• 29.04.2008, 12:26:39
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Gusenbauer: Jugendliche sind nicht politikverdrossen - Wählen mit 16 ist Erfolg

Bundeskanzler mit SchülerInnen bei Fragestunde im Parlament

Wien (SK) - Zu einer Fragestunde mit GymnasiastInnen aus
Niederösterreich traf sich heute Bundeskanzler Alfred Gusenbauer im
Parlament. Das Interessensspektrum der Schüler und Schülerinnen war
ein Breites: Von Bildung über Inflation bis hin zu Umweltschutz
reichten die Fragen an den Kanzler. Ebenfalls ein Thema waren die
Partizipationsmöglichkeiten der Jugendlichen und die sogenannte
Politikverdrossenheit. "Ich stelle immer wieder fest, dass das
politische Interesse von Jugendlichen genauso groß, wenn nicht
größer, als das von älteren Personen ist", unterstrich Gusenbauer.
Für ihn sei die Problematik Politikverdrossenheit oftmals
"herbeigeredet", die Erfahrungen in jenen Bundesländern, in denen es
Wählen mit 16 bereits gebe, hätten gezeigt, dass Wahlbeteiligung von
Jugendlichen genau so hoch sei wie bei älteren Personen. ****

Er selbst, so Gusenbauer "wäre mit 16 gerne wählen gegangen", er sei
damals bereits Schulsprecher und Herausgeber einer Schülerzeitung
gewesen und habe sich immer geärgert, dass er nicht die Möglichkeit
hatte, bei Fragen mit zu entscheiden, die ihn als Jugendlichen direkt
betroffen hätten. ****

Zum Thema Gesamtschule merkte Gusenbauer an, dass de facto in
vielen Bezirken die Hauptschule "eigentlich schon die Gesamtschule
ist", da es keine Gymnasium-Unterstufe gebe. Das derzeitige Modell,
das gerade in diversen Modellregionen erprobt wird, sieht eine
gemeinsame Schule bis zum 14. Lebensjahr vor, "mit starker innerer
Differenzierung nach Neigungen, Stärken und Schwächen". Dann soll
entschieden werden, wie der weitere Bildungsweg aussieht. Die
Bundesregierung habe die Berufsmatura eingeführt, "daher steht allen,
egal welchen Weg sie einschlagen, der Weg zur Universität offen". Die
Sorge eines Schülers, ob denn mit der Einführung der gemeinsamen
Schule das Niveau nicht sinke, konnte der Bundeskanzler entkräften.
Denn in Ländern, wo man die Gesamtschule flächendeckend habe, wie
beispielsweise in Finnland, seien die Schüler im Durchschnitt stärker
als in Österreich. Es sei alles eine Frage der individuellen
Förderung der SchülerInnen, unterstrich der Bundeskanzler.

Interessiert zeigten sich die SchülerInnen auch an der
bevorstehenden EURO und den Erwartungen des Bundeskanzlers. "Die EURO
wird eine Sensation", so Gusenbauer. Man habe sich gut vorbereitet,
es würden hunderttausende Menschen in den Austragungsstädten
erwartet. Wichtig sei daher, dass "die Public-Viewing-Zonen
funktionieren". Von sportlicher Seite, so Gusenbauer, könne
Österreich "mit großem Selbstvertrauen" hineingehen. Bei den Spielen
gegen Deutschland und den Niederlanden sei eine Leistungssteigerung
erkennbar gewesen. "Unser Ziel muss es sein, zwei Mal gegen
Deutschland zu spielen", bekräftigte der Kanzler und Sportminister
abschließend. (Schluss) sw

Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Tel.: 01/53427-275,
Löwelstraße 18, 1014 Wien, http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

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