Nur das Internet kann das Überleben der Verlage sichern
Hamburg (ots) -
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Das Internet ist für die deutschen Verlage die einzige Chance, in
Zukunft wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten. So lautete eine der
Schlussfolgerungen beim gestrigen media coffee in Frankfurt. Mit der
Diskussionsreihe "Im Sog des Internets - Was bleibt übrig von Print,
TV und Radio?" gastierte die dpa-Tochter news aktuell damit bereits
in der dritten deutschen Großstadt.
Mehr als 200 Gäste aus Pressestellen, PR-Agenturen und Redaktionen
waren gestern im Museum für Kommunikation dabei, als Moderator
Meinolf Ellers, Geschäftsführer von dpa-infocom, die aktuelle Lage im
Verhältnis zwischen Verlagen und Rundfunkanstalten thematisierte.
"Die Meinungsvielfalt und die Pressefreiheit leiden unter dem
Engagement der Öffentlich-Rechtlichen im Internet", stellte Tobias
Trevisan, Geschäftsführer FAZ und F.A.Z. Electronic Media GmbH fest.
"Das Internet hat für die Zukunft der Verlage eine existenzielle
Bedeutung. Heute stehen wir erst am Beginn eines Marathonwettkampfes
um die Erträge, die im Internet erzielt werden können." Ähnlich
argumentierte Dr. Uwe Vorkötter, Chefredakteur der Frankfurter
Rundschau: "Wir können uns drehen und wenden wie wir wollen, aber auf
dem klassischen Printmarkt werden wir keine wesentlichen
Reichweitenzuwächse mehr erzielen. Wenn ich sehe, mit welchen Mitteln
die Öffentlich-Rechtlichen ihr Internetengagement ausbauen, dann ist
das schon klare Wettbewerbsverzerrung. Aber es wird in Zukunft sicher
Kooperationsmodelle geben." Ebenfalls sehr kritisch äußerte sich
Hans-Dieter Hillmoth, Programmdirektor von Hit Radio FFH: "Es kann
nicht sein, dass man mit unser aller Geld, alles platt macht, was
privat ist."
Robert Amlung, Leiter des Bereichs für digitale Strategien des
ZDF, verteidigte das Engagement der Rundfunkanstalten und kritisierte
im Gegenzug die Verleger: "Auch von Seiten der Verlage werden Grenzen
überschritten, was dann die Demarkierung dieser Grenzen schwierig
macht. Wir sehen die Zeitungsverlage mehr und mehr als Wettbewerber."
Gleichzeitig warb Amlung um Verständnis für die Haltung seines
Senders. "Wenn wir allein auf das klassische Bewegtbild setzen, dann
haben wir mittelfristig verloren", so Amlung.
Medienjournalist Peter Turi vom Branchendienst turi2.de sprach dem
Internet eine reinigende Wirkung zu. Das Netz werde in absehbarer
Zeit für einen gnadenlosen Wettkampf unter den Medienunternehmen
sorgen. "Das Internet verschlingt alle Ärmelschonerträger und
Hierarchen. Also alle, die nicht kreativ arbeiten, die nicht eng am
Kunden sind." Gleichzeitig prophezeite er, dass die Medien durch das
Internet insgesamt viel von ihrer heutigen Bedeutung einbüßen werden.
"Die Medien verlieren im Web ihre Mittlerrolle. Der Leser braucht
redaktionell die Medien nicht mehr, wenn er sich zum Beispiel über
neue Songs informieren will. Auch die Anzeigenkunden brauchen die
Medien nicht mehr. Sie produzieren ihre eigenen inhaltlichen
Umfelder, in denen sie werben können." Weniger pessimistisch
beurteilte FAZ-Geschäftsführer Trevisan die Zukunft der Branche. Er
glaubt an Chancen jenseits von schnellen Klicks und Videoschnipseln,
die das Web für Verlage heute bietet: "Das Internet kann ein
Qualitätsmedium mit ungeahnten Ausmaßen werden."
news aktuell
Frederik Stiefenhofer
Public Relations Manager
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