• 03.06.2008, 16:03:54
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Mit Cancer Tales - Krebsgeschichten - zu einer verbesserten Patientenkommunikation

Wien (OTS) - Von 29. bis 31. Mai fand in Salzburg die 16.
Wissenschaftliche Tagung der Österreichischen Schmerzgesellschaft
statt. Einen wichtigen Punkt auf der Tagesordnung stellte dabei das
Thema "Kommunikation mit Krebspatienten" dar. Um auf die Problematik
einer umfassenden Verständigung mit Krebspatienten aufmerksam zu
machen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wurde das Bühnenstück
"Cancer Tales - Krebsgeschichten" von Nell Dunn aufgeführt.

"Na ja, wir haben die Ergebnisse bekommen und die Eierstöcke sind
negativ, die Ultraschalluntersuchung, die scheint auch ganz in
Ordnung zu sein, allerdings haben wir auf der Gebärmutter ein
Karzinom gefunden (..)."

Die Medizin weiß, wie man Krebs therapiert. Weiß sie jedoch auch,
wie man einem Patienten die Diagnose näher bringt? Um auf diese Frage
und der damit verbundenen Thematik einer angemessenen Kommunikation
mit Krebspatienten aufmerksam zu machen, wurden im Rahmen der 16.
Wissenschaftlichen Tagung der Österreichischen Schmerzgesellschaft in
Salzburg, die Cancer Tales von Nell Dunn aufgeführt. "Die Cancer
Tales sind ein wirksames Instrument, um die Ärzte in ihrer
Gesprächsführung zu sensibilisieren und ihr Bewusstsein zu dieser
Thematik zu schärfen. An den Cancer Tales ist zu sehen, dass es kein
Patentrezept in der Verständigung mit Krebspatienten gibt.
Kommunikation bedarf einer persönlichen Einlassung und Authentizität
aber vor allem Sensibilität. In manchen Situationen sind Worte
überflüssig und es ist besser, bei den Patienten zu sein und nur
deren Hand zu halten, um sie zu unterstützen", fasst Univ. Prof. Dr.
Rudolf Likar, Ärztlicher Leiter der interdisziplinären
Schmerzambulanz am Landeskrankenhaus Klagenfurt und Präsident (past)
der österreichischen Schmerzgesellschaft, seine Einstellung zusammen.
Die Cancer Tales zeigen anhand von zwei wahren Schicksalen, wie
Patienten mit der Diagnose Krebs konfrontiert wurden, wie sie
fühlten, dachten, kämpften und behandelt werden wollten. "Es ist
unglaublich, wie viele Personen von Krebs betroffen sind. Das Sterben
wird unter den Teppich gekehrt, abgeschoben, denn das passiert im
Spital und im Hospiz. Ich finde es sehr mutig an dem Stück, dass es
die sterbenden Personen in den Mittelpunkt stellt. Dass es nicht nur
zeigt, wie sind die Verwandten betroffen, sondern die Sterbenden
selber", fasst die Regisseurin des Stücks, Dr. Victoria Martin vom
Max Reinhardt Seminar, ihre Intention zusammen. Das Bühnenstück
"Cancer Tales" dient als Basis für das Arbeitsbuch "Cancer Tales -
Communicating in cancer care", das für alle gedacht ist, die
Krebspatienten betreuen, um deren kommunikative Fähigkeiten in diesem
Kontext zu verbessern.

Wenn Krebspatienten erzählen - Cancer Tales

Cancer Tales ist ein Theaterstück von der englischen
Schriftstellerin Nell Dunn über die Sorgen und Nöte von Patienten mit
Krebs. Das Originalstück basiert auf wahren Erlebnissen von fünf
Patienten und zeigt deren Geschichten von der Diagnose bis hin zur
Heilung oder dem Tod. Für die auf zwei Patientengeschichten gekürzte
Fassung, die am 29. Mai 2008 bei der 16. Wissenschaftliche Tagung der
Österreichischen Schmerzgesellschaft im Ferry Porsche Congress Center
in Zell am See aufgeführt wurde, wurden die Geschichten von Marilyn
und Anna ausgewählt. Anna überlebt und Marilyn stirbt. "Es war mir
sehr wichtig keine Geschichte mit Happy End daraus zu machen. Denn es
ist auch in der Realität so, dass Krebs nicht für alle gut ausgeht",
so die Regisseurin Victoria Martin. Bei der Inszenierung stand vor
allem die Arzt-Patienten-Beziehung im Vordergrund, um einen Impuls
für das Arzt-Patienten-Gespräch zu setzen, wie Ärzte mit Patienten
umgehen und umgekehrt. "Dabei haben wir erkannt, dass jeder ganz
anders mit seiner eigenen Krankheit umgeht, und dass dieses Wort, das
für den einen Patienten genau das richtige Wort ist, für den anderen
genau das falsche Wort ist. Wir haben versucht, die Subjektivität des
einzelnen Erlebnisses hervorzukehren", beschreibt die Regisseurin
ihre Absicht. In den Rollen der Patienten und der behandelnden Ärzte
waren Schauspieler des Max Reinhardt Seminars zu sehen. Das
Bühnenstück Cancer Tales wurde mit freundlicher Unterstützung von
Mundipharma Ges.m.b.H aufgeführt.

