- 29.07.2008, 14:29:22
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Der Novemberpogrome soll heuer in besonderer Weise gedacht werden
Katholische Aktion unterstützt Plan, am 9. November in ganz Österreich ökumenische Mahnwachen an Orten abzuhalten, an denen vor 1938 eine Synagoge bestand oder heute noch ein jüdischer Friedhof erhalten ist
Wien, 29.7.08 (KAP) Der Novemberpogrome, bei denen vor 70 Jahren die
Nationalsozialisten im ganzen damaligen deutschen Machtbereich
jüdische Menschen ermordeten und Synagogen niederbrannten, soll heuer
in besonderer Weise gedacht werden: Die Katholische Aktion Österreich
(KAÖ) beschloss in ihrer jüngsten Präsidiumssitzung, den Vorschlag
des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit
zu unterstützen, am 9. November 2008 in ganz Österreich ökumenische
Mahnwachen an Orten abzuhalten, an denen vor dem November 1938 eine
Synagoge bestand oder heute noch ein jüdischer Friedhof erhalten ist.
Dabei soll auch der Tatsache gedacht werden, dass sich die Kirchen
und die Christen damals "auch von Gott getrennt" hätten, "indem sie
die Untaten zugelassen, ja mitunter unterstützt haben", heißt es in
einer Aussendung der KAÖ. Jede Form von Antisemitismus sei Sünde, wie
die Kirchen seit der Shoah deutlich erkannt hätten.
In Wien sollen sich die Pfarrgemeinden, in deren Bereich vor dem
November 1938 die Bezirkssynagogen standen, mit Mahnwachen am
Gedenken beteiligen. Da der 9. November heuer auf einen Sonntag
fällt, soll das Thema auch in möglichst vielen Messfeiern
angesprochen werden. Der Koordinierungsausschuss stellt dafür Texte
und Hintergrundinformationen auf seiner Website bereit, ebenso wie
eine Liste jüdischer Friedhöfe und einstiger Synagogen.
Die Katholische Aktion will ihre Mitglieder über das Gedenken
informieren und zur Beteiligung motivieren. Das KAÖ-Präsidium
beschloss weiters, im Frühjahr 2009 eine Studientagung zum Thema
"Widerstand aus religiöser Motivation" durchzuführen. "Widerstand aus
religiöser Motivation" sei auch das Thema, das das "Mauthausen
Komitee Österreich" (in dem auch kirchliche Vertreter dabei sind) in
den Mittelpunkt der nächstjährigen Befreiungsfeiern stellen wird.
Ein weiterer Schwerpunkt soll die Bewerbung einer Wanderausstellung
über 51 Märtyrer aus den Reihen der Katholischen Aktion sein, die
demnächst in der Linzer Pfarre Marcel Callo zu sehen sein wird, die
nach einem selig gesprochenen jugendlichen französischen
KAJ-Aktivisten benannt ist, der in Mauthausen ums Leben kam.
Die Katholische Aktion der Diözese Eisenstadt hat in der vergangenen
Woche in einem Schreiben an alle Pfarrgemeinden und Bürgermeister im
Burgenland dazu aufgerufen, am 9. November in besonderer Weise des
70. Jahrestages der nationalsozialistischen Novemberpogrome gegen die
jüdischen Bürger zu gedenken. Die KA rief zu Mahnwachen auf und will
- wie es hieß - besonders auch Jugendliche in die Organisation der
Gedenkfeiern einbeziehen. Im Burgenland - bis 1921/22 ungarisches
Territorium - war die Präsenz der jüdischen Gemeinden stärker als in
vielen anderen Teilen Österreichs. (ende)
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