- 30.05.2008, 12:47:56
- /
- OTS0249 OTW0249
Experte plädiert für werbefinanziertes Handy-TV
Weniger Reichweite, aber personalisierte Ansprache - Mobilfunker eher skeptisch - Vorbild soziale Netzwerke: Sequenzen aufnehmen und an Freunde weiterleiten

Wien (OTS) - Die Kombination aus Fernsehen und Werbung ist den
Konsumenten vertraut. Im mobilen Bereich wagt man den Schritt auf
dieses unbekannte Terrain vorerst aber noch nicht. Zu Unrecht, wie
Experten meinen. "Warum spricht keiner von Werbefinanzierung? Warum
soll der Kunde für alles allein bezahlen? Das passiert in keinem
anderen klassischen Medium", erklärte Otto Petrovic, Leiter des
Grazer Forschungsinstituts "evolaris Privatstiftung", bei einer
Podiumsdiskussion im Rahmen der APA-E-Business-Community gestern,
Donnerstagabend, in Wien.
Die Besonderheiten des mobilen Fernsehens müssten sich aber in
eigenständigen Formaten spiegeln, da die Reichweite nicht mit
klassischen Medien vergleichbar sei. "Die Agenturen sagen: Das ist
die Reichweite eines Bezirksblattes, und dafür zahle ich auch nicht
mehr als für das Bezirksblatt." Diese Denkweise sei aber falsch, weil
die Werbung am Handy regionalisiert und personalisiert werden könnte.
Schließlich wüssten die Mobilfunker mehr über ihre Kunden als fast
jede andere Branche. Werbung und Marketing dementsprechend anzupassen
und für das bestehende Wertschöpfungssystem attraktiv zu machen,
werde aber noch dauern.
Um Informationen über die Akzeptanz von Handy-TV zu ermitteln,
plädierte Petrovic für "Living Labs": "Im Osten schaut man sich an,
was die Menschen mobil nutzen. Das sind beispielsweise Seifenopern
und Erotik. Im Westen befragt man die Leute. Natürlich sind dann alle
nur an Nachrichten und Co. interessiert." Als "Mäusekino" würde der
Fachmann mobiles Fernsehen nicht bezeichnen. "Der Bildschirm ist
klein, das stimmt, aber dafür ist Handy-TV mobil und interaktiv.
Außerdem darf man nicht vergessen, dass die heutigen Jugendlichen mit
kleinen Bildschirmen aufgewachsen sind - siehe Nintendo", gab sich
Petrovic überzeugt.
Generell sei das Handy ein Lücken- und Kommunikationsmedium. "Mit
mobilem Fernsehen kann man perfekt Wartezeiten überbrücken. Ein
weiterer Mehrwert ergibt sich durch die Möglichkeit, Sequenzen
aufzunehmen und beispielsweise an Freunde weiterzuleiten. Das zeigt
sich auch am Boom von sozialen Netzwerken", so Petrovic.
Offen gegenüber neuen Finanzierungsmodellen, aber dennoch
skeptisch, zeigte sich Christian Nemeth vom Mobilfunker One. "Es gibt
nur sporadische Vorstöße der Werbebranche. Die kommen normalerweise
nicht von allein. Für uns hat Werbung am Handy kurzfristig gesehen
keine Relevanz", relativierte Nemeth. Außerdem habe man nur bei
speziell auf das Handy abgestimmten Programmen Einfluss auf die
Inhalte, nicht aber auf die klassischen TV-Anbieter. Mittelfristig
würden sich die Produzenten dem Trend zu mobilem Fernsehen aber nicht
verschließen können. "Das ist wie in den 50er-Jahren, als wir an der
Schwelle vom Kino zum TV standen", so Nemeth.
Andreas Martin vom Unternehmen Hutchison 3G Austria, das auch
Mitglied des Dialog Marketing Verbands Österreich ist, sieht mobiles
TV als "kleine Medienrevolution". Spezielle für Handys aufbereitete
Programme biete "3" schon seit mehr als zwei Jahren über die
Mobilfunktechnologie UMTS an, bei der man inzwischen eine
hundertprozentige Netzabdeckung erreiche. "Bei DVB-H wird das noch
etwas dauern", sagte Martin. Er schätzt, dass "3" bis Jahresende rund
10.000 Kunden vom mobilen Fernsehen überzeugen kann.
"Eine Kombination von Handy-TV mit klassischen mobilen Portalen
könnte die Entwicklung vorantreiben. Dafür sind aber speziell
aufbereitete Inhalte und Services notwendig", erklärte Robert
Schweinzer von APA-MultiMedia. Vorstellbar seien etwa Programmführer
oder Kurznachrichten, die über den Beginn von interessanten Sendungen
informieren. Allerdings glaubt auch Schweinzer, dass es noch einige
Zeit dauern wird, bis sich Handy-TV etabliert.
"Viel Hoffnung und viel Risiko", entnimmt Silvia Kienberger vom
IT-Consulter Benmark den Plänen der heimischen Mobilfunker. Im Fokus
der Betreiber müssten Interaktion und Zusatzdienste stehen - etwa die
Wiederholfunktion oder die Möglichkeit, Produkte und Dienste zu
kaufen, die gerade im TV gezeigt worden sind. "Dadurch ergibt sich
eine völlig veränderte Wertschöpfungskette", so Kienberger.
Die Partner-Unternehmen der E-Business-Community sind:
- ANECON Software Design und Beratung GmbH www.anecon.com - Capgemini Consulting Österreich AG www.at.capgemini.com - diamond:dogs webconsulting GmbH www.diamonddogs.cc - DIMOCO Direct Mobile Communications GmbH www.dimoco.at - Dialog Marketing Verband Österreich www.dmvoe.at - economyaustria www.economyaustria.at - Gentics Software GmbH www.gentics.com - Hewlett Packard www.hp.com/at - IT Solution GmbH www.itsolution.at - Kapsch CarrierCom AG www.kapsch.net - Microsoft Österreich www.microsoft.com/austria - NAVAX Consulting AG www.navax.at - NextiraOne www.nextiraone.at - SER Solutions Österreich GmbH www.ser.at - Telekom Austria www.telekom.at - Wirtschaftskammer Österreich www.wko.at - APA-MultiMedia http://multimedia.apa.at
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at .
Rückfragehinweis:
E-Business-Community
Barbara Rauchwarter
Tel.: +43/1/360 60-5700
mailto:[email protected]
Web: http://ebc.apa.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MMM






