- 04.08.2008, 10:14:25
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ÖAMTC: Fahrerfluchtunfälle häufen sich
Vergangenes Jahr verloren acht Menschen bei Fahrerfluchtunfällen ihr Leben
Wien (OTS) - Ein nach wie vor unbekannter Pkw-Lenker hat am
Sonntag in Kärnten einen Mofafahrer bei einem Unfall verletzt. Leider
war dies kein Einzelfall. Vergangenes Jahr passierten 2.062 Unfälle,
bei denen Fahrerflucht begangen wurde. Das sind um 93 Unfälle (plus
fünf Prozent) mehr als noch 2006. Acht Menschen verloren 2007 bei
Fahrerfluchtunfällen ihr Leben, 2.360 Menschen wurden verletzt, 278
davon schwer. "Auffällig ist, dass es in Wien die meisten
Fahrerflüchtigen gibt. Die empfundene Anonymität in einer Großstadt,
die Neigung vieler Menschen zum Wegschauen und die oft fehlende
Zivilcourage von Passanten und Zeugen senken scheinbar bei manchen
Menschen die Hemmschwelle, ein Unfallopfer in Stich zu lassen",
erklärt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Dora Donosa.
In Wien gab es im Vorjahr einen Anstieg von sieben Prozent bei
Fahrerfluchtunfällen im Vergleich zu 2006 (2007: 395 Unfälle mit
Fahrerflucht/ 2006: 369) - gefolgt von Steiermark (2007: 355/ 2006:
336), Oberösterreich (2007: 351/ 2006: 348), Niederösterreich (2007:
304/ 2006: 284), Kärnten (2007: 205/ 2006: 156), Salzburg (2007: 193/
2006: 158), Tirol (2007: 173/ 2006: 205), Vorarlberg (2007: 68/ 2006:
92) und dem Burgenland (2007: 18/ 2006: 21).
Mögliche Gründe warum Unfalllenker das Opfer im Stich lassen
Ein Unfall ist für die meisten Betroffenen eine extreme
Stresssituation. Manche geraten dabei in Panik und die Reaktion kann
schließlich Flucht sein. Außerdem gibt es Fahrer, die die
Konsequenzen fürchten, und sich schlichtweg vor der Verantwortung
drücken. "Bei manchen Lenkern führt die Angst vor Bestrafung und
Führerscheinentzug einfach zu einer Kurzschlussreaktion - mit
schweren Folgen für das Opfer. Denn das kann im schlimmsten Fall das
Todesurteil bedeuten", sagt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin.
In vielen Fällen ist auch Alkohol mit im Spiel. "Etwa zehn Prozent
der ausgeforschten fahrerflüchtigen Lenker stehen unter
Alkoholeinfluss. Wer stark alkoholisiert ist, realisiert das
Geschehen oft kaum", erläutert die Clubexpertin. Allerdings werden
sich einige Fahrerflüchtige erst bei einem Unfall der Tragweite ihres
Fehlverhaltens bewusst und fürchten gerade wegen der Alkoholisierung
die schwerwiegenderen Konsequenzen.
Bei Fahrerflucht droht eine Gefängnisstrafe von bis zu drei
Jahren
Als "fahrerflüchtig" gilt, wer als Fahrzeuglenker einen Unfall
verursacht hat und die verletzte Person im Stich lässt. Je nach
Unfallfolge droht einem fahrerflüchtigen Fahrzeuglenker neben einer
Verwaltungsstrafe eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren.
Außerdem kann in diesem Fall die Haftpflichtversicherung das an den
Geschädigten ausbezahlte Geld vom fahrerflüchtigen Lenker
zurückfordern.
Rückfragehinweis:
ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Lydia Öttl/Ralph Schüller
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
mailto:[email protected]
http://www.oeamtc.at
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