• 25.04.2008, 10:20:44
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Industrie: Abstieg vom Konjunkturgipfel

IV-Konjunkturbarometer fällt auf niedrigsten Stand seit dem 4. Quartal 2005 - noch hohe Auftragsbestände sichern Auslastung und Beschäftigung einstweilen

Wien (OTS) - (PdI) "Das Tempo des Abstiegs vom Gipfel der
österreichischen Industriekonjunktur hat sich im ersten Quartal des
Jahres 2008 merklich beschleunigt. Während die befragten Unternehmen
bei der Einschätzung der aktuellen Geschäftslage infolge der nach wie
vor hohen Auftragsbestände nur geringfügige Abstriche vornehmen,
weisen nunmehr sämtliche Erwartungsindikatoren mit Ausnahme der
Beschäftigung nach unten", fasst der Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV), Mag. Markus Beyrer, das Hauptergebnis
der aktuellen IV-Konjunkturumfrage zusammen. "Das aktuelle Bild ist
von der Überzeugung geprägt, dass die rezessiven Tendenzen in den
Vereinigten Staaten auf Sicht eines halben Jahres zwar deutlich
abgeschwächt, aber doch zeitverzögert auch in Österreich zu spüren
sein werden."

Gegenüber dem 4. Quartal 2007 fällt das IV-Konjunkturbarometer,
das als Mittelwert aus den Beurteilungen der gegenwärtigen
Geschäftslage und der Geschäftslage in 6 Monaten gebildet wird, von
43 Punkten auf 36 Punkte. Die aktuelle Lagekomponente bildet sich
geringfügig um zwei Punkte (Saldo +67 nach +69) und damit bereits zum
dritten Mal in Folge zurück, die Erwartungskomponente fällt hingegen
stärker um 10 Punkte auf einen Saldo von +6 Punkten. "An der Schwelle
zu einer markanten zyklischen Abschwächung ist der vorfrühlingshafte
Konjunkturoptimismus des vorangegangen Befragungstermins gewichen"
konstatiert IV-Chefökonom Dr. Christian Helmenstein. "Statt der bis
dato für die zweite Jahreshälfte 2008 erwarteten Aufhellung der
Geschäftslage im Zuge eines Abflauens der Kreditmarktkrise stellen
sich die befragten Unternehmen auf eine Phase konjunktureller
Turbulenz ein."

Stabilisierend wirken derzeit vor allem die nach wie vor auf sehr
gutem Niveau angesiedelten Auftragsbestände. Die anhaltend starke
Mengenkonjunktur reflektierend, legten sowohl der
Gesamtauftragsbestand (Saldo +68) als auch der Bestand an
Auslandsaufträgen (Saldo +62) im vergangenen Quartal nach zuvor
schwächerer Entwicklung um 8 beziehungsweise 2 Punkte zu.

Allerdings erwarten die befragten Unternehmen trotz des in den
vergangenen Quartalen erfolgten, erheblichen Ausbaus der
Produktionskapazitäten lediglich noch eine Halbierung ihres
Produktionswachstums auf Sicht der nächsten drei Monate. Die
Rücknahme des Expansionstempos sollte dazu beitragen, die
Auftragsreichweite trotz einer künftig mutmaßlich rückläufigen
Dynamik der Auftragseingänge zu stabilisieren. "Der positive
Beschäftigungstrend wird vor diesem Hintergrund bis in die zweite
Jahreshälfte 2008 hinein anhalten, wenngleich in einer im Vergleich
zum Vorjahr zunehmend abgeschwächten Form", prognostiziert
IV-Generalsekretär Beyrer.

Die anhaltende Aufwertung der europäischen Gemeinschaftswährung
mindert nach Einschätzung der befragten Unternehmen auf Sicht von
drei Monaten die Chance, den erheblichen Kostendruck über höhere
Verkaufspreise zumindest zum Teil weiterzugeben. Der Indikator der
Verkaufspreise korrigiert dementsprechend per saldo von +8 Punkten
auf +4 Punkte.

Eine hohe Kostendynamik bei wechselkursbedingt erheblichem
Margendruck in Verbindung mit einer sich abschwächenden
Mengenkonjunktur bedingt im Durchschnitt der befragten Unternehmen
die seit 30 Quartalen schärfste Revision der Ertragserwartungen. Der
Anteil der Unternehmen mit verbesserten Ertragsaussichten hält sich
nun nahezu die Waage mit dem Anteil jener Unternehmen mit
verschlechterten Ertragsaussichten (Saldo +1). Vor dem Hintergrund
einer weiter zunehmenden Beschäftigung und einer höheren
Kapitalausstattung signalisiert dies eine abnehmende
Investitionsrentabilität.

Zur Befragungsmethode

An der jüngsten Konjunkturumfrage der Industriellenvereinigung
beteiligten sich 487 Unternehmen mit mehr als 267.000 Beschäftigten.
Bei der Konjunkturumfrage der IV kommt - ähnlich wie bei dem
bekannten deutschen IFO-Konjunkturklimaindex - folgende Methode zur
Anwendung: den Unternehmen werden drei Antwortmöglichkeiten
vorgelegt: positiv, neutral und negativ. Errechnet werden die
(beschäftigungsgewichteten) Prozentanteile dieser Antwortkategorien,
sodann wird der konjunktursensible "Saldo" aus den Prozentanteilen
positiver und negativer Antworten unter Vernachlässigung der
neutralen gebildet.

Rückfragehinweis:

IV-Newsroom
   Tel.: (++43-1) 711 35-2306
   Fax: (++43-1) 711 35-2313
   mailto:[email protected]
   http://www.iv-net.at/medien

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