- 14.05.2008, 11:27:54
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Globale Herausforderung nachhaltiges Bauen
Neue Konzepte für hochqualitativen Städtebau
Wien (OTS) - "Die Nachhaltigkeit des Bauens mit Beton, soziale und
umweltpolitische Folgen sowie internationale Umsetzungen waren
Schlüsselthemen beim internationalen Kongress des "Bureau
International du Béton Manufacture" (BIBM) vom 7. bis 10. Mai in der
Wiener Hofburg mit über 450 Teilnehmern aus Europa." erklärt DI
Gernot Brandweiner, Geschäftsführer des Verbands der österreichischen
Beton- und Fertigteilwerke (VÖB). Die Neuausrichtung einer
Verdichtung der Städte mit größeren und höheren Gebäuden und eine
Lösung für den sozialen Wohnbau präsentierte der schwedische
Stararchitekt Göran Lundquist. Ein "Wunschhaus von Frauen für Frauen"
hat Linda Persson, mit einer Projektgruppe des Frauennetzwerks
"Bettan" des schwedischen Betonverbands konzipiert. Flexible Häuser,
die Veränderungen der Bedürfnisse im Wohnumfeld gerecht werden
können, die energieeffizient, umweltfreundlich und dazu praktisch in
der Nutzung sind.
Das Prinzip des nachhaltigen Wirtschaftens steht bei der
Betonindustrie im Vordergrund. Der Kongress befasste sich deshalb mit
der ganzheitlichen Entwicklung der Beton- und Fertigteilbranche in
Bezug auf wirtschaftliche, technische, soziale und umweltpolitische
Aspekte der Gegenwart und Zukunft. Nachhaltige Innovationen von der
Energieeffizienz bei der Produktion bis zum Betonrecyling sind das
Ergebnis intensiver Forschungsaktivitäten. Der Kongress BIBM 2008
zeigte, wie das Thema Nachhaltigkeit international gesehen und
umgesetzt wird. Dr. Bernd Wolschner, Geschäftsführer der SW
Umwelttechnik AG führte die letzten drei Jahre den BIBM dazu: "Der
Gedanke der Nachhaltigkeit muss sich in der gesamten Branche
vertiefen und in der Umsetzung durch den gesamten Lebenszyklus
ziehen."
Intelligente, sozial nachhaltige Lösungen für die Verdichtung der
Städte
Göran Lundquist, Architekt, preisgekrönter Wissenschafter, Autor
und Präsident der CAN Architects AB, Stockholm stellte in einem der
zahlreichen Vorträge sein Wohnbauprojekt "Kobben" im Stockholmer
Stadtentwicklungsgebiet "Hamarby Sjöstad" vor. Die Neuausrichtung
einer Verdichtung der Städte mit größeren und höheren Gebäuden ist
vorprogrammiert. Lundquists Ansicht nach müssen nachhaltige Städte
aber nachhaltige Gebäude planen und hob Beton als einen der wenigen
Baustoffe hervor, der das in technischer und wirtschaftlicher
Hinsicht ermöglicht.
Intelligentes, sozial nachhaltiges Konzept für den sozialen Wohnbau
Die Wohnbauten des Stadtteiles Hammarby Sjöstad werden in mehreren
Punkten dem Anspruch der Nachhaltigkeit gerecht. Die Gebäude haben
fünf Geschoße mit jeweils 10 Wohnungen auf einer Ebene, aber mit nur
einem Treppenhaus. Dadurch konnten Treppen und Aufzüge reduziert und
die Investitions-, Betriebs-, sowie Energiekosten gesenkt werden.
"Der großzügige Eingangsbereich mit einer ausladenden Treppe ersetzt
fünf enge und häufig schlecht ausgestattete Treppenaufgänge wie im
herkömmlichen Sozialbau" so Lundquist. "Dazu kommt, dass die Mieter
diesen Bereich als Kommunikationsraum nutzen und so viel mehr
Kontakte mit ihren Nachbarn haben" führt Lundquist weiter aus.
