• 24.09.2008, 10:41:13
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Teuerung frisst Lohnzuwachs auf - Kaufkraftsteigerung dringend nötig

Linz (OTS) - Trotz der guten Lohnabschlüsse des Vorjahres werden
die Arbeitnehmer/-innen im Jahr 2008 real und netto weniger Geld im
Börsel haben. Denn die unerwartet hohe Jahresinflation (Prognose 3,5
Prozent) frisst die Lohnzuwächse auf. "Die Konsumschwäche ist ein
zentrales Probleme der Wirtschaftsentwicklung. Kräftige Lohnzuwächse
sind daher schon aus Gründen der Kaufkraftstärkung dringend nötig",
sagte AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer heute bei der Präsentation
der neuesten Daten zur aktuellen Einkommensverteilung.

Der Anteil der Arbeitseinkommen am wachsenden, gemeinsam
erwirtschafteten Wohlstand sinkt weiterhin rapide. Seit 1999 ist er
von 71,2 Prozent auf heuer prognostizierte 63,5 Prozent, also um 7,7
Prozentpunkte, zurückgegangen. Während sich gesamtwirtschaftlich die
Gewinne von 1999 bis 2009 nominell fast verdoppeln werden, steigen
die Löhne im gleichen Zeitraum um nur 40 Prozent. Inflationsbereinigt
sind die Nettolöhne pro Kopf heuer sogar niedriger als 2005!

Auch innerhalb der Lohnempfänger/-innen besteht eine hohe
Ungleichheit. Das unterste Einkommensfünftel (rund 770.000
Beschäftigte) teilt sich nur 2,2 Prozent der gesamten Lohnsumme, das
bestverdienende Fünftel fast die Hälfte. Den untersten 20 Prozent der
Einkommensbezieher/-innen im Jahr 2006 ging es schlechter als jenen
im Jahr 2000. Sie mussten sogar nominell, also ohne Berücksichtigung
der Inflationsrate, Verluste hinnehmen. In Oberösterreich beträgt das
Minus in diesen sechs Jahren netto und real rund ein Prozent. Zu den
Betroffenen zählt besonders die steigende Zahl geringfügig und
Teilzeitbeschäftigter, zum überwiegenden Teil sind das Frauen.

In Oberösterreich sind die geschlechtsspezifischen
Einkommensunterschiede besonders stark ausgeprägt. Oberösterreichs
männliche Arbeitnehmer verdienten im Jahr 2006 mit durchschnittlich
32.140 Euro die vierthöchsten Bruttojahresbezüge im
Bundesländervergleich. Oberösterreichs Arbeitnehmerinnen belegten mit
17.780 Euro Jahreseinkommen hingegen nur Platz sieben. Das hängt mit
der bundesweit höchsten Teilzeitquote erwerbstätiger Frauen zusammen.
Aber auch ganzjährig Vollzeit beschäftigte Oberösterreicherinnen
verdienten im Jahr 2006 durchschnittlich 30,6 Prozent weniger brutto
im Jahr als Vollzeit beschäftigte Männer.

Im Jahr 2007 beträgt das mittlere Einkommen (Median)in
Oberösterreich rund 1840 Euro brutto im Monat. Männer kommen auf
2.208 Euro, Frauen nur auf 1315 Euro.
Um mehr Einkommensgerechtigkeit zu schaffen, fordert die AK OÖ:

- an der Produktivität orientierte kräftige Reallohn- und 
  Gehaltssteigerungen.
- eine sozial gerechte Steuerreform insbesondere durch:
  -Absenkung des unteren Lohnsteuersatzes von 38,33 auf 33 Prozent.
  -Erhöhung und Umgestaltung der Pendlerpauschale. 
   Für eine bestimmte Wegstrecke soll unabhängig vom Einkommen 
   derselbe Betrag zustehen.
  -einen gerechten Steueranteil von Gewinnen und großen Vermögen, 
   insbesondere durch eine Vermögenszuwachssteuer.
- gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit und die Knüpfung 
  öffentlicher Aufträge an betriebliche Gleichstellung. 
- bedarfsorientierte Mindestsicherung auf einem existenzsichernden 
  Niveau, höhere Nettoersatzrate und Wertsicherung bei 
  Arbeitslosengeld und Notstandshilfe.

Grafiken zum Download finden Sie auf www.arbeiterkammer.com

Rückfragehinweis:

Arbeiterkammer Oberösterreich
   Kommunikation
   Dr. Walter Sturm
   Tel.: (0732) 6906-2192
   mailto:[email protected]
   http://www.arbeiterkammer.com

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