- 27.04.2008, 10:12:23
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FameLab Austria 2008: Das Finale
Blinkende Glühwürmchen im Gleichklang oder wie aus Chaos Ordnung entsteht

Wien (OTS) - Das Neue Gesicht der Wissenschaft in Österreich hat
einen Namen. Der Gewinner des internationalen Wettbewerbs für
Wissenschaftskommunikation, Famelab Austria 2008, ist der 32-jährige
Innsbrucker DI Bernhard Weingartner, Forschungsassistent am Institut
für theoretische Physik, Technische Universität Wien. Mit seinem
bilderreichen und spannenden Vortrag über chaotisches und reguläres
Verhalten in komplexen Systemen konnte er Jury und Publikum
gleichermaßen begeistern. Er wird Österreich demnächst beim Science
Festival in Cheltenham vertreten.
Gleich zwei Preise, der Ö1 Audiopreis und der 2. Preis der Jury,
gehen an Dr. Jolanta Siller-Matula, Stammzellenforscherin an der
Univ. Klinik für Klinische Pharmakologie, Medizinische Universität
Wien.
Sie faszinierte mit einer gelungenen Performance über
Unsterblichkeitsenzyme.
Gewinner des Publikumspreises und Preisträger des 3. Jurypreises ist
der 29-jährige Dr. Georg Steinhauser, Forschungsassistent am
Atominstitut, Technische Universität Wien.
Er sprach über Anwendungen der Hochpräzisionsspurenanalytik anhand
des Fundes von Bimsstein in ägyptischen Gräbern.
Es war bis zum Schluß spannend für alle. Publikum, Jury und
KandidatInnen erlebten hautnah wie einfach und schön komplexe
Wissenschaftsinhalte zu kommunizieren sind.
Von den V.I.P.s des Immunsystems, dem Beziehungsleben der Proteine,
nationalen Ausgleichsprojekten als ökonomische Antwort auf den
Klimawandel, flüssigem Wasserstoff als kryogenem Treibstoff für
umweltverträgliche Fahrzeuge, bis hin zur Suche nach Spuren von Leben
im All, spannte sich der Bogen der 5-minütigen Präsentationsthemen
der zehn KandidatInnen. Während sich die hochkarätige Jury zur
Beratung zurückzog, gab Univ.-Prof. Dr. Rudolf Taschner, math.space,
interessante Einblicke in die Schönheit der Wissenschaft. Die Auswahl
der GewinnerInnen fiel den JurorInnen nicht leicht. Die Abgeordnete
zum Nationalrat, Dr. Gertrude Brinek, überreichte die Jurypreise in
Vertretung von BM Johannes Hahn. Carola Inama, ORF und Dr. Robert
Krickl, Universität Wien und Gewinner des Vorjahres, moderierten das
FameLab Austria Finale.
Die GewinnerInnen
DI Bernhard Weingartner beeindruckte die Jury einstimmig mit seinem
klar strukturierten und souverän präsentierten Vortrag über die
Übergänge von Chaos in Ordnung. Mit einprägsamen Beispielen von
blinkenden Glühwürmchen im Gleichklang veranschaulichte er den Punkt
zwischen Ordnung und Chaos, wo aus dem Zusammentreffen von Stabilität
und Instabilität die Selbstorganisation entsteht. "Menschen die Scheu
vor komplexen Fragestellungen zu nehmen", ist das Anliegen des
32-jährigen Vollblutwissenschafters und bald vierfachen
Familienvaters. "Es macht Spaß, Menschen auf die komplexen
Mechanismen unserer alltäglichen Welt aufmerksam zu machen", bekundet
Weingartner. Mithilfe von Computersimulationen untersucht er das
komplexe Verhalten von Sandlawinen und chaotischen
Flüssigkeitsströmungen am Institut für theoretische Physik,
Technische Universität Wien.
Dr. Jolanta Siller-Matula gewann nicht nur den Ö1 Audiopreis, sondern
auch den 2. Jurypreis und punktete mit einem eindringlichen Vortrag
über die jüngsten Forschungserkenntnisse in der Stammzellenforschung.
Anhand einer Perlenkette verdeutlichte sie die Wirkkraft des
Unsterblichkeitsenzyms und erzählte über virtuelle Unsterblichkeit.
"Wir sind dem Jungbrunnen so nah wie nie" aber "Stammzellen sind eine
der spannendsten und umstrittensten Themen der modernen Medizin", ist
sie sich bewusst. Die aus Polen stammende und erst seit 5 Jahren in
Österreich lebende Jolanta Siller-Matula ist Assistenzärztin für
Innere Medizin an der Univ. Klinik für Klinische Pharmakologie,
Medizinische Universität Wien.
Dr. Georg Steinhauser Gewinner des Publikumspreises und Preisträger
des 3. Jurypreises, hat sich schon mit 14 Jahren im Keller der Eltern
sein eigenes Chemielabor eingerichtet. Später hat er seine
Leidenschaft zum Beruf gemacht. Seine Forschungsschwerpunkte am
Atominstitut der Technischen Universität Wien sind Radiochemie,
Geochemie, Umweltanalytik, Anorganische, Chemie und Pyrotechnik.
Eloquent erklärt er Jury und Publikum wie sich anhand der chemischen
Zusammensetzung von Bimsstein ein Stück Kulturgeschichte erklären
lässt. "Bei jedem meiner Vorträge will ich das Publikum überraschen.
Das dient dem Fach und macht mir Spaß", sagt Steinhauser.
Die Jury
Univ.-Prof. Dr. Christoph Kratky ( Präsident, FWF)
DI Dr. Ludovit Garzik (Geschäftsführer, RFTE)
Dr. Martin Bernhofer (Leiter der Abteilung Wissenschaft, Bildung,
Gesellschaft ORF Hörfunk)
Dr. Gabriele Zuna-Kratky (Direktorin, Technisches Museum Wien)
Mag. Günther Mayr (Wissenschaftsredakteur, ORF)
Christian Müller (Leiter Wissenschaftsredaktion, APA)
FameLab Austria 2008 Info
FameLab, 2007 vom British Council in Österreich und in acht weiteren
europäischen Ländern eingeführt, ist ein internationales
Wettbewerbsformat für Wissenschaftskommunikation. Junge ForscherInnen
überzeugen und begeistern Publikum und Fachjurys mit einer kurzen
Präsentation ihrer Arbeit und zeigen, wie verständlich, spannend und
doch auch präzise Wissenschaft kommuniziert werden kann.
Mit FameLab Austria verfolgt der British Council das Ziel, den
wissenschaftlichen Nachwuchs in den Partnerländern zu fördern und zu
vernetzen.
2008 konnte der Wettbewerb in Österreich auf Graz und Linz
ausgeweitet werden.
Projektpartner
BMWF | FWF | TMW| bm:ukk | RFTE | ZIT | Wien Kultur, Wissenschaft |
TU-Wien |
Stadt Graz | Land Steiermark | Joanneum Research | Stadt Linz | Land
OÖ | TMG | JKU Linz
Medienpartner
APA | ORF | Ö1 | science.ORF.at | DER STANDARD | Falter | UniScreen
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Rückfragehinweis:
Beate Golaschewski
science2public
Mobil: +43 664 13 44 337
mailto:[email protected]
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