OTS0287 / 22.09.2008 / 16:24 / Channel: Politik / Aussender: BM für europäische und internationale Angelegenheiten
Stichworte: Außenpolitik / Identität / Kultur / Plassnik


Plassnik: "1989 als Beitrag zur europäischen Identität"

Utl.: Außenministerin startet die Initiative "1989-2009: Aufbruch in ein neues Europa" =


   Wien (OTS) - "Knapp 20 Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges und
dem Fall des Eisernen Vorhanges ist es an der Zeit, neue Kraft für
die weitere Einigung Europas zu schöpfen", so Außenministerin
Plassnik heute anlässlich des Starts der Initiative "1989-2009:
Aufbruch in ein neues Europa" im Wiener Metropol. Bei dieser
Auftaktveranstaltung diskutierten Jugendliche aus Österreich,
Tschechien, Ungarn, der Slowakei und Slowenien über ihre Sicht des
Jahres 1989 und die Bedeutung Europas für ihre Zukunft.
   "Was wir in Europa erreicht haben, ist alles andere als eine
Selbstverständlichkeit. Wer hätte vor 20 Jahren zu träumen gewagt,
von Faro in Portugal bis zur Schwarzmeerküste frei reisen, studieren,
arbeiten zu können - mit einem Wort, ein gemeinsames europäisches
Lebensmodell verwirklichen zu können? Nur im gemeinsamen Rahmen der
Europäischen Union konnte dieses zentrale Projekt des 21.
Jahrhunderts Wirklichkeit werden. Mir ist die Diskussion über das
Jahr 1989 und seine Vorgeschichte wichtig, um mit diesen positiven
Entwicklungen für die Zukunft sorgsam umgehen zu können", so die
Ministerin.
   "Immer wieder wird die Frage gestellt, was Europa im Innersten
zusammenhält. Meine Antwort: das Bewusstsein einer tiefverwurzelten
Gemeinsamkeit. In anderen Worten - unsere europäische Identität. Dazu
gehört das unermüdliche Streben nach Frieden, Freiheit und
Gerechtigkeit, das diesen Kontinent auszeichnet wie keinen anderen",
so Plassnik weiter. "Diese gemeinsame Wertebasis war von der großen
europäischen Spaltung übertüncht und vom Kommunismus unterdrückt.
Aber sie ist nicht ausgelöscht worden. Ganz im Gegenteil: 1989 ist
der Wunsch nach Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit machtvoll wieder
an die Oberfläche gekommen. Die Berliner Mauer ist eingestürzt, der
Eiserne Vorhang ist gefallen. Was diesen Vorgängen vorausging, wer
dazu beigetragen hat und wie das geschah, wollen wir ausloten. Und
damit auch sichtbar machen, wie sehr 1989 Teil unserer modernen
Identität, unseres heutigen Selbstverständnisses und
Selbstbewusstseins ist. Heute danken wir respektvoll unseren Nachbarn
und Partnern für ihren unbändigen Glauben, dass zusammenwachsen soll,
was zusammengehört."
   Auf Wunsch von Außenministerin Plassnik war im Regierungsprogramm
vom Jänner 2007 das Vorhaben einer "wissenschaftlichen
Auseinandersetzung mit dem Kalten Krieg bis zum Fall des Eisernen
Vorhanges unter besonderer Berücksichtigung des europäischen
Kontexts" verankert worden. Mit der heutigen Auftaktveranstaltung
beginnt die konkrete Umsetzung dieses Projekts. Plassnik: "Eine
Gesellschaft kann viel Kraft gewinnen aus der Erinnerung an gemeinsam
erlebte Geschichte. Hier kommt gerade der jungen Generation eine
wesentliche Aufgabe zu: alte Vorurteile und Denkweisen erkennen, um
sie zu überwinden und gemeinsam Zukunft zu gestalten."
   Plassnik: "Ein tieferes Verständnis der Entwicklung seit 1989
ermöglicht es, uns in der Gegenwart besser zu orientieren und unsere
Perspektiven besser zu erkennen. Dabei sollte die Erinnerung an das
Europa des Kalten Kriegs uns auch mit Achtung dafür erfüllen, wie
rasch unsere Nachbarn diese Zeit überwunden haben und wie groß ihre
Leistung seit 1989 ist."
   "Gerade Österreich", so die Ministerin weiter, "kommt dabei
aufgrund seiner Lage mitten in Europa eine besondere Verantwortung
und Berufung zu, als Motor und Kraftzentrum Europas zu wirken. Das
Außenministerium lädt daher ein, in den kommenden Monaten im Rahmen
einer breitgefächerten Veranstaltungsserie zum Thema "1989 / 2009:
Aufbruch in ein neues Europa" mitzudiskutieren, Impulse zu geben und
Ideen zu entwickeln. Ich will anstelle von Gedenktagsritualen
Geschichte als Erlebnis und als spannenden Lernprozess vermitteln."
Rückfragehinweis:
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