- 09.07.2008, 08:46:31
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Erhöhter Druck auf ORF
SOS-musikland.at erreicht mehr als 5000 Unterstützer-Unterschriften und spricht sich für eine rasche Fortsetzung der Verhandlungen mit dem ORF aus.
Wien (OTS) - Die Medien-Wahrnehmung für heimische Musikschaffende,
insbesondere im elektronischen Leitmedium ORF, ist seit vielen Jahren
ein heiss umstrittenes Thema. Dabei sprechen die Fakten eine klare
Sprache und geben den aktuellen Quoten-Forderungen vieler Autoren,
Interpreten und Manager recht: bei der Berücksichtigung lokalen
Musikschaffens liegen die Radioprogramme des ORF europaweit an
letzter Stelle. Obwohl das ORF-Gesetz ausdrücklich eine angemessene
Berücksichtigung und Förderung der österreichischen künstlerischen
und kreativen Produktion vorsieht. Egal ob Klassik, Jazz, Rock,
Elektronik oder Pop: Musiker kämpfen im "Musikland" Österreich mit
einem eklatanten wirtschaftlichen, kulturellen und medienpolitischen
Startnachteil.
Nun verstärkt die Initiative SOS-musikland.at, ein Zusammenschluss
aller relevanten Interessenvertreter der österreichischen
Musikschaffenden, den Druck auf die ORF-Verantwortlichen. Seit dem
Start der Plattform Mitte Juni wurden Unterstützer-Unterschriften
gesammelt; dieser Tage wurde die 5000er-Marke überschritten. "Man
kann diese eindeutige Willensäusserung vieler Künstler, Hörer und
Gebührenzahler nicht mehr, wie früher, als Unkenrufe eines Häufleins
übriggebliebener Heimattümler und Alt-Austropopper denunzieren", so
Georg Tomandl vom Fachverband der Audiovisions- und Filmindustrie der
Wirtschaftskammer Österreich. "Hier geht es um eine klare,
selbstbewusste und selbstverständliche Forderung nach
Rahmenbedingungen, die die österreichische Kreativwirtschaft vital
stärken."
Unter den prominenten Stimmen, die sich mit den Zielen der
Initiative solidarisch erklärten, finden sich Politiker wie BM
Claudia Schmied, Christine Muttonen und Andreas Mailath-Pokorny
(SPÖ), Franz Morak (ÖVP), Wolfgang Zinggl und Madeleine Petrovic (Die
Grünen) und Kulturschaffende von Christina Stürmer über Peter Wolf,
Kruder & Dorfmeister und Peter Siakala (Wiener Symphoniker) bis zu
Franz Novotny und André Heller. Nachzulesen ist die Fülle oft sehr
persönlicher und nachdrücklicher Statements auf www.sos-musikland.at.
Zudem unterstützte der niederösterreichische Landtag die Forderungen
am 03.07. mit einer einstimmigen, von allen Parteien getragenen
Resolution.
Eine erste Gesprächsrunde mit ORF-Hörfunkdirektor Dr. Willy
Mitsche und den Senderchefs von Ö1, Ö3 und FM4 Ende Juni belegte, daß
sich der ORF der Verantwortung eines öffentlich-rechtlichen
Unternehmens nicht grundsätzlich entziehen kann und will. Konsens
herrscht darüber, daß eine gemeinsame Datenbasis, die valide
Rückschlüsse auf das Engagement des Unternehmens für die lokale,
regionale und nationale Musikszene zulässt, definiert und rasch
geschaffen werden soll. Sowohl der ORF wie auch die Initative
SOS-musikland.at haben mit einer Evaluierung der Daten via Monitoring
aller Radioprogramme und Quervergleich mit den AKM-Quoten für
heimische Urheberrechte begonnen.
"Einzelne ORF-Manager sollten sich dringend von
Pauschalbeleidigungen aus der Mottenkiste der ORF-Argumentation
verabschieden", kommentiert Peter Paul Skrepek (Musikergilde) eine
Aussage von Pius Strobl (ORF-Kommunikationschef) in "Format". Dort
wird Strobl mit dem Satz zitiert: "Wir werden uns nicht selbst
verpflichten, Marktanteile zu verspielen, indem wir österreichische
Lieder senden, die das Publikum nicht hören will." - "Es gibt
hervorragende Musik aus Österreich in allen Sparten. Und jede
unabhängige Umfrage zeigt uns eine generell hohe Akzeptanz und
Erwartungshaltung seitens des Publikums", so Skrepek. "Mit solchen
Aussagen stellt das Unternehmen seine Publikumsnähe und seine
Gebührenlegitimation selbst in Frage". Der ORF scheint einmal mehr
auf Zeit zu spielen und hat eine Verschiebung des für Ende Juli
vereinbarten nächsten Verhandlungstermins auf September veranlasst.
"Die Quotendiskussion findet nicht im luftleeren Raum statt", so
der Sprecher von SOS-musikland.at, Hannes Eder (Universal Music
Austria, IFPI). "Die Politik hat das Thema gerade erst aufgegriffen.
Und natürlich muss der ORF im gesamteuropäischen Kontext verstärkt
Argumente für seinen öffentlich-rechtlichen Mehrwert liefern. Wir
werden jedenfalls nicht locker lassen. Die Dringlichkeit und
Richtigkeit unseres Vorstosses ist evident. Die breite Unterstützung
von Musikschaffenden und Konsumenten freut und stärkt uns."
Rückfragehinweis:
www.sos-musikland.at FAF Audiovisions- und Filmindustrie WKÖ Georg Tomandl / 0676 3472750 / [email protected] Dr. Werner Müller / 0664 5447258 / [email protected] IFPI Hannes Eder / Thomas Böhm / 01 5356035 / [email protected] KMSfB - Die Kulturgewerkschaft Musiker-Komponisten-AutorenGilde Peter Paul Skrepek / 0664 614 5405 / [email protected] ÖMR ao. Univ.-Prof. Dr. Harald Huber / 0664 4213373 / [email protected] VTMÖ Stephan Dorfmeister / 0664 208 0283 / [email protected] Alexander Hirschenhauser / 0664 256 0600 / [email protected]
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