• 08.10.2008, 13:35:37
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Eröffnung der Ausstellung SCHEIN WERFEN Theater - Licht - Technik

Wien (OTS) - Österreichisches Theatermuseum, 23. 10. 2008 bis 12.
4. 2009
Pressekonferenz am Mittwoch, dem 22. Oktober 2008 um 10 Uhr
im Österreichischen Theatermuseum, Lobkowitzplatz 2, Wien I

Den Griechen war das théatron (die "Schaustätte") der Ort, wo sie
in den Spiegel ihrer Geschichte blickten, wo Halbverborgenes und
Vergessenes beleuchtet wurden und sorgsam Verstecktes ans Tageslicht
gezerrt wurde, um dem Lachen preisgegeben zu werden. Bis heute ist
das Theater eine Schaukunst geblieben, die den Fokus der
Aufmerksamkeit lenkt. Sie bestimmt darüber, was ins Licht und was in
den Schatten gestellt wird, was wie gesehen werden soll.

In der Antike spielte man bei natürlichem Licht Theater und nutzte
das Schauspiel der Sonne mit ihren sich verändernden Farben und dem
unterschiedlichen Lichteinfall. Fackeln und Öllampen setzte man
symbolisch als Phänomen der Verbindung zwischen den Göttern und den
Menschen ein. Bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert wurden Bühne und
Zuschauerraum von Hunderten, manchmal Tausenden von Kerzen zugleich
beleuchtet. Die Einführung des Gaslichtes ermöglichte sodann die
Regelung von Hell und Dunkel und damit einen Wechsel von
Lichtstimmungen und Farbübergängen. Die größte Veränderung wurde
jedoch durch das elektrische Licht herbeigeführt, das in Verbindung
mit den Errungenschaften der Psychologie und dem expressionistischen
Kunstschaffen an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert einen inneren
Wandel des Theaters hervorrief. Das künstliche Licht dient nun nicht
mehr nur dem reinen Sichtbarmachen, sondern kann so vielfältig
eingesetzt werden mit seinen Farben, seiner Intensität und seinen
Zielen, dass es zu einem Hauptgestaltungsmittel szenischer Kunst
wurde, das den Zuschauer stärker zu manipulieren vermag als so manch
anderes Mittel des Theaters.

Die Geschichte des Theaters ist auch eine Geschichte von Licht und
Beleuchtung, von körperlosen Schatten und Schatten werfenden Körpern
als Instrument der Interpretation einer mehr als 2000-jährigen
Kulturgeschichte.

Die von Wolfgang Greisenegger und Tadeusz Krzeszowiak kuratierte
und von Karin Müller-Reineke und Gerhard Vana gestaltete Ausstellung
versucht, die technische und künstlerische Geschichte des
Bühnenlichts nachzuzeichnen, aber auch mit Hilfe zahlreicher
Kooperationspartner die neuesten Entwicklungen vorzustellen.

Das Österreichische Theatermuseum setzt mit diesem Projekt die mit
der Ausstellung Matthias Kralj - Räume des Erzählens begonnene
Themenreihe zu wesentlichen Elementen des Inszenierens fort. Nach der
Auseinandersetzung mit Bühnenbild und Licht soll im Herbst 2010 dem
Kostüm eine eigene Ausstellung gewidmet werden.

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr

Rückfragehinweis:

Andreas Kugler
   Öffentlichkeitsarbeit und Direktionsassistenz
   Tel.: ( +43 1 ) 525 24- 5315
   Fax: ( +43 1 ) 525 24- 5399
   mailto:[email protected] 
   www.theatermuseum.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KHM

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