• 01.07.2008, 11:44:30
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Steigende Selbstbehalte durch Aut-idem

Wien (OTS) - Die diskutierte Aut-idem Regelung führt zu steigenden
Selbstbehalten. Vor allem Senioren sind von Zuzahlungen verstärkt
betroffen, wenn sie ihr gewohntes Medikament weiterhin erhalten
sollen. In Deutschland werden nur noch 27,5 Prozent der Medikamente
ohne Eigenanteil abgegeben. "Wir befürchten, dass das
Zuzahlungsmodell Schule macht und auch mit Aufzahlungen zu anderen
ärztlichen Leistungen in Zukunft zu rechnen ist", warnt Otmar
Peischl, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes vor einer
Verschlechterung des Gesundheitssystems. Privatversicherungen
reagieren bereits auf die Gesundheitsreform und locken mit
Versicherungsmodellen, die Zuzahlungsbelastungen abdecken sollen.

Zwar wird von den Befürwortern gerne verkündet, dass jeder, der
auf sein bisher vom Arzt verordnetes Präparat besteht, es auch
weiterhin bekommen soll. Gleichzeitig wird aber verschwiegen, dass
die Patienten für diese "Wahlfreiheit" tief in ihr Geldbörsel greifen
müssen. Die Aufzahlung muss der Versicherte nämlich selbst leisten.
Und das kann ganz schön ins Geld gehen. Im gerne zitierten
Aut-idem-Land Deutschland werden nur noch 27,5 Prozent der
Medikamente ohne Zuzahlung abgegeben.

Private Zusatzversicherungen gegen steigende Selbstbehalte

Die Lösung der Privatwirtschaft: Versicherungsanbieter erweitern
bereits ihr Angebot von Krankenzusatzversicherungen, damit ihren
Kunden die Mehrkosten ersetzt werden. "Mit der Umsetzung der
diskutierten Gesundheitsreform sind wir auf dem besten Weg zur
Auflösung unseres bewährten Gesundheitssystems", stellt Peischl fest
und fragt: "Müssen sich Patienten nun künftig gegen steigende
Selbstbehalte versichern?"

Die große Mehrheit der Patienten vom Gesetzesentwurf betroffen

Von manchen Reformverantwortlichen wurde versprochen, dass
chronisch Kranke ausgenommen seien. Im Gesetzesentwurf steht das
jedenfalls nicht drinnen. Bislang fehlt jegliche Definition von
"chronisch" krank. Darunter müssten fallen: Bluthochdruck, hohes
Cholesterin, Diabetes, Gastritis, usw. Das ist eine ziemlich große
Patientengruppe, die aufgrund der demografischen Entwicklung ständig
größer wird.

Laut Berechnungen des Hauptverbandes der österreichischen
Sozialversicherungsträger würden bei einer Ausnahmeregelung für
chronische Kranke von den kolportierten 35 Millionen Euro nur 5
Millionen an Einsparungen erreicht werden. Wenn man die
Systemumstellungskosten gegenrechnet, wird vom Einsparungsziel bei
den Medikamenten wohl nicht mehr viel übrig bleiben.

Bevölkerung gegen Aut-idem

Über 87 Prozent der Deutschen (GfK, 2007) und 82 Prozent der
Österreicher (Integral, 2008) sprechen sich gegen Aut-idem aus. Aber
auch in vielen Stellungnahmen zum Gesetzesentwurf wird der Nutzen
angezweifelt und Aut-idem abgelehnt.

Rückfragehinweis:
Firma: Österreichischer Generikaverband
Ansprechperson: Mag.(FH) Waltraud Janisch-Lang, MAS
Tel.: 0650 544 92 92
mailto:[email protected]
http://www.generikaverband.at

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