Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" erhebt Rakhat Aliyev,
ehemaliger Botschafter Kasachstans in Wien, schwere Vorwürfe gegen
seinen Ex-Schwiegervater, den kasachischen Präsidenten Nursultan
Nasarbajew.
Aliyev wird von Kasachstan wegen diverser strafrechtlicher
Vorwürfe gesucht, hält sich zeitweise in Österreich auf und beteuert
seine Unschuld. Österreich hat 2007 einen Auslieferungsantrag
abgelehnt, weil in Kasachstan kein faires Verfahren garantiert sei.
Gegenüber "profil" erklärt Aliyev jetzt, Nasarbajew habe
Kopfgeldjäger auf ihn angesetzt: "Seit Präsident Nasarbajew am Ende
seiner juristischen Möglichkeiten angelangt ist, meine Auslieferung
an Kasachstan zu erreichen, hat er sich für eine andere
Vorgehensweise entschlossen: Er hat Geheimdienste und kriminelle
Organisationen beauftragt, mich zu liquidieren. Es wurde mir
zugetragen, dass er zehn Millionen Dollar Kopfgeld auf mich
ausgesetzt hat."
Tatsächlich wurde vorvergangene Woche ein enger Vertrauter
Aliyevs, der aus Kasachstan geflüchtete Ex-Geheimdienstchef Alnur
Mussayev, in der Wiener Innenstadt attackiert. Seine Freundin erlitt
dabei einen Nasenbeinbruch - nur einer von zumindest drei ähnlichen
aktenkundigen Vorfällen.
Ein Verdächtiger mit deutscher Staatsbürgerschaft wurde nach
Recherchen von "profil" in Zusammenhang mit der Tat verhaftet, die
Staatsanwaltschaft Wien ermittelt.
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"profil"-Redaktion
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OTS0005 2008-10-04/08:00
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