• 12.09.2008, 09:18:42
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ÖH-Medizin Wien: SPÖ, FPÖ und Grüne stellen offenbar Quantität vor Qualität

Geplante Abschaffung der Zugangsbeschränkungen in den medizinischen Studienrichtungen senkt Qualität der Ausbildung!

Wien (OTS) - Die Hochschüler/-innenschaft an der Medizinischen
Universität Wien (MUW) zeigt sich äußerst skeptisch gegenüber den
Meldungen von FPÖ, SPÖ und Grünen, in der heutigen Sondersitzung des
Parlaments den Zugang zum Human- und Zahnmedizinstudium
unkontrolliert öffnen zu wollen.

"Wie soll die Qualität in derart praxisbezogenen Studien wie
Human- und Zahnmedizin aufrecht erhalten bleiben, wenn man den Zugang
für alle Bewerber/-innen öffnet?" fragt Julia Straub, Vorsitzende der
ÖH-Medizin Wien. "Meine Damen und Herren, wollen Sie wirklich die
medizinische Ausbildung zur reinen Buchwissenschaft degradieren? Dies
ist der ärztlichen Versorgung in Österreich mit Sicherheit nicht
förderlich!" ergänzt Straub in Richtung der drei Parlamentsparteien.

"Natürlich wäre es uns am liebsten, wenn der freie Hochschulzugang
auch auf unserer Universität möglich wäre. Aufgrund der Ausbildung in
Kleinstgruppen und der bereits früh im Studium beginnenden
praktischen Lehre direkt am Patienten halte ich dies aber für kaum
umsetzbar", erklärt Stefan Konrad, stv. Vorsitzender der ÖH-Medizin
Wien. "Wir kämpfen nach wie vor mit dem Abbau der Wartelisten, die
durch den freien Zugang an der MUW entstanden sind. Wenn nun durch
offensichtlich wenig informierte Politiker dieser Zustand wieder
hergestellt wird, wird es auf absehbare Zeit nicht möglich sein,
diese Wartezeiten zu verkürzen", so Konrad weiter.

Johannes Forster, stv. Vorsitzender der ÖH-Medizin Wien: "Es zeigt
sich wieder einmal, dass FPÖ, SPÖ und den Grünen politische
Schnellschüsse und Anlassgesetzgebung als "Wahlzuckerl" wichtiger
sind, als auch nur einmal mit den betroffenen Universitäten und den
Studierendenvertretungen über eine zielführende Lösung zu
verhandeln."

"Wir fordern die Parteien auf, den Wahlkampf nicht auf dem Rücken
der Studierenden auszutragen, die in Zukunft mit den Konsequenzen
dieser "schwerverdaulichen Wahlzuckerln" leben müssten", schließt
Forster.

Rückfragehinweis:
Johannes Forster
Stv. Vorsitzender der Universitätsvertretung an der MUW
Mobil: 0676/888 52 241
Mail to: [email protected]

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