- 03.10.2008, 09:15:13
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NGOs bringen erneut Bleiberechts-Frage aufs Tapet
Tag des Bleiberechts mit "Sesselmeeren" in allen Landeshauptstädten
Wien (OTS) - Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen nehmen einen
neuerlichen Anlauf, um die Bleiberechts-Frage aufs Tapet zu bringen.
Der kommende Freitag - der 10. Oktober 2008 - wurde kurzerhand zum
Tag des Bleiberechts erklärt. Mit dem Ziel, eine Diskussion über
"eine faire und menschenwürdige Bleiberechtsregelung" auszulösen. In
einem gemeinsamen Aufruf appellieren die österreichischen
Flüchtlingsorganisationen an "Wirtschaft, Politik,
Interessensverbände und Zivilgesellschaft, einen Beitrag zu dieser
notwendigen Debatte zu leisten." Der 10. Oktober fällt aufgrund der
vorgezogenen Neuwahlen in die Phase der beginnenden
Koalitionsverhandlungen, wo die Eckpunkte der Politik der nächsten
fünf Jahre festgelegt werden.
Der Aufruf wurde von zahlreichen Gruppierungen aufgegriffen, die
nun nach und nach ihre Vorhaben für den 10. Oktober bekannt geben.
Den "offiziellen Teil" bildet ein landesweites "Sesselmeer". In allen
Landeshauptstädten werden Sesseln an einem zentralen Platz zu einem
"Sesselmeer" zusammengestellt. Die Bevölkerung wird aufgerufen, sich
zu beteiligen und Sesseln zu bringen. Die Organisation der
"Sesselmeere" erfolgt in Zusammenarbeit mit lokalen Gruppierungen.
Auch in anderen Städten und Gemeinden wird es "Sesselmeere" geben, da
die Aktion leicht nachzuahmen ist.
Die Termine der Landeshauptstädte im Einzelnen: Eisenstadt,
Domplatz, 12:00 Uhr. Bregenz, Leutbühel, 10:00 Uhr. Graz,
Tummelplatz, 10:00 Uhr. Innsbruck, Waltherpark, 14:00 Uhr.
Klagenfurt, Alter Platz - Pestsäule, 13:00 Uhr. Linz, Hauptplatz,
15:00 Uhr. Salzburg, Alter Markt, 15:00 Uhr. St. Pölten, Riemerplatz,
09:00 Uhr. Wien, Ballhausplatz, 10:00 Uhr.
Prominente UnterstützerInnen
Die "Sesselmeer"-Aktion hat prominente UnterstützerInnen aus Kunst
und Kultur gefunden. Etwa die Autoren Dimitré Dinev, Michael
Köhlmeier, Doron Rabinovici und Robert Schindel. Oder die
Kabarettisten Josef Hader, Florian Scheuba, Robert Palfrader und
Martin Puntigam. Sowie die MusikerInnen Celia Mara, Hans Platzgummer,
Titus Vadon (Russkaja) und Patrick Bongola (Tres Monos). Aus dem
kirchlichen Bereich findet die Initiative spezielle Unterstützung
durch den evangelischen Bischof Michael Bünker und den Wiener
Caritasdirektor Michael Landau. Bünker hat angekündigt, eine
Kirchenbank zum "Sesselmeer" am Wiener Ballhausplatz zu bringen.
In einem Brief an alle evangelischen Pfarrgemeinden hat Bünker
überdies gemeinsam mit dem reformierten Landessuperintendent Thomas
Hennefeld und Diakonie-Direktor Michael Chalupka zur Beteiligung am
"Sesselmeer" aufgerufen. Die Katholische Aktion Österreichs, die
offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche, hat auf ihrer
Bundeskonferenz Anfang Oktober ebenfalls einstimmig beschlossen, sich
der Initiative anzuschließen.
Weitere Aktivitäten
Darüber hinaus bringen sich die verschiedensten Einrichtungen und
Gruppierungen mit Diskussionsbeiträgen und Aktivitäten ein: Auf der
Akademie der Bildenden Künste wird eine Ausstellung und
Solidaritätsveranstaltung zum Thema "Illegalisierung und Bleiberecht"
mit über 20 KünstlerInnen gezeigt. Die Eröffnung ist am 9. Oktober
2008, um 19:00. Die IG Bildende Kunst und die Initiative Ehe ohne
Grenzen haben mit dem "Bleiberechtspaket" eine Intervention im
Öffentlichen Raum gestaltet.
Am ASKÖ-Sportplatz auf der Wiener Schmelz gibt es ab 14 Uhr ein
Bleiberechts-Fussballturnier mit anschließender Feier. Das
Armutsnetzwerk Vöcklabruck lädt ab 15 Uhr zu einem "PLATZkonzert" am
Hauptplatz in Vöcklabruck. In Wien startet eine Demonstration für
"Bewegungs- und Bleibefreiheit" um 16 Uhr vom Museumsquartier. Radio
Orange bringt ab 14 Uhr eine mehrstündige Sondersendung zum Tag des
Bleiberechts.
Der Tag des Bleiberechts wurde von folgenden Organisationen
ausgerufen: ARGE MigrantInnenberatung Österreich, asylkoordination
Österreich, Caritas Österreich, Diakonie Österreich,
Integrationshaus, Land der Menschen, Rotes Kreuz, SOS Mitmensch und
Volkshilfe Österreich. Nähere Informationen finden sich unter:
www.bleiberecht.at
Rückfragehinweis:
SOS MITMENSCH Philipp Sonderegger, Sprecher mobil +43(664) 450 59 60 email [email protected] web sosmitmensch.at
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