• 20.08.2008, 10:16:55
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Faymann: Spitze und Breite müssen in der Forschung forciert werden

Angekündigte erste Zwischenergebnisse der Systemevaluierung liegen vor; F&E-Mittel mit maximaler Effizienz einsetzen;

Wien (OTS) - Der Bundesanteil an der Forschungsquote liegt um 8,9%
höher als im Vorjahr, während er in den letzten 10 Jahren jährlich um
durchschnittlich jährlich 7,7% gesteigert wurde. Damit werden im Jahr
2008 rund 2,22 Mrd. Euro vom Bund investiert, insgesamt wird eine
F&E-Quote von 2,63% erreicht werden.

Strategisches Fundament
"Die Forschungsförderung ist eines der wichtigsten
wirtschaftspolitischen Instrumente. Österreich befindet sich immer
noch in einem Aufholprozess. Für mich ist es wesentlich, die
richtigen strategischen Weichenstellungen für die nächsten Jahre zu
legen" so Minister Werner Faymann. Bei den Alpbacher
Technologiegesprächen im August 2007 hatte der Minister eine
umfassende Systemevaluierung der Forschungslandschaft in Österreich
angekündigt.

Um dieses strategisches Fundament richtig legen zu können, wurde zu
Jahresbeginn 2008 die umfassendste Evaluierung des österreichischen
Innovationssystems seit dessen Bestehen in Auftrag gegeben, wie auch
das WIFO im jetzt vorliegenden Zwischenbericht feststellt.

"Grundsätzlich stellen wir fest, dass wir die indirekte Förderung für
eine Breitenwirkung und die direkte Förderung für Spitzenleistungen
einsetzen werden" subsummiert Faymann.

Unter der Federführung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation
und Technologie und unter Einbindung des Wirtschafts-, Wissenschafts-
und Finanzministeriums sowie des Forschungsrates wird im Rahmen der
Systemevaluierung die österreichische Forschungslandschaft derzeit
durchleuchtet. Der Endbericht wird im März 2009 vorliegen. Der
Auftrag wurde an ein Konsortium unter der Führung des WIFO, unter der
Beteiligung von KMU Forschung Austria, Prognos und Convelop vergeben.
"Methodisch wurde ein mehrdimensionaler Ansatz gewählt: 5000
Unternehmen, sowie 1400 Forschungsinstitute wurden befragt,
Literaturstudien, Programmanalysen und Fachgespräche wurden
durchgeführt. Daten, die bisher in kaum vergleichbarer Form erhoben
wurden, werden vergleichbar gemacht und überprüft." so der Leiter des
WIFO, Prof. Dr. Karl Aiginger

"Mir war es wichtig, für die Alpbacher Technologiegespräche 2008
einen Zwischenbericht vorlegen zu können, um dieses gute Umfeld für
eine strategische Diskussion zu nützen" so Faymann.

Die Evaluierung konzentriert sich im ersten Schritt auf die zwei
großen österreichischen Forschungsförderungsinstrumente. Zum einen
die "direkte Förderung", also projektorientierte Forschungsprogramme
bei Agenturen wie der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) oder
Austria Wirtschaftservice (AWS), die auf Förderanträgen aufbauen. Zum
anderen die "indirekte Förderung" über den Forschungsfreibetrag und
die Forschungsprämie im Rahmen der Steuererklärung der Unternehmen.

Indirekte Förderung
"Rund 3000, darunter auch mittlere und kleine Unternehmen
nutzen die indirekte, also steuerliche Form der Forschungsförderung.
Das ist ein wesentliches Element für die Sicherung des Standortes und
damit der hier angesiedelten Arbeitsplätze" freut sich Faymann.
Dieser Nutzerkreis wurde von Experten im Vorfeld wesentlich kleiner
geschätzt.

"Es wurde vermutet, dass sehr wenige Unternehmen sehr hohe
Förderungen bekommen, in Wirklichkeit profitieren viele Unternehmen
davon" so Faymann weiter. Die Kosten der indirekten Förderung wurden
vom Rechnungshof und dem Finanzministerium ursprünglich auf 400 - 500
Mio. eingeschätzt, die realen Kosten liegen laut WIFO bei 200 - 250
Mio. Euro.

"Das spricht klar für die Beibehaltung dieses Instruments, eine
übergebührliche Nutzung durch eine kleine Anzahl großer Unternehmen
ist nicht eingetreten. Die breite Akzeptanz dieser Förderschiene beim
Mittelstand überzeugt mich" so Faymann.

Direkte Förderung
In der direkten Förderung werden im Rahmen von Programmen durch die
Unternehmen Projekte beantragt. Die Evaluatoren kritisieren die
Programmvielfalt , diese führe dazu, dass Unternehmen nicht neue
strategische Projekte aufsetzen, sondern vielmehr bestehende Projekte
an eine der existierenden Programmlinien zu adaptieren versuchen.
Deshalb sollen Klein- und Mittelunternehmen klar in der Vordergrund
der Programme rücken, riskantere Projekte bevorzugt und für diese
höhere Förderquoten ermöglicht werden. "Für mich wäre es optimal,
wenn es gelingt durch zielgenauere Programme Spitzenleistungen zu
ermöglichen, die zusätzlich im Rahmen unserer Cluster und
Forschungszentren Multiplikatoreffekte auf der Mitarbeiter- und
Ergebnisebene erreichen" so Faymann abschließend.

Im Anhang finden Sie die Pressenotiz des WIFO über Zwischenergebnisse
der Systemevaluierung des österreichischen Innovationssystems.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at .

Rückfragehinweis:

Marcin Kotlowski
   Pressesprecher
   BM für Verkehr, Innovation und Technologie
   Tel.: (++43-1) 711 6265/8114
   mail:[email protected]
   
   
   Prof. Dr. Karl Aiginger
   Leiter
   Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
   Tel. +43 1 798 26 01-210 - Fax. +43 1 798 93 86
   mailto:[email protected]

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