- 25.09.2008, 13:49:27
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SPÖ-Organisationen zu Equal Pay Day: Gratis arbeiten, nein danke!
SJÖ, SPÖ-Frauen, VSStÖ und AKS veranstalten Straßenaktion gegen Einkommensschere
Wien (SK) - Mit einer Straßenaktion anlässlich des Equal Pay Days
machten die Sozialistische Jugend Österreich (SJÖ), der Verband
Sozialistischer StudentInnen (VSStÖ) und die Aktion Kritischer
SchülerInnen (aks) gemeinsam mit den SPÖ-Frauen am Donnerstag in Wien
auf die ungerechte Einkommensverteilung zwischen Frauen und Männern
aufmerksam. Ab heute, dem 25. September, arbeiten Frauen
gewissermaßen gratis, das heißt, dass Männer bereits das Einkommen
erzielt haben, das Frauen bis zum Jahresende erzielen werden. ****
Stefanie Vasold, Frauensprecherin der SJÖ, fordert angesichts der
sich weiter öffnenden Lohnschere ein offensives Entgegensteuern:
"Dringend notwendig ist ein genaue Evaluierung der Gründe für die
Verbreiterung der Lohnschere. Lohngruppen-Einstufungen und Kriterien
für Lohnzuschläge müssen transparenter werden. Außerdem braucht es
eine Gleichbehandlungskommission, die von selbst aktiv werden kann
und bei Diskriminierungsfällen interveniert." Vasold weiter: "Nach
wie vor hängt der Zugang von Frauen zum Arbeitsmarkt untrennbar mit
der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zusammen. Ohne umfassende
Maßnahmen zur gerechten Aufteilung der Betreuungspflichten zwischen
Männern und Frauen in Verbindung mit öffentlicher Infrastruktur wird
sich die Frauenerwerbsquote nicht erhöhen lassen", fordert Vasold den
flächendeckenden Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und eine
verpflichtende Väterkarenz.
Maria Maltschnig, VSStÖ-Vorsitzende, kritisiert die viel zu
geringen Bemühungen, den Frauenanteil in Spitzenpositionen zu
erhöhen: "Obwohl mittlerweile mehr Frauen als Männer studieren und
über ein hohes Bildungsniveau verfügen, sind noch immer kaum Frauen
in Spitzenpositionen zu finden. Lippenbekenntnisse genügen hier
nicht, es braucht klare gesetzliche Richtlinien wie die Einführung
einer Quotenregelung in der Privatwirtschaft, wie sie beispielsweise
in Norwegen bereits existiert." Dass gerade in akademischen
Berufsgruppen mit höheren Einkommen der Frauenanteil besonders gering
ist, hängt für Maltschnig auch mit der männerdominierten Struktur der
Unis zusammen: "Eine unabdingbare Voraussetzung zur Durchbrechung
besagter gläsernen Decken stellt die Möglichkeit für Frauen dar,
untereinander Netzwerke zu bilden, ihr Selbstbewusstsein durch
gegenseitige Unterstützung zu stärken und aktiv ihre
wissenschaftliche Karriere voranzutreiben."
"Das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern hängt sehr stark mit
der Konzentration auf bestimmte Berufe zusammen und diese beginnt
bereits in der Schule", setzt Katharina Spielmann, Frauensprecherin
der AKS, bei den Ursachen für die Arbeitsmarktsegregation an. "Vor
allem im berufsbildenden Bereich gibt es eine klare
geschlechtsspezifische Prägung, hier gilt es anzusetzen, um die
Konzentration von Mädchen und Burschen auf wenige Lehrberufe zu
verhindern. Die Aufteilung des Arbeitsmarktes bewirkt nicht nur
unterschiedliche 'Betätigungsfelder' von Männern und Frauen sondern
auch unterschiedliche Bezahlung dieser Arbeit", fordert Spielmann
abschließend bessere Anreize für Mädchen, sich für "untypische"
Lehrberufe zu entscheiden. (Schluss) up/mp
Rückfragehinweis: SJÖ, Philipp Lindner, Tel. 01/523 41 23 - 13,
0699/81 25 22 41
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493
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