- 12.08.2008, 10:34:18
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Evangelische Kirche trauert um Altbundeskanzler Fred Sinowatz
Bischof Bünker: "Große Fortschritte in der Bildungspolitik" - Pfarrer Rampler: Dankbar für die Verbundenheit mit der evangelischen Gemeinde
Wien (OTS) - Tief betroffen reagierte der Bischof der
Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Dr. Michael Bünker, auf das
Ableben von Altbundeskanzler Dr. Fred Sinowatz. Als Mensch und
Politiker habe Sinowatz immer auch die Evangelische Kirche "mit im
Blick gehabt", erklärte der Bischof und Vorsitzende des Evangelischen
Oberkirchenrates A.u.H.B. Als Historiker sei Sinowatz mit der
Geschichte der Evangelischen in Österreich vertraut gewesen, auch in
seiner Dissertation habe er sich mit diesem Thema befasst. In der
Bildungspolitik verdanke Österreich ihm als Unterrichtsminister große
Fortschritte, besonders durch die Umsetzung des schrankenlosen
Zugangs zum Schul- und Bildungssystem. Seine Zeit als Bundeskanzler
war, so Bünker, von vielfältigen Krisen überschattet, unter denen
sich die Auseinandersetzung um den Bundespräsidentschaftswahlkampf
von Kurt Waldheim für ihn negativ auswirkten. "Durch seine Denkpause
im Hainburg-Konflikt hat Fred Sinowatz den bemerkenswerten Schritt
gesetzt, in der Politik auf die Anliegen der Zivilgesellschaft und
des Naturschutzes zu hören und nicht ausschließlich wirtschaftliche
Interessen umzusetzen", betont der Bischof.
Sinowatz war am Montag, 11. August, verstorben. Er wohnte bis
zuletzt zurückgezogen in seinem Geburtsort Neufeld, wo er sich
historischen Studien widmete. Tief betroffen zeigte sich auch der
evangelische Pfarrer von Eisenstadt/Neufeld, Senior Dr. Herbert
Rampler. Er sei "dankbar für die vielen Begegnungen, in denen sich
die Verbundenheit von Fred Sinowatz mit der evangelischen Gemeinde"
gezeigt habe. Sinowatz habe sich "zeitlebens mit wesentlichen
Zusammenhängen von Politik und Geschichte" beschäftigt, als Politiker
sei er stark unterschätzt worden, so der Pfarrer. Den
Altbundeskanzler würdigte Rampler als einen "großen Mann der
österreichischen und burgenländischen Sozialdemokratie, als
Politiker, als Historiker und vor allem als Mensch".
Rückfragehinweis:
epdÖ
Tel.: (01) 712 54 61 DW 12
Dr. Thomas Dasek
mailto:[email protected]
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