• 07.11.2008, 12:02:47
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  • OTS0158 OTW0158

Das Leben nachbauen

Wissenschaftliches Symposium "Life under (Re)Construction"

Wien (OTS) - Am 13. und 14. November findet am Wiener
Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) ein Symposium zum
Thema synthetische Biologie statt. PhD-Studenten und Studentinnen des
Campus Vienna Biocenter organisieren die Veranstaltung.

"Um das Leben zu verstehen, müssen wir es nachbauen", meint der
Pharmakologe Anthony Forster in Abwandlung einer Aussage des
Physikers und Nobelpreisträgers Richard Feynman. Forster leitet eine
Arbeitsgruppe an der Vanderbilt University (USA) und ist einer der
sechzehn Vortragenden beim sechsten Symposium der PhD-Studenten am
Campus Vienna Biocenter.

Die Veranstaltung hat sich in den vergangenen fünf Jahren zu einer
Art Geheimtipp entwickelt und zu einer beliebten Plattform, die
Studenten und international etablierte Wissenschaftler zusammenführt.
Stets werden Themen gewählt, die die Avantgarde der Forschung
repräsentieren, die aber auch von der Gesellschaft wahrgenommen und
diskutiert werden.

Die synthetische Biologie ist ein junges Forschungsgebiet, das
technische Konstruktionsprinzipien auf die Biologie anwendet. Die
Palette der Themen, die an den beiden Symposiumstagen behandelt
werden, reicht von synthetischen Zellen, über designte Bakterien bis
zu neuartigen genetischen Codes.

Anthony Forster etwa hat 151 Gene identifiziert, die das absolute
Minimum zum Bau einer funktionierenden Zelle darstellen. Solch
"minimale Zellen" will er irgendwann bauen können und sie darauf
abrichten, etwa biologische Werkstoffe, Biosensoren oder auch
maßgeschneiderte Medikamente herzustellen.

Mit der Entstehung erster, einfacher "Protozellen" im Lauf der
Evolution beschäftigt sich der Biologe Giovanni Murtas (Centro Enrico
Fermi, Rom). Er nähert sich auf diese Weise der minimalen
Zellausstattung und baut halbsynthetische Zellen auf der Grundlage
von Liposomen.

Einer der Pioniere der synthetischen Biologie ist Steven Benner
(FfAMME, Gainesville, USA). Seiner Gruppe gelang es erstmals, ein
funktionierendes synthetisches Gen herzustellen. Das Team etablierte
unter anderem Forschungsgebiete wie die Paläo-Molekularbiologie und
die evolutionäre Bioinformatik und widmet sich auch biologischen
Randthemen wie der Astrobiolgie. In seinem Vortrag wird Steven Benner
sich mit den Möglichkeiten einer personalisierten Medizin
auseinandersetzen.

Noch weiter geht Jason Chin vom MRC in Cambridge. Er stellt neue
genetische Codes vor und erläutert experimentelle Möglichkeiten, in
den von ihm entworfenen Zellfabriken in der Natur nicht vorkommende
Aminosäuren als Bausteine zu verwenden.

Markus Schmidt (IDC, Wien) und Helge Torgersen (ITA, Wien)
schließlich referieren über flankierende Risikoforschung und
biologische Sicherheit in Zusammenhang mit den neuen Technologien.

Das Symposium findet in englischer Sprache statt. Vertreter der
Medien sind herzlich zur Teilnahme eingeladen!

Ort: Institut für Molekulare Pathologie IMP
     Hörsaal, 4. Stock   
     Dr. Bohr-Gasse 7, 1030 Wien

Zeit: 13. November, 9.30 - 17.30
14. November, 10.00 - 17.00

Weitere Informationen unter http://www.vbc-phd-symposium.at/

Rückfragehinweis:
Dr. Heidemarie Hurtl
IMP-IMBA Communications
Tel. 79730-3625
mobil: 0664/8247910
E-mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | IMP

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