Die Betonfertigteilkonstruktion der Kobben-Gebäude speichert bei
hohen Temperaturen Wärme und gibt sie wieder ab, wenn die Temperatur
sinkt. Man geht davon aus, dass dieses "träge" System etwa sechs
Prozent der für die Heizung nötigen Energie spart. Mit einem
ausgeklügelten Heizungssystem, das beispielsweise im Keller Abwärme
in Flächenwärmetauschern sammelt und erneut der Frischluft zuführt
oder mittels Sonnenkollektoren, die auf dem Dach Wärme speichern,
liegt die aufgewandte Energiemenge bei nur 38% des durchschnittlichen
Verbrauchs eines Wohnblocks in Schweden. Das Projekt wurde mehrmals
preisgekrönt: Im Jahr 2000 Sieger des "Wettbewerbs für das beste
Gebäude der Stadt" in Stockholm, den "BoStadt 2002" und 2005 den
"Kasper-Sahlin-Preis".Wunschhaus von Frauen für Frauen - Lösungen für
flexible Ansprüche Lösungen für die Bedürfnisse der Zukunft in punkto
Sicherheit, Energieeffizienz und flexible Anpassung an geänderte
Lebensbedingungen wurden von Linda Persson, Ingenieurin und
Projektleiterin des 2004 gegründeten Frauennetzwerks "Bettan" des
schwedischen Betonverbands thematisiert. Sie ging darauf ein, dass
sich die Lebensumstände in den letzten Jahren entscheidend geändert
haben. Hier liege die Notwendigkeit flexible Häuser zu gestalten, die
auf schnelle Veränderungen der Bedürfnisse reagieren. "Wir müssen in
der Lage sein flexible Häuser zu bauen, die plötzlichen Veränderungen
der Bedürfnisse im Wohnumfeld gerecht werden können" betont Linda
Persson.
Beton im Wohnbereich
Ziel ihres Projekts "Concrete Vision" ist, ein energie- und
umweltfreundliches Haus zu entwerfen, wobei das Design, das
Beheizungssystem sowie die Wahl der Materialien im Vordergrund
stehen. "Um ein energieeffizientes Haus zu schaffen, planen wir eine
bestens isolierte Betontragstruktur, energiesparende Fenster und
erneuerbare Energiequellen ein", so Persson und hob hervor, welche
zahlreichen Möglichkeiten Beton im Einsatz bei den täglichen
Wohnbereichen bietet. Eine zentrale Idee war, alle Rohre, Kanäle und
Kabel in einem einzigen Schacht zu verlegen, der die Sanitärbereiche
mit der Küche verbindet und von der Küche für Wartungsarbeiten
uneingeschränkt zugänglich ist. Dazu bietet die Formbarkeit von Beton
viele ästhetisch wichtige Qualitäten. So wurden in den
Sanitärbereichen beispielsweise Betonoberflächen anstatt Fliesen
eingesetzt. "Die Gestaltung von Sanitär- und Küchenbereichen mit der
glatten, sauberen Beton-Oberfläche ohne Fugen verkürzen den
Zeitaufwand für Reinigungsarbeiten im Haushalt", erklärt Persson.
"Damit leistet Beton einen wichtigen Beitrag zu weniger Hausarbeit
und einem leichteren Leben", meint Persson weiter.
Neue Wege in mittel- und osteuropäische Länder
Zahlreiche Unternehmen haben bereits in mittel- und
osteuropäischen Länder expandiert. Im Zuge des Kongresses wurden von
Keynote Speaker Dr. Wolfgang Reithofer, CEO Wienerberger AG und
Topmanagern internationaler Konzerne beide Sichtweisen beleuchtet.
Das Megaprojekt "Europäischen Normung", sowie Gründe für deren
Notwendigkeit erläuterte .Dr. Juan Carlos López Agüí. Das Verstehen
politischer Strategien ermöglicht Unternehmern und Managern im
eigenen Betrieb andere Sichtweisen für Zukunftsentscheidungen. Die
Experten der europäischen Kommission Heikki Salmi und Vicente Leoz
Argüellez sprachen zu den Herausforderungen und Entwicklungen im
Kontext. der EU. Dazu Bernd Wolschner: "Unsere Industrie muss
europäische Veränderungen aktiv mit gestalten, das funktioniert nur
wenn wir uns zeitgerecht in das Geschehen einbinden. Alle wichtigen
Entscheidungen werden in Brüssel getroffen und die Gesetzgebung hat
lange Entscheidungsprozesse."
Weitere Infos unter: www.bibm2008.com und www.voeb.com
Rückfragehinweis:
Pressestelle Verband österreichischer Beton- und Fertigteilwerke, Andrea Baidinger andrea.baidinger bauen|wohnen|immobilien Kommunikationsberatung GmbH Gumpendorfer Straße 83, A-1060 Wien Tel +43-1-904 21 55-0 mailto:[email protected]
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