- 10.11.2008, 10:50:00
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Finanzkrise erreicht Asset-Management, aber langfristig attraktive Aussichten
Wien (OTS) - BCG-Studie zu weltweiter Anlagebranche: Nach einem
starken Jahr 2007 ist auch die Anlagebranche in den Abwärtssog der
Finanzkrise geraten - Geschäft stabilisieren, aber auch für künftiges
Wachstum rüsten
Nach einem ergebnisstarken Jahr 2007 hat die Finanzkrise in den
zurückliegenden Monaten die Asset-Management-Branche erfasst - und
auch für das Jahr 2009 ist keine Wende zum Besseren in Sicht. Anleger
haben ihre Gelder in risikoarme, margenschwächere Fondsprodukte
umgeschichtet oder sind in Bareinlagen geflüchtet. Erreichten die
weltweit verwalteten Vermögenswerte 2007 noch einen Rekordwert von 59
Billionen US-Dollar, so rechnet The Boston Consulting Group (BCG) im
laufenden Jahr mit einem Rückgang auf nur noch 53 Billionen
US-Dollar. Dennoch bleiben die langfristigen Aussichten im
Asset-Management positiv, so die aktuelle BCG-Studie Winning
Strategies in Uncertain Times: Global Asset Management 2008.
"Asset-Manager leiden unter der Finanzkrise. Selbst vermeintlich
sichere Anlageklassen wie Geldmarktfonds oder offene Immobilienfonds
müssen massive Abflüsse verkraften", sagt Kai Kramer, Partner im
Frankfurter BCG-Büro und Mitautor der Studie. "Doch jene
Vermögensverwalter, die das Vertrauen der Anleger zurückgewinnen, ihr
Risikomanagement stärken und ihre Kosten senken, werden die Krise zu
ihrem Vorteil nutzen können. Viele Investoren, die ihr Vermögen
derzeit in Bargeldmitteln als sichere Alternative angelegt haben,
werden wieder in aktiv gemanagte Investmentprodukte investieren -
sobald das Vertrauen in den Markt zurückgekehrt ist. Und eine
alternde Bevölkerung wird auch künftig Anlagelösungen für ihre
persönliche Vorsorge benötigen."
Die BCG-Studie analysiert die Trends der Anlagebranche in
unterschiedlichen Regionen und liefert eine umfassende Übersicht für
mehr als 30 Märkte. Sie basiert im Wesentlichen auf Daten für das
Gesamtjahr 2007, als die Folgen der Finanzkrise noch nicht in ihrem
vollen Ausmaß sichtbar waren, bezieht aber auch die Entwicklungen in
den ersten Quartalen 2008 mit ein.
2007 Rekordjahr in Asien - Indiz für künftige Wachstumschancen
Die Region Asien-Pazifik zählte 2007 mit einem Zuwachs von 27,3
Prozent zu den attraktivsten Wachstumsmärkten für Vermögensverwalter
- und wuchs deutlich stärker als Europa mit 5,2 Prozent oder der
amerikanische Kontinent mit 11,1 Prozent. Mit Anlagen im Wert von
rund 900 Milliarden US-Dollar erklomm China 2007 zum ersten Mal einen
Platz unter den zehn größten Märkten weltweit. "Auch wenn die
Vermögenswerte in Asien nun dramatisch eingebrochen sind, sind die
langfristigen Wachstumschancen für Asset-Manager in dieser Region
nach wie vor gut", so Kramer.
Die Reaktion der Investoren auf die Finanzkrise fiel regional
bisher sehr unterschiedlich aus. In Europa entwickelte sich der
Absatz von Wertpapierfonds seit Ausbreitung der Krise im Jahr 2007
stark rückläufig - Auszahlungen dieser Papiere wurden insbesondere in
Spareinlagen angelegt. In den USA und Japan hingegen verzeichneten
Geldmarktfonds eine hohe Nachfrage. "Die Anleger zeigen sich auch in
der Krise unterschiedlich risikofreudig. Außerdem haben die Banken in
Europa ihre Kundengelder vermehrt in Einlagen gelenkt", erklärt
Kramer die Ursachen.
Mehr Transparenz im Vertrieb, stärkeres Risikomanagement
Doch die Krise bietet auch Chancen: "Zunächst geht es um eine
Stabilisierung des Geschäfts, doch mittelfristig sollte die
Vorbereitung für den nächsten Aufschwung in den Vordergrund rücken.
Führende Asset-Manager haben eine gute Chance, ihren Marktanteil und
ihre Wettbewerbsposition auszubauen", so Kramer. Die BCG-Studie nennt
eine Reihe von Maßnahmen: Um das Vertrauen ihrer Kunden
zurückzugewinnen, müssen Asset-Manager im Vertrieb ihrer Produkte
transparenter und glaubwürdiger beraten. Ferner müssen sie das
Risikomanagement stärken, indem Risikoanalysten und Investmentteams
organisatorisch getrennt operieren. Außerdem bieten sich
Möglichkeiten für Sparmaßnahmen - wie die nach BCG-Analysen stark
variierenden Kostensätze zwischen einzelnen Vermögensverwaltern
zeigen.
Wachstumschancen bieten sich durch Akquisitionen - niedrige
Bewertungen für börsennotierte Anbieter und Desinvestitionsabsichten
größerer Banken schaffen ein günstiges Umfeld. Zudem sollten
Asset-Manager ihre Expansionspläne in Emerging Markets weiter
verfolgen; zudem könnten sich im Anlagemanagement für ausländische
Staatsfonds Neugeschäfte bieten. Die Vermögenswerte in sogenannten
Sovereign Wealth Fonds sollen bis 2015 von 3 auf 12 Billionen
US-Dollar ansteigen.
The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale
Managementberatung und weltweit führend auf dem Gebiet der
Unternehmensstrategie. BCG unterstützt Unternehmen aus allen Branchen
und Regionen dabei, Wachstumschancen zu nutzen und ihr
Geschäftsmodell an neue Gegebenheiten anzupassen. In
partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den Kunden entwickelt BCG
individuelle Lösungen. Gemeinsames Ziel ist es, nachhaltige
Wettbewerbsvorteile zu schaffen, die Leistungsfähigkeit des
Unternehmens zu steigern und das Geschäftsergebnis dauerhaft zu
verbessern. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist
heute an 66 Standorten in 38 Ländern vertreten. Das Unternehmen
befindet sich im alleinigen Besitz seiner Geschäftsführer. In
Deutschland und Österreich erwirtschaftete BCG im Jahr 2007 mit 767
Beraterinnen und Beratern einen Umsatz von 361,5 Millionen Euro. Für
weitere Informationen: www.bcg.at
Rückfragehinweis:
Katharina Sacken, Marketing Manager
THE BOSTON CONSULTING GROUP
Telefon: +43 (0)1 53756 8163
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