- 19.09.2008, 10:09:24
- /
- OTS0070 OTW0070
"Sanfte Chirurgie": Einladung zur Feier 15 Jahre Ludwig Boltzmann Institut für operative Laparoskopie -26. 9. im Alten Rathaus in Linz
Wien (OTS) - Am AKH Linz leistete das Team um Institutsleiter
Wolfgang Wayand wissenschaftliche Pionierarbeit in der Forschung
minimal-invasiver Chirurgie. Das erfolgreiche Ludwig Boltzmann
Institut setzt auch weiterhin Trends und widmet sich künftig dem
Schwerpunkt "schmerzfreie Chirurgie".
Laparoskopie oder Bauchspiegelung bezeichnet eine Methode der
medizinischen Praxis, bei der die Bauchhöhle mit speziellen optischen
Instrumenten über einen Bildschirm sichtbar gemacht wird. Die
operative Laparoskopie ermöglicht heute therapeutische Eingriffe, die
in der Regel wesentlich schonender für Patienten sind als das
Verfahren der offenen Operationstechnik mittels Bauchschnitt. Die
dabei entstehenden Schnitte sind klein, verursachen postoperativ
weniger Schmerzen, verheilen rasch und hinterlassen kaum sichtbare
Narben.
Das AKH Linz war österreichweit jenes Spital, das sich erstmals
mit minimal-invasiver Chirurgie beschäftigte. Primarius Univ.-Prof.
Dr. Wolfgang Wayand, Leiter der Abteilung für Chirurgie II, entfernte
1990 als erster hierzulande eine Gallenblase (Cholezystektomie) nach
der neuen Methode. In Anerkennung dieser Kompetenz wurde 1993 an
jener Abteilung das Ludwig Boltzmann Institut für operative
Laparoskopie gegründet, an dem acht Chirurgen wissenschaftlich
forschen.
Im vergangenen Jahr 2007 führte die Ludwig Boltzmann Gesellschaft
eine Evaluierung von 16 Ludwig Boltzmann Instituten und zweier
Cluster durch. Dafür erstellten Wissenschafter zunächst Gutachten
über die einzelnen Institute, welche im nächsten Schritt einer
internationalen, fünfköpfigen Experten-Jury vorgelegt wurden. Diese
gab schließlich Empfehlungen an den Vorstand der Ludwig Boltzmann
Gesellschaft, ob die Institute nach ihrem Dafürhalten weiterzuführen
oder zu schließen wären..
Die Leistungen des Ludwig Boltzmann Instituts für operative
Laparoskopie wurde von der Jury gewürdigt, und eine Weiterführung
empfohlen. Besonders hervorgehoben wurde die Tatsache, dass sich im
Umfeld des Instituts mehrere Ärzte habilitieren konnten, was sich
insgesamt auch im hohen Niveau der wissenschaftlchen Publikationen
ausdrückt.
Für die kommrnden Jahre wird der Forschungsschwerpunkt des Ludwig
Boltzmann Instituts auf das Thema "Schmerzfreie Klinik" gerichtet
sein. Wissenschaftliche Grundlage dieser Wahl sind Publikationen aus
verschiedenen operativen Disziplinen, die zeigen, dass 40 bis 50
Prozent der Patienten unter starken postoperativen Schmerzen leiden.
Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wayand dazu: "Umso erstaunlicher
ist es, dass europaweit in nur wenigen Krankenhäusern ein Konzept
über das Management dieser Schmerzen vorliegt. Meist werden Schmerzen
erst 'on demand' behandelt, also wenn der Patient Schmerzen äußert.
Die Etablierung eines Schmerzmanagements ist daher eine wesentliche
Prämisse, um diesen nicht zufrieden stellenden Zustand zu ändern".
Auch gebe es Daten, die darauf hinweisen, dass ein hoher
postoperativer Akutschmerz ein wesentlicher Prädikator für die
Chronifizierung von Schmerzen darstellt.
Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wayand weiters: "Der Schwerpunkt
unserer wissenschaftlichen Arbeit wird die logische Weiterentwicklung
von der traditionellen offenen Chirurgie über die minimal- invasive
Chirurgie zur möglichst schmerzfreien Chirurgie bedeuetn. Die
Evaluierung der klinischen Schmerzsituation der Patienten während der
nächsten Monate wird die Voraussetzung dafür sein, dass wir gemeinsam
mit dem Institut für Forschung in der Operativen Medizin in Köln
unter Prof. Dr. Edmund Neugebauer das Ziel haben, als erste
chirurgische Abteilung als "Schmerzfreie Klinik" zertifiziert zu
werden".
Termin: 15 JAHRE LUDWIG BOLTZMANN INSTITUT FÜR OPERATIVE LAPAROSKOPIE
Ort: Altes Rathaus, Hauptplatz 1, 4020 Linz
Zeit: 26. 9. 2008, 18.00 bis 20.00
Am Programm stehen Talkrunden über die Bilanz des Instituts,
politische Rahmenbedingungen zur Föderung der medizinischen
Wissenschaft in Österreich, sowie Kooperationsmöglichkeietn der
medizinischen Forschung.
Teilnehmer sind: Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Wayand, Dr. Heinz
Brock, Medizinischer Direktor des AKH Linz, DI Dr. Knut Consemüler,
Vorsitzender des Rat für Forschung und Technologieentwicklung,
Univ.-Doz. Dr. Andreas Shamiyeh, II. Chirurgische Abteilung AKH Linz,
Landesrat KR Viktor Sigl, Landtagsabgeordnete Dr. Julia
Röper-Kelmayr, Prof. (FH.) DI Dr. Martin Zauner, Studiengangsleiter
für Medizintechnik der Fachhochschule Linz, Mag. Claudia Lingner,
Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.
Moderation: Dr. Johannes Jetschgo, ORF Landestudio Oberösterreich
Die 1961 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine
private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich
und befasst sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und
kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Seit einer umfassenden
Organisationsreform 2002 werden Ludwig Boltzmann Institute (LBI)
aufgrund von Ausschreibungen und mit internationalem
Begutachtungsverfahren eingerichtet. Ein besonderes Merkmal von
Ludwig Boltzmann Instituten ist die Kooperation mit institutionellen
Partnerorganisationen
Rückfragehinweis:
OA Univ-Doz. Dr. Andreas Shamiyeh
2. Chirurg. Abtlg. AKH Linz, Tel: 0732/7806-2133
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | LBG






