OTS0262 / 15.10.2008 / 15:59 / Channel: Chronik / Aussender: IGEPHA
Stichworte: Arzneimittel / Gesundheit / Studie / Veranstaltung


IGEPHA Jahrestagung: Kooperation mit Apotheken fördert Selbstmedikation =


   Wien (OTS) - Eine aktuelle Studie 1)  zeigt, dass sich rund 23
Prozent der Österreicher mehr Beratung und Unterstützung von den
Apothekern wünschen würden, um verstärkt auf ihre Gesundheit zu
achten und um gleichzeitig leichte körperliche Beschwerden selbst
behandeln zu können. Dieses Potential will die IGEPHA
(Interessensgemeinschaft Österreichischer Heilmittelhersteller und
Depositeure) nützen, um mehr Menschen dazu zu bewegen, bei leichten
Beschwerden rezeptfreie Medikamente zu nehmen. Voraussetzung hierfür
ist unter anderem eine gute Zusammenarbeit mit den Apothekern, wie am
09. Oktober 2008 anlässlich einer Podiumsdiskussion bei der
IGEPHA-Jahrestagung in Wien bekräftigt wurde.
1) Nielsen: How to Drive Growth in Self Care - A Multi-Country Study
Undertaken for AESGP, 2008
   "Charter of Collaboration - gelebte Kooperation mit der
österreichischen Apothekerschaft?" - lautete das Thema der
Podiumsdiskussion, zu der Vertreter aus Apothekerschaft und
Pharma-Industrie eingeladen waren. Ausgangspunkt der Diskussion
bildete die "Charter of Collaboration", eine Vereinbarung des
Europäischen Verbandes der Arzneimittel-Hersteller (AESGP) und der
Pharmaceutical Group of the European Union (PGEU), um die
Zusammenarbeit zwischen den Organisationen zu verstärken. Der
Moderator der Veranstaltung, Mag. Alfred Grün, Geschäftsführer von
Schülke & Mayr und Präsident der IGEPHA, brachte die Ergebnisse auf
den Punkt: "Apotheker und OTC-Industrie sitzen im selben Boot. Die
Industrie ist bereit, sich zu verändern und stößt damit auch auf
Resonanz bei den Apothekern." Sowohl die Vertreter der OTC-Industrie*
als auch der Apothekerschaft äußerten den Wunsch nach einer
gemeinsamen Plattform, wobei der IGEPHA in Zukunft eine wichtige
Funktion zukommen wird. Ein erster Schritt in diese Richtung war ein
von der IGEPHA initiiertes Roundtable-Gespräch. Bei diesem ging es im
offenen, konstruktiven Austausch von OTC-Management und
Apothekerschaft darum, in Zukunft die Zusammenarbeit beider Partner
zu intensivieren und das gegenseitige Vertrauen zu steigern. Wichtige
Grundlage dafür ist die Kooperation mit dem Außendienst, denn dieser
stellt das Bindeglied beider Parteien dar. 
*) OTC -Produkte:  "over the counter" - rezeptfreie Produkte in der
Apotheke
Apotheken und OTC-Industrie sitzen im gleichen Boot
   Jost Bolliger, Head of Sub-Region Europe South von Bayer Consumer
Care, Basel,  sprach in seinem Impulsreferat über die Entwicklung des
Selbstmedikationsmarktes in Europa. "Die Selbstmedikation gewinnt an
Bedeutung. Der OTC-Markt legt zu und ich gehe davon aus, dass 2009
der OTC-Bereich schneller wachsen wird als der Pharmabereich", so
Bolliger. In Österrreich beträgt der Anteil der Selbstmedikation am
Pharmamarkt derzeit ca. 11 Prozent. Weiters präsentierte Jost
Bolliger in seinem Vortrag die zum Teil unterschiedlichen
Interessenslagen und Erwartungshaltungen von Apothekerschaft und
OTC-Industrie sowie das Thema "OTC-Außendienst im Wandel". Wie der
IGEPHA Roundtable 2008 in Vorarlberg zeigte, erwarten Apotheker von
Außendienst-Mitarbeitern ein besseres Geschäftsverständnis, effektive
Kommunikation und gutes Produktwissen. "Wir investieren halb soviel
in Publikumswerbung wie in den Außendienst. Das zeigt, wie wichtig
uns der Außendienst ist. In der Bedarfsabstimmung müssen sich
Apothekerschaft und Industrie noch näher kommen", so Bolliger.
Zuletzt präsentierte Bolliger Beispiele gelebter Kooperation, wie
beispielsweise den "Roundtable Selbstmedikation Österreich", das
"Strategie-Seminar Selbstmedikation" und die die Aktivitäten der IDA
(Innovation Deutsche Apotheke). 
   Auf die eingangs aufgeworfene Frage "Sitzen OTC-Industrie und
Apothekerschaft im selben Boot?" antwortete Dr. Friedemann
Bachleitner-Hofmann aus Sicht der Apotheker. "Wir müssen uns bewusst
sein, dass es sich um Arzneimittel handelt und Arzneimittel Waren der
besonderen Art sind. Unser Verhältnis ist das von siamesischen
Zwillingen, die zusammen gehören. Es gibt Untersuchungen, die zeigen,
dass Produkte, die in Apotheken gekauft werden, als höherwertig
eingestuft werden." Unabdingbare Voraussetzung für den Verkauf sei
eine entsprechende Beratung in den Apotheken. "Ich sehe ganz großes
Potenzial in einer aktiven Beratung. Wir müssen in Apotheken beraten
und nicht nur verkaufen oder Kundenwünsche erfüllen, sondern aktiv
fragen, wozu das Produkt eingesetzt wird", so Bachleitner-Hofmann.
Dr. Hubertus Cranz, Geschäftsführer der AESGP, Brüssel, erklärte zum
Verhältnis von Apotheker und OTC-Industrie, dass "das Verhältnis der
Zusammenarbeit noch nie so gut war wie zum aktuellen Zeitpunkt und
dass OTC-Industrie und Apothekerschaft tatsächlich in einem Boot
sitzen". Um ein besseres Verhältnis zu forcieren, werde auch sehr
stark mit Universitätsprofessoren und Studenten zusammen gearbeitet,
um das Thema der "besseren Beratung" zukünftig auch in Studienplänen
aufzunehmen. 
Über IGEPHA
   Die IGEPHA wurde 1967 gegründet und vertritt Unternehmen, die
rezeptfreie Arzneimittel und Gesundheitsprodukte herstellen,
vertreiben und bewerben. Ziel der IGEPHA ist es, die Selbstmedikation
im Interesse des modernen, mündigen Menschen zu fördern.
Rückfragehinweis:
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   Mag. Elisabeth Kranawetvogel | Public Relations
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