- 26.09.2008, 12:04:39
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ÖAMTC: Nettospritpreise in Österreich sind kein Grund zum Jubeln
Diesel liegt bei richtiger Berechnung sogar 1,1 Cent pro Liter über dem EU-Durchschnitt
Wien (OTS) - Auch heute hat wie jeden Freitag das
Wirtschaftsministerium verkündet, dass Österreich bei den
Kraftstoffpreisen wesentlich unter dem EU-Schnitt liegt. "Das ist so
rechnerisch allerdings nicht richtig", sagt Elisabeth Brandau,
Verkehrswirtschaftsexpertin des ÖAMTC. Österreich übermittelt nämlich
zur Erstellung des europäischen Spritpreismonitors von den zwei
möglichen Steuersätzen immer den höheren nach Brüssel. Da sich die
Nettopreise durch "Bruttopreis minus Steuern" errechnen, ergab sich
bisher für Österreich am Papier immer ein weit niedrigerer Wert, als
er der Wirklichkeit entspricht.
Heute beispielsweise wird laut offiziellem EU-Vergleich Österreich
beim Eurosuper-Nettopreis um 4,6 Cent und beim Diesel-Nettopreis um
2,8 Cent billiger als im EU-Schnitt liegen. Nach Berechnung des ÖAMTC
mit den echten Steuersätzen, so wie sie bei der weitaus überwiegenden
Menge des verkauften Kraftstoffs tatsächlich angewendet werden,
präsentiert sich ein anderes Bild: Die durchschnittlichen Nettopreise
(Preise ohne Steuern und Abgaben) betragen demnach richtigerweise für
Eurosuper in Österreich 0,575 anstatt 0,531 Euro pro Liter und im
EU-Durchschnitt 0,577 Euro pro Liter. Der Nettopreis für Eurosuper 95
liegt damit in Österreich nur um 0,2 Cent pro Liter unter dem
EU-Durchschnitt. Die vom ÖAMTC errechneten Nettopreise für Diesel
betragen in Österreich 0,689 Euro anstatt 0,649 Euro pro Liter und im
EU-Durchschnitt 0,678 Euro pro Liter. Der Nettopreis für Diesel liegt
damit um 1,1 Cent über dem EU-Durchschnitt.
"Wenn schon bei den Nettopreisen getrickst wird, dann es ist nicht
weit her mit dem Politversprechen für mehr Transparenz am
Kraftstoff-Markt", sagt die ÖAMTC-Expertin. Der Club hat zum Thema
Berechnung der Nettopreise bereits am 13. August dieses Jahres ein
Schreiben an das Wirtschaftsministerium mit der Bitte um Aufklärung
und Erläuterung gerichtet. Bis heute ist allerdings keine Antwort
beim ÖAMTC eingetroffen. "Um zu transparenten Preisvergleichen zu
kommen, müssen endlich auf EU-Ebene klare Vergleichsgrundlagen
geschaffen werden. Sonst machen Bewertungen und Gegenüberstellungen
keinen Sinn und können je nach Interessenslage interpretiert werden",
sagt Brandau abschließend.
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Eva Käßmayer
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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