- 09.05.2008, 12:58:43
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NÖ Bauernbund: Milchbauern-Protestaktionen gegen Preisrutsch
Penz: Absenkung des Rohmilchpreises ist Provokation
St. Pölten (OTS) - Niederösterreichs Milchbauern protestieren
gegen den willkürlichen Preisdruck des Handels. Rund 300
Milchvieh-Halter werden am kommenden Dienstag, 13.05.2008, ab 10.00
Uhr vor der Firmenzentrale von Rewe-Austria (Billa, Merkur, Penny) in
Wiener Neudorf, der Spar-Zentrale in St. Pölten und dem
Hofer-Zentrallager in Stockerau demonstrieren. Die Landwirte wollen
mit ihren Protestaktionen auf die bedrohlichen Auswirkungen der
Milchpreissenkung auf ihre betrieblichen Existenzen aufmerksam
machen.
Lebensmittelketten, wie beispielsweise Rewe, Spar und Hofer, haben
diese Woche die Konsumentenpreise für zahlreiche Molkereiprodukte
deutlich nach unten geschraubt. So wurde Markenmilch um 10 Cent
billiger. Bei Eigenmarken ist es nach einer ersten Absenkung im
Februar von 89 auf 85 Cent je Liter nun zu einer weiteren
Verringerung von 85 auf 79 Cent gekommen. Auch der Butterpreis wurde
bereits zweimal abgesenkt. In der Folge haben die unter Druck
geratenen Molkereien und Genossenschaften bereits begonnen, die
Bauernmilchpreise ebenfalls nach unten zu drücken. So hat etwa die
größte Molkerei Österreichs per Anfang Mai den Rohmilchpreis um netto
1,80 Cent pro kg gesenkt.
"Die Handelsketten haben ohne Absprache mit den Landwirten und
Genossenschaft die Preise reduziert und lassen jetzt die Bauern die
Zeche bezahlen", kritisiert NÖ Bauernbunddirektor Hans Penz. Er wirft
den Handelsketten vor, ihre Marktmacht auf Kosten der
kleinstrukturierten heimischen Milchbauern auszunutzen.
Penz betont mit Nachdruck, wie wichtig gerechte Milchpreise für
die Bauern sind. Nach fünf Jahren mit rückläufigen Einkommen und
nicht kostendeckenden Erzeugerpreisen für Milch sei es höchste Zeit
gewesen, dass ab der zweiten Hälfte 2007 endlich wieder höhere Preise
für Milch und Milchprodukte erzielt wurden. "Diese Mehrerlöse haben
die Bauern benötigt, um die gleichzeitig gestiegenen Kosten für
Futtermittel und Energie decken zu können", so der NÖ
Bauernbunddirektor.
Vom Handel klares Bekenntnis zur Partnerschaft gefordert
Zu den Auswirkungen der Preiskürzungen stellt Penz fest: "Dreht
sich die Preisspirale wieder nach unten, so sind in NÖ rund 7.000
bäuerliche Milchbetriebe in ihrer Existenz bedroht. Dagegen wehren
wir uns. Die Bauern dürfen nicht zum Spielball einer aggressiven
Wettbewerbspolitik werden. Marketing-Gags und eine
Inflationsbekämpfung auf dem Rücken der Milchbauern sind
unakzeptabel. Ich erwarte mir von unseren Partnern im Handel, dass
sie zu den heimischen Bauern stehen."
NÖ Bauernbunddirektor Penz wird am kommenden Dienstag gemeinsam
mit NÖ Landwirtschaftskammer-Präsident Hermann Schultes,
LK-Vizepräsidentin Theresia Meier und betroffenen Milchbauern eine
Resolution an die Rewe-, Spar- und Hofer-Vorstände übergeben. Sollte
es keine befriedigende Einigung geben, seien weitere Kampfmaßnahmen
der Bauern nicht auszuschließen, erklärt Penz.
Info-Treffpunkte für Medienvertreter sind am Dienstag, 13.05.2008,
jeweils um 10.00 Uhr bei Rewe-Austria AG, Industriezentrum NÖ Süd,
Straße 3, Objekt 16, 2355 Wiener Neudorf, vor der Spar-Zentrale St.
Pölten, Lagergasse 30, 3106 St. Pölten-Spratzern und vor der
Hofer-Zentrale, Rudolf-Hirsch-Straße 2, 2000 Stockerau.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Niederösterreichischer Bauernbund Ferstlergasse 4, 3100 St. Pölten Tel.: 02742/9020-200 Fax: 02742/9020-240 mailto: [email protected] http://www.noebauernbund.at
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