- 20.10.2008, 10:33:05
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Sportstaatssekretär Lopatka: Dopinghandel wie Drogenhandel verfolgen
Lopatka präsentiert Anti-Doping-Aktionsprogramm
Wien, 20. Oktober 2008 (OTS) - "Die aktuellen Doping-Entwicklungen
auch in Österreich machen ein entschiedeneres Vorgehen seitens der
Justiz, der NADA und der Sportverbände notwendig. Darüber hinaus ist
die internationale Zusammenarbeit ein Schlüssel zum Erfolg im
Anti-Doping-Kampf ", so Sportstaatssekretär Dr. Reinhold Lopatka.
"Will der Sport eine Zukunft haben, müssen wir den Handel mit
verbotenen Dopingsubstanzen genauso verfolgen wie den illegalen
Drogenhandel. Hier ist vor allem die Justiz gefordert, bei
Dopingfällen rasch zu Ergebnissen zu kommen", betonte Lopatka. Vor
allem das Umfeld des gedopten Sportlers sei zu verfolgen und die
"Hintermänner" auszuforschen. Seitens der Exekutive brauche es
"professionelle Dopingjäger". "Doping ist kein Kavaliersdelikt, hier
darf nicht verharmlost werden. Denn nicht nur die Zukunft des Sports,
sondern die Gesundheit unserer sportlich aktiven Kinder und
Jugendlichen steht auf dem Spiel." Lopatka formulierte daher konkret
fünf konkrete Punkte eines Anti-Doping-Aktionsprogramms. ****
1. "Auch die Bundesländer müssen Geld für Anti-Doping-Maßnahmen
erhöhen", so der Sportstaatssekretär. Die finanziellen Mittel im
Anti-Doping-Kampf wurden auf 1,2 Millionen Euro verdoppelt, 80
Prozent davon trägt der Bund. Lopatka erwartet sich auch von den
Ländern einen stärkeren finanziellen Beitrag und wird diesen daher
bei der Landessportreferenten-Konferenz am 12./13. November
einfordern.
2. Internationale Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg: "Nur
durch eine verstärkte internationalen Zusammenarbeit, Koordinierung
der Anti-Doping-Maßnahmen und Harmonisierung der Gesetze kann der
Anti-Doping-Kampf gewonnen werden", so Lopatka, auf dessen Anregung
eine eigene EU-Arbeitsgruppe eingerichtet wurde. Bei der
Sportministerkonferenz im November will die französische
Ratspräsidentschaft vor allem die Zusammenarbeit zwischen den für die
Bekämpfung des Drogenhandels zuständigen Justiz-, Zoll- und
Polizeibehörden beim Kampf gegen unlauteren Handel mit
Dopingsubstanzen und Dopingverfahren verstärkt wissen.
3. Dopinghandel wie Drogenhandel verfolgen: Wie im "Weißbuch Sport"
der EU-Kommission empfohlen, muss "der Handel mit verbotenen
Dopingsubstanzen in der gesamten EU genauso verfolgt werden wie der
illegale Drogenhandel". Dafür brauche es professionelle Dopingjäger
im Bundeskriminalamt.
4. Sportverbände müssen mit eigenen Anti-Doping-Projekten aktiv
werden: "Die Initiative der Sportverbände ist gefordert, präventive
Projekte auszuarbeiten." Mit dem Anti-Doping-Gesetz haben die
Fachverbände über die Bundes-Sportförderung die Möglichkeit, eigene
Mittel für Maßnahmen zur Dopingprävention zu lukrieren. Bisher haben
nur der (Radsport-, Segel- und der American Footballverband) der 59
Fachverbände Anti-Doping-Projekte eingereicht, so Lopatka.
5. Anti-Doping-Pass an Schulen soll Bewusstsein bei der Jugend
schaffen: Gemeinsam mit der BSO, der NADA Austria und den
Schulbehörden soll eine Informations- und Präventionskampagne an alle
Schulen mit sportlichem Schwerpunkt initiiert werden. Die Teilnahme
an jährlichen Anti-Doping-Workshops bekommen die Schülerinnen und
Schüler in einem "Anti-Doping-Pass" bestätigt.
Die Bundesregierung habe mit den Verschärfungen im neuen
Anti-Doping-Gesetz und der Schaffung der unabhängigen NADA Austria
den Boden für einen effizienten Anti-Doping-Kampf gelegt. Dieser
drücke sich durch "mehr Geld, mehr Aufklärung, mehr Kontrollen und
bessere strafrechtlichen Möglichkeiten und eine erstmalige Trennung
bei der Zuständigkeit bei Doping-Vergehen von den Sportverbänden hin
zur nationalen Anti-Doping-Agentur aus", so Lopatka, der alle
betroffenen Institutionen auffordert, Doping kompromisslos zu
bekämpfen. "Den Kampf gegen Doping gewinnen wir nur gemeinsam oder
gar nicht. Sportler, Betreuer, Sportverbände, Ärzte, Sponsoren,
Veranstalter, Medien und die Politik sind gefordert, diesen Kampf im
Interesse der Zukunft des Sports gemeinsam mit aller Entschiedenheit
zu führen", so Lopatka abschließend.
Rückfragehinweis:
Roland Achatz Staatssekretariat für Sport Tel.: ++43 1 53 115 4036 Fax: ++43 1 53 115 4065 Handy: +43/664/6106308 E-Mail: [email protected]
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