- 10.09.2008, 11:17:20
- /
- OTS0112 OTW0112
Fekter: Kriminalitätsrückgang hält weiter an
Monatliche Kriminalstatistik für den Zeitraum Jänner bis August 2008
Wien (OTS) - Die jüngste Anzeigestatistik zeigt deutlich: Die
Kriminalität ist in den Monaten Jänner bis August 2008 im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum um 5,8 Prozent österreichweit zurückgegangen.
Wurden im Vergleichszeitraum des vorigen Jahr noch 397.459 Straftaten
zur Anzeige gebracht, so waren es heuer 374.551.
"Der eingeschlagene Weg ist richtig! Die Befürchtungen und
politischen Äußerungen der letzten Zeit haben sich nicht
bewahrheitet", betont Innenministerin Dr. Maria Fekter: "In allen
Bundesländern, in fast allen Landeshauptstädten und in den meisten
Grenzbezirken kann ein Kriminalitätsrückgang verzeichnet werden.
Diese Ergebnisse stellen aber kein Ruhekissen dar, sondern
bestätigen, dass das Sicherheitskonzept greift und dieser Weg
fortgesetzt werden muss."
Rückgang der Kriminalität in allen Bundesländern:
BURGENLAND - 13,7 %
KÄRNTEN - 6,4 %
NIEDERÖSTERREICH - 9,0 %
OBERÖSTERREICH - 6,4 %
SALZBURG - 10,2 %
STEIERMARK - 8,5 %
TIROL - 4,4 %
VORARLBERG - 7,9 %WIEN - 2,3 %
Besonders erfreulich ist, dass die Polizei durch verschiedene
Maßnahmen bei einigen Problemfeldern der Vergangenheit erfolgreiche
Arbeit geleistet hat und die Kriminalität dort jetzt rückgängig ist:
Raub in Wettbüros (Rückgang von 36,7 %), Raub bei Geld und
Werttransporten (- 75 %), Einbruchsdiebstahl in PKW und Kombi (- 12,9
%).
Die Deliktsbereiche Diebstahl, Einbruchsdiebstahl und Raub sind
österreichweit rückläufig.
(-7,4 Prozent, -5,0 Prozent und -9,3 Prozent). Gerade diese
Straftaten sind für das individuelle Sicherheitsgefühl der
Bevölkerung besonders ausschlaggebend.
Steigerungen ergaben sich bei strafbaren Handlungen gegen die
Sittlichkeit (5,7 %) und gegen Leib und Leben (1,5 %).
Entwicklung einzelner Deliktsbereiche:
Einbruchsdiebstahl in Wohnungen und Häuser
Die Einbruchsdiebstähle in Wohnungen sind österreichweit gegenüber
dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 10,4 % und in Häuser um 19,0
% gesunken.
In Niederösterreich wurde ein Rückgang der Einbruchsdiebstähle in
Wohnungen um 3,5% und die in Häuser um sogar 31,5% festgestellt. So
wurde im Bereich Tulln (Niederösterreich) eine große
Einbruchsdiebstahlserie (67 Taten) geklärt. Zwei moldawische
Staatsangehörige konnten nach einer spektakulären Flucht durch die
Donau festgenommen werden.
Experten führen diesen erfreulichen Rückgang in Niederösterreich auf
die verstärkten Maßnahmen der Exekutive im Bereich der
"Ausgleichsmaßnahmen Schengen" zurück.
Sachbeschädigungen an PKW und Kombi und öffentlichen Einrichtungen
Auch in diesem Deliktsbereich (PKW und Kombis) ist ein Rückgang von
14,7% bzw. im Deliktsbereich (öffentliche Einrichtungen) von 10,7% zu
verzeichnen.
Im Bereich Linz (Oberösterreich) konnte eine jugendliche Bande von 14
österreichischen und kroatischen Jugendlichen ausgeforscht werden,
denen 70 Taten von Einbruchsdiebstählen und Sachbeschädigungen an
Autos und Auslagenscheiben allein im letzten Jahr vorgeworfen werden.
Kinderkriminalität
Bei den Delikten von unter 14-jährigen ist jedoch gegenüber dem
Vergleichzeitraum des Vorjahres ein deutlicher Anstieg zu
verzeichnen.
Altersgruppen Jän-Aug 2007 Jän-Aug 2008 Veränderung in %
unter 10 Jahre 402 456 3,2 %
10 bis unter 14 J. 3.538 4.370 23,5 %
Bereits kurz nach Amtsantritt hat Innenministerin Fekter anlässlich
dieser sehr deutliche Entwicklung betont, dass der Bereich
Kinderkriminalität einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf und ein
spezieller Schwerpunkt gesetzt werden muss.