Über die Kommunikation mit Patienten

Ärzte wissen, welche Untersuchungen für eine fundierte Diagnose
notwendig sind und wie Krebs zu behandeln ist. Bei der Übermittlung
der Diagnose gibt es jedoch oft Schwierigkeiten mit der
Kommunikation. Die Patienten haben Fragen, die unbeantwortet bleiben.
Dadurch werden die Patienten und deren Angehörige oftmals noch mehr
verunsichert, als sie es ohnehin schon sind. Cancer Tales dienen als
Basis für das Arbeitsbuch "Cancer Tales - Communicating in cancer
care", das sowohl für Angehörige von Patienten aber auch für
Medizinische Berufe, die nicht nur ausschließlich mit Krebspatienten
zu tun haben, gedacht ist, um das Problem bewusst zu machen und über
richtige Kommunikation zu informieren und diese anzuwenden. Neu an
dem Arbeitsbuch ist, dass auch die Patienten zu Wort kommen und deren
Sichtweise gezeigt wird. Prim. Univ.- Doz. Dr. Michael A. Fridrik,
Vorstand der Abteilung für Innere Medizin 3 - Zentrum für Hämatologie
und medizinische Onkologie am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Linz,
war an der Entstehung des Buches, welches bisher nur in englischer
Sprache verfasst ist, maßgeblich beteiligt. "Offenbar ist eine
sensible Kommunikation in unserer Gesellschaft völlig verloren
gegangen. Es ist erschütternd wie wenig sensibel die Kommunikation
selbst von Patient zu Patient stattfindet. Man sollte glauben, dass
Patienten, die selbst Krebs haben oder gehabt haben, die Problematik
kennen. Ich stelle immer wieder fest, dass die Verständigung von
Patient zu Patient auf Selbstdarstellungen und auf Horrorgeschichten
beschränkt ist. Umso schlimmer wird die Situation, wenn Angehörige
oder auch Freunde und Bekannte mit den Patienten kommunizieren.
Selbst bei medizinischem Personal finden sich beträchtliche Defizite.
Noch immer glauben manche es wäre richtig, den Patienten möglichst
wenig oder auch die Unwahrheit zu sagen, um sie nicht zu entmutigen.
Statt Mitgefühl wird Mitleid gegeben. Oft werden diese Probleme auch
den Psycho-Onkologen delegiert, ohne dass man sich selbst auf ein
ehrliches Gespräch einlässt", fasst Fridrik seine Intention zusammen,
an dem Projekt mitzuarbeiten. Um das Thema der Patientenkommunikation
nachhaltig zu verankern, "sei es langfristig aber dringend nötig, die
Kommunikation in die Ausbildung medizinischer Berufe aufzunehmen,
fordert Fridrik. Informationen zum Arbeitsbuch Cancer Tales -
Communication in cancer care finden Sie unter: www.cancertales.org

Über Mundipharma Ges.m.b.H

Mundipharma Ges.m.b.H. besteht in Österreich seit 1973. Der
Schwerpunkt von Mundipharma Ges.m.b.H. liegt in der Entwicklung und
Vermarktung von Präparaten für die Behandlung von starken Schmerzen,
für den onkologischen Bereich und für die Substitutionstherapie von
opiatabhängigen Patienten. Patienten Schmerzlinderung zu ermöglichen,
die therapeutischen Erfolge in der Bekämpfung von Metastasen, oder
das Bewusstsein, drogenkranken Patienten wieder ein lebenswertes
Leben zu ermöglichen, sind Motivation für die Mitarbeiter von
Mundipharma. Sie spornen zu weiteren Höchstleistungen an.

Für weitere Informationen: www.mundipharma.at

Rückfragehinweis:
Welldone Werbeagentur GmbH
Mag. Elisabeth Kranawetvogel, Public Relations
Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien
Tel.: 01/402 13 41-40
mailto:[email protected]

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