- 25.09.2008, 14:12:36
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Altenhilfeeinrichtungen: Strategische Herausforderungen und durchgeführte Maßnahmen klaffen auseinander
Deloitte- Studie "Strategische Herausforderungen für Altenhilfeeinrichtungen"
Wien (OTS) - Der österreichische Altenhilfemarkt befindet sich in
einer Phase der massiven Umgestaltung. Die Individualisierung der
Gesellschaft, demografische Veränderungen, sowie veränderte
politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen stellen neue
Herausforderungen dar. Doch gerade das Thema der nachhaltigen
Finanzierung, vor allem im Lichte der Altersentwicklung der
Bevölkerung ist Gegenstand einer breiten öffentlichen Diskussion.
Das Kompetenzzentrum Health Care von Deloitte hat zum Thema
"Strategische Herausforderungen der Altenhilfeeinrichtungen" eine
repräsentative Studie durchgeführt. Im Rahmen dieser Studie wurden
die aktuellsten Trends am österreichischen Markt identifiziert und
die daraus abgeleiteten Chancen und Bedrohungen evaluiert. Die nun
vorliegende Studie liefert nicht nur einen repräsentativen Überblick
über die Branche, sondern ermöglicht den Verantwortlichen der
österreichischen Altenhilfeeinrichtungen eine kritische Überprüfung
der eigenen strategischen Aktivitäten und eine vergleichende
Einschätzung für ihre Maßnahmenplanung.
Steigender Kostendruck als große Bedrohung
Der überwiegende Teil der befragten Altenhilfeeinrichtungen sieht
den wachsenden Kostendruck als eine der größten Bedrohung. Gerade die
stetig steigenden Betriebskosten sind Sorgenkind Nr. 1. Maßnahmen zur
Minderung der Kostensteigerungen im Bereich Personal- und
Sachaufwendungen werden am notwendigsten bewertet. Es existieren eine
Reihe von Einflussfaktoren, die für den zunehmenden Kostendruck
verantwortlich sind.
Eine davon ist der steigende Personalengpass beim Pflegepersonal.
Die stark zunehmenden Anforderungen an die Pflege resultieren auch in
einem wachsenden Bedarf an qualifiziertem Personal. Und hier beginnt
der "Teufelskreis": Viele Einrichtungen beklagen einen Mangel an
entsprechend qualifiziertem Fachpersonal. Als stärkstes
Steuerungselement für die Bindung von Mitarbeiter wird noch immer das
Gehalt gesehen. Dies lässt jedoch die Personalkosten steigen und
bedroht die Einrichtung dadurch in ihrer Existenz.
Die von den Vertretern der Altenhilfeeinrichtungen am häufigsten
genannten Bedrohungen haben eines gemeinsam - die finanzielle
Dimension. Neben den steigenden Betriebskosten fürchten die
Einrichtungen vor allen die Auswirkungen der Ausgabenbegrenzung der
Sozialhilfeträger. Die steigenden Kosten und zugleich sinkenden
Einnahmen und die Notwendigkeit vermehrt Investitionen zu tätigen, um
die Konkurrenzfähigkeit aufrecht zu erhalten führt auch zu einem
steigenden Insolvenzrisiko.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Verantwortlichen klare
Vorstellungen bezüglich der Chancen und Bedrohungen in ihrem
Verantwortungsbereich haben. "Das Chancenniveau wird als deutlich
höher als das Bedrohungspotential wahrgenommen", erläutert Gerhard
Feuchtmüller, Partner bei Deloitte Österreich und verantwortlich für
die Health Care Beratung. "Jedoch zeigt eine Analyse der Studie auch,
dass die durchgeführten Maßnahmen und Aktivitäten in den einzelnen
Häusern oft nicht ausreichend sind, den tatsächlichen Chancen und
Bedrohungen möglichst wirkungsvoll zu begegnen". Diese Aussage wird
z.B. am Bedrohungsszenario "Personalengpass Pflegpersonal" deutlich
wo primär über das Gehalt gesteuert wird und noch wenige Initiativen
im Bereich variabler Vergütungs- und Anreizsysteme sowie flexibler
Arbeitszeitmodelle gesetzt werden.