"Es braucht eine deutliche Stärkung des Unrechtsbewusstseins der
Jugendlichen", so die Innenministerin: "Nicht nur die Polizei,
sondern alle Verantwortungsträger sind gefordert ihren Teil
beizutragen". Fekter erneuert ihre Forderung wonach auf unter
14-jährige Konsequenzen aus kriminellem Verhalten ziehen müssten:
"Entschuldigungen beim Opfer, Wiedergutmachung von verursachten
Schäden oder gemeinnützige Arbeit sind für mich vertretbar und ein
wichtiger Schritt um die Grenze zwischen Recht und Unrecht deutlich
zu machen."
Diebstahl, Einbruchsdiebstahl und Raub
Die Deliktsbereiche Diebstahl, Einbruchsdiebstahl und Raub sind
österreichweit im Sinken
(-7,4 Prozent, -5,0 Prozent und -9,3 Prozent). "Diese Straftaten sind
aber dafür verantwortlich, ob sich die Bevölkerung in Österreich
sicher fühlt oder nicht. Bei Steigerungen dieser Delikte kann sich
das subjektive Sicherheitsgefühl schnell verändern", betont die
Innenministerin. Nicht zuletzt deshalb sei es äußerst wichtig die
Entwicklung in den einzelnen Regionen genau zu beobachten, um auf
Steigerungen in diesen Bereichen sofort und punktgenau reagieren zu
können:
Sicherer Grenzraum, wirksame Abschreckung von Kriminaltouristen
Das Sicherheitskonzept, das sehr lange, gezielt und umfassend
anlässlich der Erweiterung des Schengen-Raumes vorbereitet wurde und
seither umgesetzt wird, hat sich bewährt. Die Ausgleichsmaßnahmen im
grenznahen Raum, wie Schleierfahndung, Schwerpunktmaßnahmen an den
Hauptverkehrsrouten und Kopfbahnhöfen, aber auch die Kooperation mit
dem Bundesheer, die im Rahmen eines sicherheitspolizeilichen
Assistenzeinsatzes für das Innenministerium, sehr eng und mit der
Polizei zusammenarbeiten zeigen ihre Wirkung und sind auch weiterhin
notwendig. Sicherheit im Grenzraum bedeutet Sicherheit für die
Ballungszentren. Jene Kriminalität, die im Grenzraum abgehalten wird
kommt erst gar nicht in die Ballungszentren. Daher setzt das
Innenministerium auch weiterhin auf Ausgleichsmaßnahmen im Grenzraum
und die Weiterführung der bewährten Kooperation mit dem Bundesheer.
Die Innenministerin hat daher den Generaldirektor für die öffentliche
Sicherheit beauftragt die diesbezüglichen Gespräche mit den
Vertretern des Verteidigungsministeriums zu führen.
Die Innenministerin will darüber hinaus stärkere, tatsächlich
wirksame Instrumente zur Abschreckung von Kriminaltouristen
ermöglichen. Derzeit werden Kriminaltouristen auf freiem Fuß
angezeigt, wenn kein Haftgrund besteht, und ihnen lediglich die Beute
abgenommen. Die Abwicklung des Strafverfahrens ist in vielen Fällen
nicht möglich, da die Kriminaltouristen in ihr Heimatland
zurückfahren uns sich dem Verfahren entziehen. Künftig sollen
Sicherheitsleistungen in Bargeld bei Kriminaltouristen eingehoben
werden können, wie dies bereits im Verwaltungsstrafrecht möglich ist.
Damit wird garantiert, dass die Schäden und Verfahrenskosten
abgegolten werden und der Steuerzahler nicht auf diesen Kosten sitzen
bleibt. Kann die Sicherheitsleistung nicht erbracht werden, werden
Wertgegenstände, wie etwa die Fahrzeuge für Beutezüge, Tatwerkzeuge
etc, sichergestellt. Bis zum Ablauf einer kurzen Frist (72-Stunden),
in der die Sicherheitsleistung in bar erbracht werden kann, dienen
die beschlagnahmten Gegenstände als Sicherheit. Wird das
beschlagnahmte Gut nicht gegen Bargeld zurück erworben, wird es von
Amtswegen verwertet und der Verwertungserlös dient in Folge als
Sicherheitsleistung. Damit werden der Kriminalität, insbesondere
organisierter Bandenkriminalität, die Ressourcen entzogen und
Kriminaltouristen deutlich wirksamer abgeschreckt und die Verfahren
sichergestellt.
Weitere Informationen finden Sie zum Download auf der Homepage des
Innenministeriums www.bmi.gv.at
Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at .
Rückfragehinweis:
Iris Müller-Guttenbrunn Pressesprecherin der Bundesministerin Bundesministerium für Inneres Tel.: +43-(0)1-53 126-2026 mailto:[email protected] Bundesministerium für Inneres Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit - Infopoint Tel +43-(0)1-53 126-2488 mailto:[email protected] www.bmi.gv.at Bundeskriminalamt Pressestelle Tel.: +43-(0)1-24836-85004
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NIN






