• 27.05.2008, 16:36:35
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Französische Atombehörde stoppt Bau des AKW Flamanville

Greenpeace: Das "Flaggschiff der Atomrenaissance" erweist sich als Pannen-Kraftwerk

Wien/Paris (OTS) - Wie Greenpeace soeben erfahren hat, veranlasste
die französische Atombehörde ASN heute einen Baustopp für die
Arbeiten am AKW Flamanville. Dort sollte ein so genannter EPR-Reaktor
(European Pressurised Reaktor) errichtet werden, doch schon beim Bau
selbst sind inzwischen zu viele gravierende Probleme aufgetreten.

Der Reaktor in Flamanville wäre der zweite EPR-Reaktor gewesen,
der in Europa gebaut werden sollte. Auch beim Schwesternkraftwerk
Olkiluoto in Finnland sind während der zwei Jahre Bauzeit zahlreiche
Probleme zu bewältigen gewesen. Die Verzögerung nach drei Jahren
Bauzeit beträgt mittlerweile schon zwei Jahre, und die Zusatzkosten
werden derzeit auf bis zu 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Siemens
drohte durch die Beteiligung am Bau sogar in ernsthafte
Schwierigkeiten zu geraten, nachdem der Aktienkurs bereits um 25
Prozent gefallen war.

Das französische Unternehmen Areva hat für den gleichen
Reaktor-Typ in Flamanville deutliche Verbesserungen versprochen, und
dieses Atomkraftwerk als Flaggschiff einer neuen AKW-Generation
angekündigt. Wie sich nun aber herausstellte, wurde da wohl um
einiges zuviel versprochen. Bereits im Dezember letzten Jahres wies
die französische Atombehörde auf eklatante Mängel hin: So gab es
Risse im Beton-Fundament, und ein Viertel der Schweißnähte im
Reaktor-Sockel wiesen gravierende Fehler auf. Dennoch wurde
weitergebaut, bis die Behörde nun einen Baustopp verhängt hat.

"Wir begrüßen diese Entscheidung", kommentiert der Energie-Experte
von Greenpeace CEE, DI Jurrien Westerhof, das vorläufige Bau-Ende.
"Das Kernstück der von der Nuklear-Lobby herbeigesehnten
Atomrenaissance erweist sich als desaströser Pannenreaktor.
Atomenergie hat einfach keine Zukunft, wie jetzt in Flamanville
einmal mehr verdeutlicht wurde. Der Bau von Atomreaktoren muss
endlich beendet werden, damit all das dafür erforderliche Geld in die
weitaus zukunftsfähigeren Erneuerbaren Energien investiert werden
kann", so Westerhofs Forderung.

Rückfragehinweis:
DI Jurrien Westerhof
Greenpeace CEE
Tel.: 0664-6126701

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