- 07.05.2008, 13:40:30
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Erste Gespräche zwischen Ärztekammer und Hauptverband
Schwierig, aber sachlich - Ärztekammer sieht mögliche Zerstörung des partnerschaftlichen und sozialen Gesundheitssystems
Wien (OTS) - Der Vorstand der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK)
befasste sich in seiner heutigen Sitzung mit der
gesundheitspolitischen Entwicklung und dem auf Basis des Sparpapiers
der Sozialpartner geplanten Gesetzesentwurf. In den vorgesehenen
Maßnahmen sieht der Vorstand der ÖÄK die Zerstörung des
partnerschaftlichen Sozialversicherungs-Systems. Damit seien
deutliche Einschränkungen für die Gesundheitsversorgung und
Verschlechterungen für die Patienten verbunden, so heißt es in einer
Presseaussendung am Mittwoch.
Wie ÖÄK-Präsident Walter Dorner mitteilte, habe die Ärztekammer mit
den Spitzenvertretern des Hauptverbandes Gespräche aufgenommen, um
ein Umdenken herbeizuführen. In der ersten Runde, die gestern am
späten Nachmittag stattfand, stellte die ÖÄK "unmissverständlich
klar, dass sich die österreichischen Ärztinnen und Ärzte im Interesse
der Patienten gegen alle Maßnahmen stellen würden, die zu einer
Verschlechterung der Gesundheitsversorgung führen könnten". Dazu
zähle auch das bewährte System der Gesamtverträge zwischen Ärzten und
Krankenkassen. ÖÄK-Präsident Walter Dorner: "Wir werden nicht
zulassen, dass bei Kündigung der ärztlichen Gesamtverträge durch die
Krankenkassen über Einzelvereinbarungen mit Ärzten die wohnortnahe
medizinische Versorgung qualitativ und vor allem quantitativ stark
reduziert wird." In diesen Plänen zeige sich, so der ÖÄK-Chef weiter,
dass die Sanierung einiger Krankenkassen zu Lasten der Patienten
erfolgen werde, was bisher immer abgestritten worden sei.
Wie der Ärztepräsident weiter festhielt, sei für den ÖÄK-Vorstand
auch unverständlich, dass durch die geplante Gesetzesnovelle auch gut
funktionierende Partnerschaften zwischen Krankenkassen und Ärzten wie
etwa mit der Bundes-Versicherungsanstalt (BVA) abgeschafft werden
sollen. Der Widerstand hochrangiger Repräsentanten dieser
Sozialversicherungen gegen die geplanten Gesetzesänderungen sei mehr
als verständlich, sagte Dorner.
Das gestrige Gespräch zwischen ÖÄK und Spitzen des Hauptverbandes
hätte sich schwierig aber sachlich gestaltet. Eine Fortsetzung wurde
nach Aussage der ÖÄK vereinbart.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der
Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33
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