- 16.09.2008, 11:41:31
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Teilzeitarbeit forcieren: AMS, WKÖ und IV präsentierten neue Studie
Wien (OTS) - Teilzeitarbeit gewinnt immer mehr an Bedeutung und
sollte daher den Interessen von Arbeitgeber/innen und
Arbeitnehmer/innen entgegenkommen. Aus diesem Grund wurde von
Arbeitsmarktservice (AMS) und Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)
sowie der Industriellenvereinigung (IV) eine Studie in Auftrag
gegeben, die dokumentieren sollte, auf welche Weise sich
Unternehmensinteressen und individuelle Bedürfnisse der
Mitarbeiter/innen vereinen lassen. Die Studie wurde vom
Industriewissenschaftlichen Institut (IWI) durchgeführt und heute von
Johannes Kopf, Vorstand des Arbeitsmarktservice Österreich, Reinhold
Mitterlehner, stellvertretender Generalsekretär der Wirtschaftskammer
Österreich, und Wolfgang Tritremmel, Leiter der Abteilung Arbeit und
Sozialpolitik der Industriellenvereinigung, in Wien präsentiert.
Beinahe fast jede/r Vierte der insgesamt 4.016.000 Erwerbstätigen in
Österreich - das sind 934.800 Personen - arbeitete im ersten Quartal
2008 Teilzeit. Damit ist die Teilzeitquote, also der Anteil der
Teilzeiterwerbstätigen an allen Erwerbstätigen, in den letzten Jahren
angestiegen. Waren im Jahr 2004 noch 19,7 Prozent der Erwerbstätigen
teilzeitbeschäftigt, so stieg dieser Anteil 2007 auf 22,6 Prozent und
erreichte im ersten Quartal 2008 23,3 Prozent. Teilzeitarbeit ist
dabei nach wie vor weiblich. Derzeit gehen 41,2 Prozent (759.800) der
erwerbstätigen Frauen und 8,1 Prozent der Männer (174.900) einer
Teilzeitbeschäftigung nach.
"Die Nachfrage nach Teilzeitarbeit ist nach wie vor im Steigen. Beim
Arbeitsmarktservice gab es im Vorjahr pro Monat rund 30.000
Arbeitsuchende (August 08: 31.100) mit dem Wunsch nach
Teilzeitarbeit, aber nur 4.300 (August 08: 5.100) freie
Teilzeitstellen", erklärte Kopf.
Flexibilität und individuelle Vereinbarung "Schlüssel" zum
Erfolg
Die Einstellung zur qualifizierten Teilzeitarbeit in vielen Betrieben
hat sich geändert. "Flexibilität ist eines der zentralen Merkmale,
wenn es um die Gestaltung von Teilzeitarbeitsplätzen geht.
Flexibilität und individuelle Vereinbarungen zwischen
Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen sind der Schlüssel zum
Erfolg für eine erfolgreiche Teilzeitarbeitskultur", betonte
Mitterlehner.
Teilzeitarbeitsplätze entstehen überwiegend im Unternehmen. Die
Initiative geht zumeist von den Mitarbeiter/innen aus. Dies bedeutet,
dass ehemals vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter/innen auf deren Wunsch
entweder temporär oder dauerhaft in ein Teilzeitarbeitsverhältnis
wechseln. Der externe Arbeitsmarkt (AMS) wird folglich in zu einem
geringen Maße in Anspruch genommen.
"Es gibt genügend Potenziale bei der qualifizierten Teilzeitarbeit,
die erschlossen werden müssen. Österreich ist auf Platz sechs in
Europa und soll auf Platz drei aufschließen", führte Mitterlehner
aus. Den höchsten Anteil an Teilzeitbeschäftigten weisen die
Niederlande mit rund 47 Prozent auf. Deutlich dahinter liegen
Deutschland (26 %), das Vereinigte Königreich (25,5 %), Schweden (25
%) und Dänemark (24,1 %).
Potenziale für qualifizierte Teilzeitarbeit in Österreich
"Es gibt einige Gründe dafür, dass sich Teilzeitarbeit und vor allem
qualifizierte Teilzeitarbeit so rasch verbreitet. Einerseits ist es
die Kommunikationstechnik, die für Betriebe wichtige Schnittstellen
lösen hilft, andererseits ist es nicht selten eine Bedarfsänderung
bei der Kapazitätsplanung. Dazu kommt, dass Betriebe bei einer
zunehmenden Zahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf den Wunsch
nach Reduktion der Arbeitszeit stoßen", erläuterte Tritremmel.
Ein Gebot der Stunde bleibt nach wie vor die Vereinbarkeit von Beruf
und Familie: Die Gründe für Teilzeitarbeit sind nach wie vor
vielfältig und reichen von der Kinderbetreuung, der Weiterbildung bis
hin zu gesellschaftlichem Engagement wie karitative Tätigkeit.
Qualifizierte Teilzeitarbeit ist kein prekäres Arbeitsverhältnis. Der
Anteil von Arbeitskräften, die lieber in Teilzeit arbeiten, ist um
ein Vielfaches größer, als das Angebot an Teilzeitplätzen.
Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren wechselseitig von qualitativ
hochwertiger und effizienter Teilzeitarbeit.
Immer mehr Betriebe zeigen bereits längst die Bereitschaft zu
flexiblen Arbeitszeitmodellen. Diese sichern sich damit die besten
Köpfe.
Die Studie "Potentiale für qualifizierte Teilzeit in Österreich"
wurde im Herbst 2007/08 vom Industriewissenschaftlichen Institut
durchgeführt. Befragt wurden die 18 Unternehmer mittels persönlichem
Interview und 96 Teilzeitkräfte mittels Online-Fragebogen mit
größtenteils standardisierten Fragen. Die Studie ist im
Forschungsnetztwerk des AMS im Internet unter
www.ams-forschungsnetzwerk.at abrufbar.
Rückfragehinweis:
Dr. Beate Sprenger AMS Österreich Tel.: (01) 33 178 - 522 Fax: (01) 33 178 - 151 mailto:[email protected] http://www.ams.at
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