Herausforderungen und Chancen überwiegen
Die Verantwortlichen der Altenhilfeeinrichtungen sehen jedoch
insgesamt die Zukunft durchwegs positiv. Dies liegt wohl auch darin
begründet, dass es auf Grund der demografischen Veränderungen zu
einer Zunahme der Pflegebedürftigen kommen wird.
In diesem Zusammenhang spiegelt sich eine weitere Chance für die
Einrichtungen wieder: Die Veränderung des Nachfrageverhaltens (z.B.
nach vermehrter Tages-/ und Nachtpflege, nach betreutem Wohnen usw.)
oder steigenden Ansprüchen und Erwartungen (zusätzliche Betreuung-
und Freizeitangebote) der zu betreuenden. Dabei werden
Differenzierungs- und Angrenzungsmöglichkeiten zum Mitbewerber
gesehen.
Als weitere große Chancen werden zum einen Maßnahmen im Bereich
des Qualitätsmanagement und zum anderen im Bereich Marketing/
Öffentlichkeitsarbeit gesehen. Dabei wurden zum Teil schon sehr viele
Aktivitäten gesetzt. Jedoch besteht speziell bei
Marktforschungsaktivitäten noch Aufholbedarf (z.B. Patienten- und
Angehörigenbefragungen, Konkurrenzvergleich, Benchmarking). Weitere
große Chancen werden in der verstärkten Zusammenarbeit mit anderen
Einrichtungen und Institutionen gesehen.
Proaktives Handeln ist gefragt
Der Altenhilfemarkt in Österreich ist im Wachstum begriffen und
erfordert geeignete Strategien, um selbst am Wachstum zu
partizipieren. Gerade im Spagat zwischen der Notwendigkeit zum
Investieren und der Bedrohung der steigenden Kosten liegt die
Herausforderung. Für die Sicherung der Zukunftsfähigkeit ist eine
Vielzahl von Maßnahmen nötig. Nur wer langfristig angelegte,
nachhaltig wirksame Maßnahmen entwickelt und erfolgreich umsetzt, hat
guten Chancen sich am Markt zu behaupten.
Details über die Befragung und die Analyse
Die der Studie zugrunde liegende Umfrage lief im 1. Halbjahr 2008.
Zielgruppe der Studie waren Führungskräfte von
Altenhilfeeinrichtungen und Trägerorganisationen. In dem
Erhebungszeitraum wurden 764 Altenhilfeeinrichtungen und neun
Trägergesellschaften angeschrieben. Die Teilnahme war mehr als
erfreulich, so konnte ein überdurchschnittlicher Rücklauf, an
beantworteten Fragebögen, von etwa 20% erreicht werden. Das Ergebnis
repräsentiert 26% private, 9% karitativ-soziale, 9% kirchliche und
55% öffentliche Einrichtungen.
Über Deloitte
Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und
Beratungsgesellschaften in Österreich. Als einzige der "Big Four"
bietet Deloitte ein umfassendes Leistungsspektrum aus
Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung und Unternehmensberatung. Deloitte
Österreich betreut Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und
Größe aus praktisch allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund mit
Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit ca. 165.000 Mitarbeitern in
über 140 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.
Rückfragehinweis:
Dipl. Ing. Gerhard Feuchtmüller Elisabeth M. Seidl Geschäftsführer Leiterin Marketing & Communications Deloitte Consulting GmbH Deloitte Österreich Renngasse 1/Freyung, 1010 Wien Renngasse 1/Freyung, 1010 Wien Tel.: +43 1 53700 4800 Tel.: +43 1 53700 8540 Fax: +43 1 53700 99 4800 Fax: +43 1 53700 99 8540 mailto:[email protected] mailto:[email protected] www.deloitte.at www.deloitte.at
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