Stichworte: Frauen, Gesellschaftspolitik, Iran, Plassnik Channel: Politik
OTS0037   2. Okt. 2008, 09:19

Ministerin Plassnik als Feigenblatt iranischer Fundamentalisten

Offener Brief WIZO (Women International Zionist Organisation) an Frau Bundesministerin Dr. Ursula Plassnik


Betrifft: Frauen in Iran heute; Im Spannungsfeld zwischen Tradition und Partizipation

Sehr geehrte Frau Ministerin,

Frauen in Iran leben und leiden unter dem totalitär-fundamentalistischen Regime, das dort in der Gegenwart an der Macht ist. Frauen als gleichberechtigte Partner, die für sich selbst und für die Gesellschaft Entscheidungen treffen können, so wie es in der Menschenrechtsdeklaration (Frauenrechte sind Menschenrechte) geschrieben ist, werden in heutigen Iran nicht akzeptiert. Diejenigen Frauen, die diese Freiheiten für sich beanspruchen, landen in der Regel in Gefängnissen, wo sie oft brutal misshandelt werden. Jedes Jahr während der Zeit, als bei der UN in New York die Konferenz über "Status of Women" stattfindet, werden Frauen in Iran, die anlässlich des Internationalen Frauentages ihnen zustehenden Rechte einklagen wollen, in die Gefängnisse gezerrt.

Das Regime kann es sich nicht leisten auf den Intellekt der Frauen und auf die Partizipation von 50% der Bevölkerung zu verzichten. Daher werden Frauen zum Studium zugelassen, natürlich nur diejenigen, die einverstanden sind mit diesen Regime zu kooperieren und den ihnen "zugewiesenen" Platz einzunehmen. Ihre Präsenz an den Universitäten und im Berufsleben, wird für Propagandazwecke gut gebraucht, um für das fundamentalistisch-totalitäre Iran, dass die Weiblichkeit per se ablehnt und brutal bekämpft, zu werben.

Diese Frauen wissen ganz genau, dass sie nur "bedingt" gewisse Freiheiten "bekommen" haben und nicht, weil sie darauf im heutigen Iran Anspruch hätten, das hat auch Nobelpreisträgerin Frau Shirin Ebadi während eines Wien Aufenthaltes so gesagt. Bedingt - nur unter der Bedingung, dass sie alle Einschränkungen dieses fundamentalistischen Regimes willig akzeptieren und sich für Propagandazwecke des Regimes benutzen lassen.

Eine iranische Ärztin, deren Referat ich bei einer medizinischen Konferenz in Wien gehört habe, wirkte entsprechend sehr vorsichtig und "bedeckt". Natürlich war sie nur im beschränkten Bereich, der "Frauenwelt" tätig. Wie sie wissen, gibt es viele Juristinnen in Iran, aber keine ist Richterin.

In Österreich, sowie in ganz Europa und Nordamerika, leben iranische Familien, die aus dem Iran geflüchtet sind, um ihren Töchtern das Schicksal einer Frau, die sich "fügen" muss in einer Frauengesellschaft, deren Grenzen von der "Obrigkeit" festgelegt sind, zu leben und ihre "Weiblichkeit" bedecken muss.

Sehr geehrte Frau Minister, Sie verleihen ihren geehrten Namen für eine Veranstaltung, die dem iranischen Fundamentalismus eine Plattform gibt um seine diskriminierende Frauenpolitik zu verherrlichen und reinzuwaschen. Sie verletzen damit alle freilebenden Frauen und ihre Rechte. Für die Frauen aus dem Iran, die zu uns geflüchtet sind um in Freiheit zu leben, ist das wie ein Hohn.

Als Vertreterin einer Frauenorganisation, sehe ich mich davon betroffen und protestiere dagegen heftig.

Dr. Hava Bugajer Präsidentin WIZO (Women International Zionist Organisation) Österreich, Vize-Präsidentin ECWF(European Council WIZO Federations)

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0037 2008-10-02 09:19 020919 Okt 08 IKG0001 0475



Israelitische Kultusgemeinde Zur Pressemappe

Rückfragehinweis: Dr. Hava Bugajer,
Präsidentin WIZO (Women International Zionist Organisation),
Vize-Präsidentin ECWF (European Council WIZO Federations)
Tel.: (01) 367 33 33

Errechnete Tags:

Errechnete Personen: