Wien (OTS) - Die Gesundheitssprecherin der Grünen Wien, Sigrid
Pilz, reagiert mit Unverständnis auf die Vogel-Strauß-Politik der
Wiener SPÖ in Sachen Untersuchungskommission Psychiatrie. "Künftig
wird es nicht mehr genügen, wenn Stadträtin Wehsely den Eindruck zu
erwecken versucht, sie hätte nichts vom drückenden Mangel und dem
Reformstau in der Wiener Psychiatrie gewusst. Das hat die Kommission
bisher erbracht", so Pilz. "Sachverständige und Zeugen haben
eindrucksvoll belegt, dass die stationäre Versorgung inbesondere im
Otto-Wagner-Spital nicht dem "state of the art" entspricht".
Personalmangel im medizinischen und therapeutischen Bereich bringt
die MitarbeiterInnen chronisch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit.
Der beschämende Zustand der Baulichkeiten im Otto-Wagner-Spital
belastet die PatientInnen. Der Mangel an medizinischer Infrastruktur
bedeutet, dass unbedingt notwendige Überwachungsmaßnahmen für
schwerstsedierte PatientInnen nicht gewährleistet ist. Auch die
jahrelange Untätigkeit der politisch Verantwortlichen, inbesondere
von der ehemaligen Gesundheitsstadträtin Brauner, hinsichtlich der
Versorgung psychisch kranker Kinder, wurde durch die beiden Experten
Friedrich und Berger beklagt", fasst Pilz die Missstände zusammen.
Die bekannt gewordenen schweren Verletzungen und Vernachlässigungen
will die SPÖ offenbar systematisch nicht aufklären. Dass die SPÖ
weder gesundete PatientInnen noch deren Anwälte noch
Angehörigenorganisationen als Zeugen zulässt, zeigt, dass man
Betroffene in der Psychiatrie nicht ernst nehmen will. "Damit stellt
die SPÖ einmal mehr das eigene politische Kalkül über
PatientInneninteressen", so Pilz.
"Die Experten haben deutlich gemacht, dass das in Wien immer noch
gebräuchliche Netzbett ein Relikt ist, das ins Psychiatriemuseum
gehört. Deshalb werden die Grünen Wien in der kommenden
Gemeinderatssitzung einen Antrag auf Abschaffung von dieser
entwürdigenden Zwangsmaßnahmen stellen. Jetzt kann Wehsely beweisen,
dass sie aus der Aufarbeitung der Missstände Konsequenzen zieht und
auch die Wiener Psychiatrie auf modernen Stand bringen will", so Pilz
abschließend.
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OTS0161 2008-06-20/12:11
201211 Jun 08
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