereicht worden.
Jede Strukturreform müsse allerdings, so der Präsident, innerhalb der
Grenzen von Bibel und Bekenntnis erfolgen. Die Dringlichkeit des
Themas unterstrich Krömer mit dem Hinweis, dass im Jahr 2011
Kirchenwahlen anstünden. Zu diesem Zeitpunkt müsse die
Kirchenverfassung entsprechend novelliert sein.
Einen weiteren Tagesordnungspunkt bildet, so Krömer, die
Verabschiedung einer Stellungnahme zum Strafrecht, insbesondere zur
Zukunft der von einer Strafverfolgung betroffener Menschen. Auch die
Frage der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Kindern im
deutsch-österreichisch-tschechischen Grenzgebiet soll auf der
Generalsynode diskutiert werden. Ziel ist eine grenzüberschreitende
Stellungnahme der österreichischen, deutschen und tschechischen
protestantischen Kirchen.
Superintendent Sauer: Kritik am Naßwalder Modell
Der Kärntner Superintendent Mag. Manfred Sauer äußerte seine Freude
darüber, dass zum ersten Mal eine Synode in Kärnten tagt. Sauer
verwies auf das Jahresthema der Evangelischen Kirchen in Österreich
"Auf dem Weg der Umkehr" und erinnerte an das Denkmal mit den Namen
verfolgter Juden und Jüdinnen, Roma und Sinti in Villach. Der
Superintendent sprach dem Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter
Dank für die umfangreiche Unterstützung der Synodentagungen aus.
Zum "Naßwalder Modell" verwies Sauer auf "große Kontroversen", die
bei der Debatte über den Vorschlag entstanden seien. So sei eine
vorgesehene große Kirchenversammlung auf Grund ihrer Größe nicht
geeignet, Beschlüsse zu fassen. Auch liege die Hauptaufgabe des
Superintendentenamtes weniger - wie im Modell vorgesehen - im
gesamtkirchlichen Bereich als vielmehr "vor Ort" in der jeweiligen
Diözese. Sauer kritisierte auch Elemente des "Episkopalismus" im
vorgeschlagenen "Naßwalder Modell".
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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