• 24.06.2008, 10:13:00
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AK: Rewe-Adeg-Fusion treibt Lebensmittel-Preise weiter nach oben

Arbeiterkammer befürchtet Signalwirkung für weitere Konzentration

Wien (OTS) - Zwiespältig sieht die Arbeiterkammer die heute in
Brüssel verkündete Genehmi-gung einer 75-Prozent-Beteiligung des Rewe
Konzerns an der Adeg-Handelsaktiengesellschaft. "Einerseits begrüßen
wir es, wenn diese Entscheidung mehr Arbeitsplatzsicherheit für einen
Großteil der 5.000 Beschäftigten der gesamten Adeg bedeuten würde.
Allerdings wird damit ein weiterer Schritt hin zu weniger Wettbewerb
und damit zu höheren Lebensmittelpreisen getan. Und das in einer
Zeit, in der die Konsumentinnen und Konsumenten in Österreich ohnehin
täglich unter der enormen Teuerung zu leiden haben. Wir sind
enttäuscht, dass die EU-Wettbewerbskommissarin diese Fusion nicht
vertieft geprüft hat", kritisiert Maria Kubitschek, Leiterin des AK
Wirtschaftsbereichs.

Der österreichische Lebensmittelhandel ist seit Jahren in der Hand
weniger großer Handelsketten: Die drei führenden Rewe, Spar und Hofer
beherrschen fast 77 Prozent des Marktes. Das ist innerhalb der EU
einer der höchsten Konzentrationsgrade. "Diese Marktbeherrschung der
großen Handelsketten könnte eine der Ursachen für die enorm hohen
Preissteigerungen sein, die in Österreich deutlich höher ausgefallen
sind als in den EU-Nachbarländern", so Kubitschek. Bemerkbar macht
sich dies bei Preisverglei-chen der AK zwischen Diskontern in
Österreich und Deutschland: Für ein und dasselbe Produkt beim selben
Handelskonzern zahlen österreichische KonsumentInnen im Schnitt 20
Prozent mehr, in Einzelfällen sogar 160 Prozent mehr als ihre
deutschen Nachbarn. "Vor diesem Hintergrund stellt die Aussage der
EU-Wettbewerbswächter, die Marktkon-zentration hätte nichts mit hohen
Preisen zu tun, die Dinge auf den Kopf", so Kubitschek.

Mit der 75-Prozent-Beteiligung bei Adeg erhöht Rewe seinen
Marktanteil von 30 auf mehr als 35 Prozent. Die EU jedoch sieht eine
"kritische Marktkonzentration" erst ab 50 Prozent Marktanteil. "In
einem kleinen Land wie Österreich ist das mehr als problema-tisch",
so Kubitschek. "Denn der Rewe-Adeg-Zusammenschluss ohne vertiefte
Prüfung hat Signalwirkung für weitere Konzentrationen im
Lebensmittelhandel und damit für immer weniger Wettbeweb und für
weitere hausgemachte Preissteigerungen", warnt Kubit-schek.

Rückfragehinweis:
Ute Bösinger
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:[email protected]
wien.arbeiterkammer.at

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