- 27.10.2008, 15:21:29
- /
- OTS0209 OTW0209
Schultes: Landwirtschaft benötigt dringend Diesel für Herbstarbeit
Liefermengen gekürzt - Großmengenpreise liegen deutlich über Tankstellenpreis
St. Pölten (OTS) - "Während die Autofahrer derzeit aufatmen, weil
infolge fallender Rohölpreise auch die Preise an den Zapfsäulen
tendenziell zurückgehen, klagen Bauern und Spediteure über Probleme
mit der Treibstoffversorgung. Sie müssen selbst bei hohen
Abnahmemengen teilweise empfindlich mehr zahlen als an den
Zapfsäulen. Die bestellten Mengenwünsche werden nur teilweise erfüllt
und die Lieferzeiten entsprechen nicht den Erfordernissen des
aktuellen Bedarfes für die Herbsternte beziehungsweise den
Herbstanbau", stellt der Präsident der LK Niederösterreich, Hermann
Schultes, fest.
Viele private Haushalte haben laut Schultes aufgrund der hohen
Kosten für Heizöl nicht wie üblich im Sommer ihre Heizöltanks
befüllt, sondern auf fallende Preise gehofft und gewartet. Wie sich
nun zeigt, war diese Strategie aus der Sicht der privaten Verbraucher
richtig. Die Preise für Heizöl sind deutlich gefallen. Auf der
anderen Seite fällt dieser sprunghafte Nachfrageanstieg im Oktober
mit dem Umstieg auf Winterdiesel und einem durch die Herbstarbeiten
bedingten höheren Dieselverbrauch in der Landwirtschaft zusammen. "Es
verwundert allerdings doch sehr, dass die heimische
Mineralölindustrie von dieser Situation überrascht zu sein scheint.
Ist man wirklich davon ausgegangen, dass die Haushalte heuer nicht
heizen werden?", fragt Schultes.
"Die Rechnung dafür zahlen offensichtlich die Bauern. Just zu
jener Zeit, wo durch Maisdrusch und Rübenernte in kurzer Zeit mehr
Diesel benötigt wird, werden Liefermengen gekürzt. Die Preise dafür
liegen selbst bei Bezug von mehreren Tausend Litern empfindlich über
jenen an den Tankstellen. Derzeit wird ein Großmengenpreis bezahlt,
der im Verhältnis zum Tankstellenpreis um bis zu 20 Cent pro Liter
höher ist, als zu Zeiten normaler Versorgung. Der Mineralölindustrie
ist offensichtlich die Aufregung bei Frächtern und Bauern lieber als
jene der breiten Öffentlichkeit an der Tankstelle. Jene, die auf
Dieseltreibstoff als Betriebsmittel angewiesen sind, werden bewusst
zur Kasse gebeten. Offenkundig wird momentan aber die Verknappung zur
Profitsteigerung genützt: Diesel wird auch in Form von Heizöl zurzeit
netto teurer verkauft, als es den Tankstellen zur Verfügung gestellt
wird", kritisiert der LK-Präsident.
Öffnung der Pflichtnotstandsreserve notwendig
Diese Situation sei aber nicht neu. Als Folge des ersten
Erdölschocks Anfang der 70er sei die sogenannte
Erdöllagergesellschaft (ELG) gegründet worden. Deren Aufgabe sei es
unter anderem, die Sicherheit der Energieversorgung Österreichs zu
gewährleisten. Für Krisenfälle würden Lagerbestände bevorratet, die
eine Versorgung mit Erdöl und Erdölprodukten bis zu 90 Tage
sicherstellen sollen (Pflichtnotstandsreserven).
"Wir verlangen die rasche Bereitstellung von ausreichend Diesel.
Weil kurzfristig nichts anderes möglich ist, wäre die Öffnung der
Pflichtnotstandsreserve notwendig. Maßnahmen zur Preisdämpfung sind
ebenso dringend erforderlich", unterstreicht Schultes.
Abhängigkeit von Erdölindustrie reduzieren
"Gerade in einer derartigen Situation wird klar, wie richtig und
notwendig es ist, die Abhängigkeit von Erdöl und der Erdölindustrie
zu reduzieren. Trotz hoher und gestiegener Preise für fossile
Heizmaterialien ist die Versorgung mit Pellets aus der heimischen
Forstindustrie gesichert, die Preise sind in Relation zu Heizöl oder
Gas sehr günstig. Es zeigt sich aber auch, wie dringend notwendig vor
allem im Treibstoffsektor eine gewisse Eigenversorgung aus
nachwachsenden Quellen ist", so Schultes.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Niederösterreich
Wiener Straße 64, 3100 St. Pölten
Tel.: 02742/259-9300, Fax: 02742/259-4009
mailto: [email protected]
http://www.lk-noe.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM






