- 31.08.2008, 09:03:00
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Evangelische Kirche: Minderheitenfreundliches Religionsunterrichtsgesetz
20 Jahre Novelle des Religionsunterrichtsgesetzes - Oberkirchenrat Schiefermair: Novellierung sicherte Fortbestand des evangelischen Religionsunterrichts an vielen Standorten
Wien (OTS) - Die Evangelische Kirche A.B. in Österreich erinnert
an die Novellierung des Religionsunterrichtsgesetztes (RUG) vor 20
Jahren: Am 1. September 1988 trat die Novelle in Kraft.
Insgesamt erweist sich das novellierte Religionsunterrichtsgesetz als
minderheitenfreundlich, betont der in der evangelischen
Kirchenleitung für Religionsunterricht zuständige Oberkirchenrat
Prof. Mag. Karl Schiefermair, da es auf die besonderen Bedingungen
kleinerer Kirchen und Religionsgesellschaften eingehe. So kann seit
1988 etwa schon mit vier oder drei SchülerInnen eine Religionsgruppe
gebildet werden. Vor der Novellierung war dies erst ab mindestens
fünf SchülerInnen möglich. Der Gesetzgeber habe damit "deutlich und
umsichtig" auf abnehmende SchülerInnenzahlen in einigen Gebieten
reagiert und "in kluger Voraussicht" die Organisation des
Religionsunterrichts aufrechterhalten.
Die vor der Novellierung nicht vorgesehene Benotung des
"Freigegenstandes Religion" an den Berufsschulen habe den
Religionsunterricht aufgewertet. Der Wille zu verstärkter
Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirchen werde durch die Einbindung
der Kirchen in Fragen des Dienstrechts dokumentiert, so der
Oberkirchenrat.
Im Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre lasse sich "dankbar
feststellen, dass die Novellierung den Fortbestand des evangelischen
Religionsunterrichtes an vielen Standorten ermöglicht hat. Viele
SchülerInnen haben dadurch eine grundlegende religiöse Bildung und
Orientierung in Lebens- und Glaubensfragen erhalten. Die
gesellschaftliche Auswirkung davon ist hoch einzuschätzen."
In Zukunft werde es laut Schiefermair notwendig sein, das
minderheitengerechte Gesetz auch in der Praxis minderheitenfreundlich
anzuwenden. "So kann der religiösen Vielfalt an österreichischen
Schulen entsprochen und die Bearbeitung der religiösen Dimension in
Bildungsprozessen garantiert werden", bekräftigt der Oberkirchenrat.
Insgesamt erreicht der evangelische Religionsunterricht in Österreich
knapp 42.000 SchülerInnen aus mehr als 3.500 Schulen. Diese werden
von 700 LehrerInnen unterrichtet.
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: 0664 22 295 11
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
http://www.evang.at
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