Wien (OTS) - Mohamed Bin Issa Al Jaber nimmt erstmals zu den
Entwicklungen rund um den AUA-Deal offiziell Stellung.
"Until this moment we feel that we are caring more about the
company AUA, its employees and its shareholders than the people who
are managing this company and who are responsible for the tremendous
losses", so Al Jaber.
"Die AUA", so Al Jaber weiter, "ist ein wichtiges österreichisches
Unternehmen, an dem wir uns gerne beteiligt hätten. Wir stellen
allerdings fest, dass die ÖIAG kein Interesse an unserem Investment
und damit an der Selbständigkeit der AUA hat." Der Stil der
Verhandlungen sei höchstungewöhnlich, zum Teil irritierend und
widerspreche seinem Verständnis von Transparenz und einem ehrlichen
Umgang mit einem potenziellen Investor.
Al Jaber stütz seinen Rückzug auf listige Irreführung, was durch
die Chronologie der öffentlich bekannten Ereignisse leicht
nachvollzogen werden kann:
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- Am 12.3.2008 gibt AUA ihre Jahresergebnisse für 2007 bekannt. Ein
Gewinn von EUR 3,3 Mio. wird bejubelt. So stellt
Vorstandsvorsitzender Ötsch dieses Ergebnis u.a. wörtlich als
Beweis für die "Trendwende nach zwei Verlustjahren" dar.
- AUA macht in den folgenden Wochen erheblichen Zeitdruck und
drängt Al Jaber auf Basis dieser erfreulichen Zahlen Anfang
April 2008 zum Vertragsschluss.
- Drei Wochen später veröffentlicht AUA die Zahlen für das 1.
Quartal 2008, die die behauptete Trendwende nicht nur in Frage
stellen. Das Ergebnis zählt zu den schlechtesten der
Firmengeschichte.
- Al Jaber wurde im Zuge der Vertragsverhandlungen von dieser
unerfreulichen Entwicklung nicht informiert. Vielmehr wurde er
bis zum Vertragsschluss im Glauben gelassen, die AUA sei saniert
und die nachhaltigen Verlustbringer seien beseitigt.
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Die wichtige Entwicklungen verschweigende Informationspolitik der
AUA hat sich in der Folge nach Ausstieg Al Jabers bestätigt. Während
die AUA bereits am 30.4.2008 über Anwaltskorrespondenz vom Ausstieg
informiert wurde, erhielt das Anlegerpublikum diese Information vor
Start des Börsehandels am 2.5.2008 nicht. Erst am 6.5.2008
informierte AUA die Öffentlichkeit.
Al Jaber erachtet sich von der AUA und der ÖIAG auch im Zuge der
folgenden Ereignisse, in denen er um eine bestmögliche Lösung für AUA
bemüht war, hinters Licht geführt:
Mittwoch, 30.4.2008: Die Anwälte von Al Jaber erklären den
Rechtsanwälten der AUA und der ÖIAG und der Syndikatspartner
gegenüber den Rückzug aus dem Zeichungsvorvertrag.
Als Grund wird arglistige Irreführung im Hinblick auf die
Geschäftsentwicklung 2008 und Wegfall der Geschäftsgrundlage
angeführt.
Dienstag, 6. Mai 2008: Al Jaber wird von Vize-Kanzler Dr. Wilhelm
Molterer zu einem Krisengipfel mit ÖIAG-Chef Dr. Peter Michaelis
eingeladen. Bei diesem Treffen wird ein Vier-Punkte-Programm
erarbeitet, das als Lösungsvorschlag von Al Jaber und Michaelis
akzeptiert wird.
Das 4-Punkte-Programm inkludiert: 2 Aufsichtsräte, einen Vorstand,
ein Joint-Steering-Committee, eine weitere Kapitalerhöhung um Euro 50
Mio.
Mittwoch, 7. Mai 2008, 7.30 Uhr: Kurz vor der Hauptversammlung der
AUA treffen sich Al Jaber, Dr. Michaelis und die Rechtsvertreter, um
das am Vorabend von Vizekanzler Molterer initierte 4-Punkte-Programm
zu finalisieren. Die Sitzung dauert knapp eine halbe Stunde, wobei
Dr. Michaelis nicht mehr als 3 Minuten Zeit für ein Gespräch mit Al
Jaber hat. Die Anwälte sind zuversichtlich,, dass der Umsetzung der 4
Punkte und somit dem Einstieg Al Jabers bei der AUA rechtlich möglich
ist.
Mittwoch, 7. Mai 2008: Bei der AUA-Hauptversammlung wird die 1.
Kapitalerhöhung in Höhe von Euro 150 Mio beschlossen. (obwohl zu
diesem Zeitpunkt die Verpflichtung zur Zeichnung der Kapitalerhöhung
zurückgezogen war.)
Donnerstag, 8. Mai 2008 abends: Al Jaber erhält ein Schreiben von
Dr. Michaelis, in dem ihm mitgeteilt wird, dass einer der von
Vizekanzler Molterer vorgeschlagenen, vereinbarten 4 Punkte, nämlich
die weitere Kapitalerhöhung von Euro 50 Mio., für die ÖIAG nicht mehr
in Frage kommt.
Am Nachmittag des 8. Mai teilt die AUA in einem Schreiben mit,
dass sie als Grundlage für die weiteren Verhandlungen einen
Bankgarantie bis Montag, 12.5.2008, 24.00 Uhr, fordert. Al Jaber ist
über dieses Ansinnen irritiert, da der Vertrag angefochten und damit
nichtig ist.
Freitag, 9. Mai 2008: Al Jaber informiert den Vizekanzler und Dr.
Michaelis über seine Enttäuschung über den überraschenden Kurswechsel
von Dr. Michaelis. In dem Schreiben heißt es: "...You are now walking
out of the compromise reached in good faith and confirmed by
shake-hands ..." Damit gilt der Stand vom 30.4.2008, an dem der
Vertrag von Seiten Al Jabers angefochten wurde.
Samstag, 10. Mai 2008: Im Ö1-Interview spricht Dr. Michaelis von
intensiven Verhandlungen mit Al Jaber. Fakt ist, dass es seit dem 3
Minuten Gespräch am 7. Mai kein weiteres Gespräch mehr gab.
Dienstag, 13. Mai 2008: Al Jaber erfährt aus den Medien, dass Dr.
Michaelis den Deal für geplatzt erklärt.
Laut Aussage von ÖIAG-Alleinvorstand Peter Michaelis hätte Al
Jaber die letzten Tage in intensiven Verhandlungen verbracht. Fakt
ist, dass - wie die Chronologie zeigt - seit dem 7. Mai niemand mit
ihm gesprochen oder gar verhandelt hat.
Rückfragehinweis:
~
Alfred Autischer,
Tel.: 0699 105 24 771,
Alfred.autischer@trimediagroup.com
Nicole Hall
Tel: 0699 155 244 33
nicole.hall@trimedia.at
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