• 12.06.2008, 12:29:51
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Betriebe sichern pro Jahr mit über 23 Mrd. Euro Österreichs Sozial- und Gesundheitssystem - GRAFIK

WKÖ-Gleitsmann: Wirtschaftliche Lage der Krankenkassen erfordert Sanierungsbeitrag von allen - Trotz wachsender Beitragseinnahmen überdurchschnittliche Ausgabensteigerungen

Wien (PWK462) - Die österreichischen Dienstgeber und Dienstnehmer
sind sich der Bedeutung eines hochwertigen Gesundheitssystems für die
Österreicherinnen und Österreicher bewusst. Umso mehr liegt es in
ihrem Interesse und in ihrer Verantwortung, für die qualitative, aber
auch finanzielle Sicherheit des Gesundheitswesens zu sorgen.

Österreichs Dienstgeber und Dienstnehmer zahlen hohe Beiträge zur
Finanzierung des heimischen Sozial- und Gesundheitssystems. 2006
wurden für pflichtversicherte Erwerbstätige von den Dienstnehmern
13,6 Milliarden Euro und von den Dienstgebern 23,2 Milliarden Euro
geleistet. Insgesamt 36,8 Milliarden Euro. (Siehe Grafik als pdf)

2007 zahlten die heimischen Betriebe 16,4 Milliarden Euro an
Arbeitgeberbeiträgen für die Kranken-, Unfall- und
Pensionsversicherung. Die Dienstnehmer bzw. Versicherten leisteten
11,2 Milliarden an Beiträgen. Allein in die Gebietskrankenkassen
(ASVG) flossen im Vorjahr von den Dienstgebern 2,835 Mrd. Euro. Die
Dienstnehmer bzw. Versicherten zahlten 2,949 Mrd. Euro.

Martin Gleitsmann, Leiter der Sozialpolitischen Abteilung der
Wirtschaftskammer Österreich: "Österreichs Betriebe zahlen jährlich
Milliardenbeträge in das österreichische Gesundheits- und
Sozialsystem. Entgegen den Vorwürfen von Ärztekammer-Präsident Walter
Dorner sind Österreichs Unternehmen gute Betragszahler und sichern so
die Gesundheit der Österreicher, sichern den Betrieb von Spitälern,
und von ärztlichen Behandlungen. Zusätzlich zu den direkten Beiträgen
der Wirtschaft in unser Sozialsystem kann hier auch noch die
unentgeltliche Einhebung und Abfuhr der Beiträge an die
Sozialversicherung angeführt werden. Das entspricht ungefähr einem
Wert von weiteren 500 Mio. Euro pro Jahr."

Umso mehr schmerzt die Weigerung von Dorner, endlich auch einen
Beitrag der Ärzte zur Sanierung des Gesundheitssystems auf den Tisch
zu legen. Gleitsmann zu Dorner: "Nur Nein sagen, nur von anderen mehr
Geld zu verlangen und selbst zur Gesundung der kranken Kassen nichts
beitragen zu wollen, ist dürftig und unsolidarisch mit den
Versicherten."

Dabei ist die wirtschaftliche Lage der Krankenkassen durchaus
dramatisch, erinnert Gleitsmann. Im Jahr 2007 verzeichneten die
Krankenversicherungsträger einen saldierten Gebarungsabgang von 344
Mio. Euro, die Gebietskrankenkassen sogar einen solchen in Höhe von
426 Mio. Die Beitragseinnahmen stiegen zwar aufgrund der guten
Wirtschaftslage um 4,3% und waren damit weitaus besser als erwartet.
Dennoch nahmen die Versicherungsleistungen 2007 noch mehr, nämlich um
6,1%, zu! Unerklärlich ist bis heute, dass allein vom Jahr 2006 auf
das Jahr 2007 um vier Millionen Arztkontakte mehr zu verzeichnen
waren, die entscheidend zu dieser Ausgabensteigerung beitrugen.

Verschärft wird die finanzielle Lage durch die Vermögenssituation
einiger Gebietskrankenkassen, von denen bereits einige vor der
Zahlungsunfähigkeit stehen. Würden jetzt keine Maßnahmen getroffen,
so steigt das negative Reinvermögen der Gebietskrankenkassen bis zum
Jahr 2012 auf knapp 3 Mrd. Euro an, womit die Liquidität nicht mehr
sichergestellt wäre. Gleitsmann: "Alle Partner des
Gesundheitssystems, die Krankenversicherungsträger selbst, aber auch
die Ärzte, die Pharmawirtschaft, die Apotheken, Institute etc. müssen
in dieser schwierigen Situation einen Sanierungsbeitrag einbringen."
(RH)

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM/Original Text Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at .

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich
Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Martin Gleitsmann
Tel: +43 (0)5 90 900 4286
Fax: +43 (0)5 90 900 3588

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