• 13.06.2008, 12:43:36
  • /
  • OTS0159 OTW0159

Caritas: Langfristige Hilfe für wohnungslose Menschen

25 Jahre Hilfe für wohnungslose Menschen im Caritas-Haus St. Josef 15 Jahre mobile medizinische Betreuung durch den Louisebus

Wien (OTS) - Gleich zwei Jubiläen waren heute Thema einer
Pressekonferenz mit Mag. Alexander Bodmann, Generalsekretär der
Caritas Wien, Univ.Prof. Dr. Johannes Poigenfürst und Ärztin Monika
Nowy.

15 Jahre mobile Caritas-Ordination
Der Louise-Bus, ein Angebot der Caritas Wien, bietet Menschen
medizinische Versorgung, die aufgrund von Obdachlosigkeit und den
damit verbundenen psychischen und physischen Beeinträchtigungen das
reguläre Angebot in Praxen und Krankenhäusern nicht in Anspruch
nehmen (können). Auch ohne Krankenschein erhalten sie im Louise-Bus
professionelle medizinische Versorgung. "Ich habe mir selbst ein Bild
von der Arbeit gemacht und bin sehr beeindruckt, was meine
Kolleginnen und Kollegen hier leisten", sagte Johannes Poigenfürst.

Zehn ÄrztInnen und ca. 35 ehrenamtliche MitarbeiterInnen betreuen an
fünf Tagen in der Woche an acht unterschiedlichen Standplätzen in
Wien jene, die sonst keinen Zugang zu medizinischer Versorgung haben.
So ersetzt dieses Angebot jährlich für etwa 1.600 Personen den
Hausarzt. Die Wiener Gebietskrankenkasse übernimmt seit 2003 einen
Teil der Medikamentenkosten. Die Kosten für die eingesetzten
ÄrztInnen werden vom Fonds Soziales Wien (FSW) getragen. Die
Projektleitung und die Führung der Busapotheke erfolgt im Rahmen der
Arbeit des Caritashauses St. Josef.

Grund zur Sorge gebe die Tatsache, "dass Menschen von der Straße, die
im Krankenhaus landen, dort immer weniger willkommen sind", so
Alexander Bodmann, Generalsekretät der Caritas Wien. "Weil sie mehr
Verständnis brauchen, vielleicht auch mehr Unterstützung bei
Alltagsverrichtungen, weil sie einfach auch mehr Zeit "kosten",
ergänzt Dr. Monika Nowy, Ärztin des Louisebusses. Es dürfe einfach
nicht passieren, dass kranken Menschen die Hilfe verweigert wird,
weil sie nicht versichert sind und/oder keinen festen Wohnsitz haben,
so Nowy. "Diese Entwicklung ist wirklich besorgniserregend, es gilt
eine 2-Klassen-Medizin zu verhindern. Daher appellieren wir als
Caritas heute an Politiker, aber auch an Verantwortliche in
Krankenhäusern, an Ärzte und Pflegepersonal, alles in ihrer Kraft
stehende zu unternehmen, um diesem Trend entgegenzuwirken", so
Bodmann.

25 Jahre Haus St. Josef
Seit einem Viertel Jahrhundert bietet das Haus St. Josef
vielfältige Hilfe für Menschen in Not unter einem Dach. Im
Wohnbereich leben derzeit 39 Frauen und Männern. Hier haben sie die
Möglichkeit neu anzufangen, für einige ist das Haus St. Josef ein Ort
um zur Ruhe zu kommen, meist nach vielen unsicheren Stationen und
Schicksalsschlägen. Ins Tageszentrum kommen wohnungslose und verarmte
Menschen, In- und AusländerInnen, um sich zu duschen oder ein
günstiges Mittagessen einzunehmen. Allein im Vorjahr wurden hier
20.000 Mahlzeiten ausgegeben.

Die gestiegenen Lebensmittelpreise, aber auch die steigenden Kosten
für Miete und Energie, sind für immer mehr Menschen kaum noch oder
nicht mehr zu bewältigen. "Im Haus St. Josef, aber auch in anderen
Einrichtungen bemerken wir, dass zunehmend Menschen kommen, die sich
zwar ihre Wohnung (noch) leisten können, aber zu wenig Geld für
Nahrungsmittel zur Verfügung haben", sagte Bodmannn bei der
Pressekonferenz. Laut offizieller Statistik sind über eine Million
Menschen in Österreich armutsgefährdet oder schon arm, ein Viertel
davon sind Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. "Es ist ein
Unrecht, dass in einem reichen Land wie Österreich immer mehr
Menschen nicht wissen, ob sie lieber Strom und Heizung bezahlen oder
Lebensmittel kaufen sollen, weil ihr Einkommen zur Bewältigung des
Alltags einfach nicht reicht. Hier braucht es strukturelle
Änderungen, hier ist die Politik gefragt", so Bodmann.

Bodmann wies auch darauf hin, dass in Wien noch immer mehrere
hundert Menschen keine Wohnung, keinen fixen Heimplatz haben.
Speziell für psychisch kranke Menschen, für junge Frauen und Männer
mit Drogenproblemen und vor allem für Mütter mit Kinder braucht es
dringend weitere Einrichtungen mit qualifiziertem Personal,
appelliert die Caritas Wien an die Verantwortlichen.

Rückfragehinweis:
Mag.a Alice Uhl
Pressesprecherin Caritas der Erzdiözese Wien
Tel.: (++43-1) 87812 - 222 od. 0664/8482505
mailto:[email protected]
http://www.caritas-wien.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | CAR

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel