• 19.06.2008, 10:23:32
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Greenpeace-Appell vor EU-Gipfel zur Lebensmittelkrise

Kanzler Gusenbauer muss entschieden gegen Gentechnik als Lösung auftreten

Brüssel/Wien (OTS) - Die Umweltorganisation Greenpeace fordert
anlässlich der heute im Rahmen des EU-Gipfels stattfindenden Debatte
zur Lebensmittelkrise ein entschiedenes Auftreten von Bundeskanzler
Alfred Gusenbauer gegen die als Lösung propagierte Agro-Gentechnik.
"Bundeskanzler Gusenbauer muss sich heute entschieden gegen
Gentechnik in der Landwirtschaft als Lösung der aktuellen
Lebensmittelkrise stellen. Zudem erwarten wir uns, dass der Kanzler
auf seine europäischen Amtskollegen einwirkt, um gemeinsam die
Weichen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft zu
stellen", so Greenpeace-Gentechnikexperte Steffen Nichtenberger.

Bereits im April dieses Jahres veröffentlichte der UN-Weltagrarrat
IAASTD einen Bericht zur Lage der globalen Landwirtschaft, in dem
Problemfelder wie Lösungsansätze aufgezeigt wurden. Der Bericht wurde
von 400 Wissenschaftlern aus aller Welt verfasst und ist in Umfang
und Bedeutung vergleichbar mit dem Bericht des Intergovernmental
Panel on Climate Change (IPCC), der mit einem Nobelpreis
ausgezeichnet wurde.

In der Studie wird eine grundlegende Veränderung der
landwirtschaftlichen Methoden gefordert, um dem rapiden Anstieg der
Lebensmittelpreise, dem Hunger und einer ökologischen Katastrophe
entgegen zu wirken. Gentechnisch veränderte Pflanzen haben laut
UN-Agrarrat bislang keinen positiven Beitrag zur Entschärfung der
Situation leisten können. Stattdessen sprechen sich die Autoren für
eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft aus, die auf Dauer
größere Ernten verspricht, dem Klimawandel standhalten kann, die
natürlichen Ressourcen nicht zerstört und durch stabilere Preise eine
Existenzgrundlage für die Bauern weltweit ermöglicht.

"Agro-Gentechnik forciert den Chemieeinsatz auf den Feldern, bringt
keine höheren Erträge und leistet einer industriellen und
monokulturellen Landwirtschaft Vorschub. Wenn Agro-Multis wie
Monsanto und Co nun die aktuelle Krise ausnutzen und bei den
EU-Staatschefs für ihr Gentech-Saatgut als Lösung für Hunger und
steigende Lebensmittelpreise lobbyieren, ist das hochgradig zynisch",
so Nichtenberger, "Die politisch Verantwortlichen, darunter auch
Bundeskanzler Gusenbauer, täten gut daran, sich an die Empfehlungen
des Weltagrarrats IAASTD zu halten und nicht an jene von
profitorientierten Biotech-Konzernen."

Der UN-Weltagrarbericht zum Download:
http://www.agassessment.org/docs/SR_Exec_Sum_210408_Final.pdf

Rückfragehinweis:

Greenpeace CEE
   Steffen Nichtenberger, Gentechnik-Experte
   Tel: +43 (0)664 612 67 03
   mailto:[email protected]
   
   Philipp Strohm, Gentechnik-Kampagne
   Tel: +43 (0)664 612 67 21

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