- 03.06.2008, 12:16:59
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Breiter Widerstand gegen Aut-idem
Stellungnahmen zur Gesundheits-Reform vielfach dagegen
Wien (OTS) - Die gerne zitierten EU-Beispiele einer vermeintlich
funktionierenden Aut-idem-Regelung sind bei näherer Betrachtung
keine. Selbst der Hauptverband äußert Kritik an einer
Aut-idem-Regelung. Die Medikamentenpreise sind in vielen
Aut-idem-Ländern höher als in Österreich. Die Generika-Anteile
hingegen sind oft niedriger.
Die Stellungnahmen zur Gesundheitsreform sprechen sich vielfach
gegen eine Aut-idem-Regelung aus. Auch der Hauptverband der
österreichischen Sozialversicherungsträger zweifelt am
Einsparungserfolg, wenn die große Gruppe der chronisch Erkrankten von
einer Aut-idem-Regelung ausgenommen ist. Ohne breite
Ausnahmeregelungen ist aber ein Anstieg des Selbstbehaltes wie in
anderen Aut-idem-Ländern zu befürchten.
Aut-idem bringt nichts
Es gibt keine einzige wissenschaftliche Studie, die den
finanziellen Nutzen von Aut-Idem belegt. Viele häufig zitierte
Aut-idem-Länder sind Negativbeispiele: So haben etwa die Länder
Frankreich, Portugal, Schweden und Spanien einen niedrigeren
Generika-Anteil als Österreich. Damit ist der österreichische
Erstattungskodex erfolgreicher als jede Aut-idem-Regelung.
Erfolgreicher Erstattungskodex
Die Medikamentenpreise sind in vielen Aut-idem-Ländern deutlich
höher: In Deutschland, Schweden, Finnland, Dänemark, Schweiz und
Portugal liegt der Durchschnittspreis von Generika über jenem in
Österreich. "Das ist alles andere als ein Vorbild", kommentiert Otmar
Peischl, Obmann des Österreichischen Generikaverbandes: "In
Österreich liegen die Medikamentenpreise 18,6 Prozent unter dem
EU-15-Schnitt." Ursache dafür ist der österreichische
Erstattungskodex, den es in keinem anderen EU-Land gibt. Dieser
regelt effizient den Preis zugunsten der österreichischen
Sozialversicherungen. Eine Aut-idem-Regelung käme einer Verteuerung
gleich, Untersuchungen bestätigen nämlich extrem hohe Folgekosten (in
Deutschland 15 bis 20 Milliarden Euro).
Auch Transparency International - Austrian Chapter (TI-AC) stellt
die Frage nach dem Nutzen der Systemumstellung. In ihrer
Stellungnahme bewertet TI-AC die bisherigen Steuerungs- und
Kontrollversuche durchaus als erfolgreich. "Eine Aut-idem-Regelung
ist weder ein Instrument zur Kosteneinsparung noch zur Erhöhung der
Generika-Anteile", fasst Peischl zusammen.
Rückfragehinweis:
Firma: Österreichischer Generikaverband
Ansprechperson: Mag.(FH) Waltraud Janisch-Lang, MAS
Tel.: 0650 544 92 92
mailto: [email protected]
http://www.generikaverband.at
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