• 13.05.2008, 16:03:00
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NÖ Bauernbund demonstrierte bei Handelsketten wegen Milchpreis

Resolution für kostendeckenden Preis an Geschäftsführung von Rewe, Spar und Hofer übergeben

St. Pölten/Wien (OTS) - Rund 700 niederösterreichische Bäuerinnen
und Bauern demonstrierten heute, Dienstag, gegen die aktuelle
Preispolitik des Lebensmittelhandels. An den drei Standorten St.
Pölten (Spar), Wiener Neudorf (Rewe) und Stockerau (Hofer) übergaben
Delegationen des NÖ Bauernbundes, so eine Aussendung des
Bauernbundes, Protestresolutionen an die Firmenleitungen der drei
großen Handelsketten.

Die Bauern fühlen sich durch das Preisdiktat des Handels erpresst
und in ihrer Existenz bedroht. In Niederösterreich gibt es rund 7000
Milchbauern, die pro Jahr 536 Mio. Liter Milch erzeugen. "Das sind
21% der gesamten Milchproduktion in Österreich", zeigte
Bauernbunddirektor Hans Penz die Dimension auf. Gleichzeitig betonte
er den Einsatz der Landwirte für Lebensmittelqualität,
Landschaftspflege und Ernährungssicherheit.

Österreichs Milchbauern lehnten eine "Durchrechnung" der aktuell
vorgenommenen Preissenkungen von etwa 6 Cent pro Liter an die Bauern
mit aller Entschiedenheit ab. Penz: "Eine Preisabsenkung von 6 Cent
bedeutet für den durchschnittlichen Konsumenten bei einem
Jahresverbrauch von 80 Liter Milch eine Kostenersparnis von lediglich
EUR 4,80. Für den Landwirt bedeutet dies jedoch einen
Einkommensverlust von mehr als EUR 3.300,- im Jahr bei einer Menge
von 55.000 Kilogramm Kontingent."

Österreichs Bauern brauchten daher einen gerechten Anteil am
Milchpreis. "Die Produktionskosten müssen gedeckt und es muss ein
Arbeitslohn erwirtschaftet werden können", forderte Bauernbundobmann
Hermann Schultes und Bauernbunddirektor Hans Penz. Es müsse eine
qualitätsorientierte Bezahlung ermöglicht werden, damit heimische
Milch und österreichisches Fleisch den Qualitätsvorsprung behaupten
und den Konsumenten hochwertige, geschmackvolle und naturbelassene
Produkte garantiert werden können.

Genau so dramatisch wie bei Milch stelle sich die Tiefpreisphase
am Fleischmarkt dar. Wenn der Handel nicht endlich bessere Preise
zulasse, würden Ställe leer bleiben und die Versorgung mit
hochwertiger österreichischer Fleischqualität nicht mehr gesichert
sein.

Sollten die Appelle nichts fruchten und der Handel nicht zu seiner
Verantwortung gegenüber den Bauern stehen, seien weitere Kundgebungen
bis zu Kampfmaßnahmen denkbar.
(Schluss)

Rückfragehinweis:

Niederösterreichischer Bauernbund
   Ferstlergasse 4, 3100 St. Pölten
   Tel.: 02742/9020-200
   Fax: 02742/9020-240
   mailto: [email protected]
   http://www.noebauernbund.at

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