• 07.11.2008, 12:21:06
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Lohnanpassung für Metaller als Gradmesser für andere Berufe

Auch die Ärzteschaft hat ein Recht auf Teuerungsausgleich

St. Pölten (OTS) - "Der Lohnabschluss der Metaller vom vergangenen
Donnerstag in Höhe von fast vier Prozent ist ein recht genaues
Spiegelbild der aktuellen Inflationsrate", so der NÖ
Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner. Der Abschluss der
Metaller gilt als Gradmesser für andere Branchen. Die Größenordnung
wird überwiegend als vernünftig und vertretbar beurteilt. Schließlich
gilt es für die betroffenen Personen einerseits einen
Teuerungsausgleich zu schaffen und andererseits die Kaufkraft zu
stärken und damit auch die Konjunktur anzukurbeln.

Auch Mediziner sind von der Inflation betroffen. "Die
niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sind sogar doppelt von der
Teuerung betroffen", so der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte
in Niederösterreich Dr. Johann Jäger. "Einerseits müssen Ärztinnen
und Ärzte von ihrem Einkommen genauso ihre Lebenshaltungskosten
bestreiten wie andere Bürger und Bürgerinnen. Verschärfend kommt
jedoch eine Inflation bei den Betriebskosten in den Ordinationen
hinzu." Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte müssen von ihrem Honorar
sämtliche Betriebskosten, Investitionen, Personalkosten, Steuern und
Abgaben bezahlen. Durchschnittlich bleiben daher etwa nur 20 bis 25
Prozent des Honorarvolumens als Einkommen übrig.

Zu den Betriebskosten in den Ordinationen zählen auch die
Personalkosten samt Sozialversicherungsbeiträgen. "Auch die mehr als
6.000 Angestellten in Niederösterreichs Ordinationen haben ein
Anrecht auf Inflationsabgeltung", so Kurienobmann Dr. Jäger. "Wir
gehen daher mit einer Forderung von 4,3 Prozent Honorarerhöhung bei
den Kassenärztinnen und Kassenärzten in die Verhandlungen mit den
Krankenkassen. Nur mit einer entsprechenden Erhöhung können wir die
Inflation in Ordination und Privatbereich abdecken und damit den
ärztlichen Betrieb mittelfristig aufrechterhalten."

Die Gehaltsanpassungen in den einzelnen Branchen schlagen sich
auch direkt über Mehreinnahmen aus den Sozialversicherungsbeiträgen
auf den Konten der Sozialversicherungen zu Buche. "Ich sehe daher
keinen Grund, warum man uns als einziger Berufsgruppe keinen
Inflationsausgleich weitergeben sollte", so Dr. Reisner. Daran ändert
auch die schlechte Finanzsituation der Krankenkassen nichts. "Wir
Ärztinnen und Ärzte in Niederösterreich leisten hervorragende Arbeit
und sind nicht für gesundheitspolitische Fehlentwicklungen der
vergangenen Jahrzehnte verantwortlich. Und daher sind wir auch nicht
bereit, alleine die Kosten für diese Fehlentwicklungen zu tragen", so
Ärztekammerpräsident Dr. Reisner abschließend.

Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Niederösterreich, Michael Dihlmann,
Pressesprecher, Tel. 0664/144 98 94, E-Mail: [email protected]

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