- 23.04.2008, 09:54:46
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"10 medizinische Handy-Regeln" neu aufgelegt
Den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst - An der Sorge hinsichtlich möglicher Langzeitschäden hat sich nichts geändert
Wien (OTS) - Die Wiener Ärztekammer hat in einer vierten und
aktualisierten Auflage ihr Plakat "Strahlende Informationen: 10
medizinische Handy-Regeln" neu aufgelegt. "Wir haben die Leitlinien
zu einem sorgsamen Umgang mit Mobiltelefonie den aktuellen
wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst. An der grundsätzlichen
Besorgnis hinsichtlich möglicher Langzeitschäden durch übermäßiges
Telefonieren mit dem Handy hat sich jedoch nichts geändert", so Erik
Huber, Referent für Umweltmedizin der Ärztekammer für Wien und
Begründer der "10 medizinischen Handy-Regeln".****
Huber weist auf die aktuelle Datenlage hin, "die die schon vor
zwei Jahren von uns befürchtete mögliche Langzeitwirkung durch
Mobilfunkstrahlen bestätigt". So hätte erst kürzlich eine Metaanalyse
der Langzeitdaten epidemiologischer Studien bei Personen, die bereits
mehr als zehn Jahre ein Mobiltelefon benutzen, ein um bis zu 200
Prozent erhöhtes Risiko für die Erkrankung an einem Hirntumor
ergeben.
Huber betont, dass sogar die Mitglieder vom Wissenschaftlichen
Beirat Funk (WBF) in einem erst kürzlich publizierten Artikel
erstmals Auswirkungen von Mobiltelefonie auf den menschlichen
Organismus eingestanden haben. In einer Analyse verschiedener Studien
(Metaanalyse) wurde dort festgestellt, dass GSM-Telefonie die
intellektuellen Fähigkeiten von Menschen beeinflussen kann. Das sei
insofern interessant, als der WBF Hinweis auf mögliche
gesundheitliche Gefährdungen bislang meist als "Panikmache" abgetan
habe. Das Eingeständnis des WBF ist laut Huber "ein erster wichtiger
Schritt, um konstruktive Gespräche zu beginnen".
Sollten sich die Daten in den nächsten fünf Jahren erhärten,
würden ungeahnte medizinische Probleme auf die Bevölkerung zukommen.
Huber: "Bislang wurden nämlich ausschließlich Auswirkungen von
Mobiltelefonie auf die Entstehung von Tumoren im Kopfbereich
untersucht, und diese sind glücklicherweise äußerst selten." Durch
die Einführung von mobilem Internet und mobilem Fernsehen komme es
aber zunehmend zu einer Belastung auch anderer Körperregionen. Dabei
ist die Dauer der Exposition deutlich höher als bei ausschließlicher
Telefonie. "Gründliche Untersuchungen zu den negativen Auswirkungen
auf Hoden und Samenqualität beim Mann sind im Lichte der bisherigen
Erkenntnisse daher unbedingt notwendig", so Huber.
Sorgsamer Umgang mit dem Handy ohne Einschränkung der
Mobilität
Und hier nochmals im Überblick das, was die Wiener Ärztekammer den
Benützern von Handys rät:
- Prinzipiell so wenig und so kurz wie möglich telefonieren - Festnetz verwenden - Während des Gesprächaufbaus das Handy auf Armabstand halten - Nicht in Fahrzeugen telefonieren - Beim Versenden von SMS das Handy möglichst weit vom Körper fernhalten - Beim Handy-Kauf auf geringe SAR-Werte achten - Handys nicht in die Hosentasche stecken - Zu Hause über das Festnetz telefonieren - Keine Spiele via Handy spielen - Bei Verwendung von Headsets oder integrierter Freisprecheinrichtung das Handy möglichst weit weg vom Körper positionieren - Achtung bei Wireless LAN und UMTS: hohe Dauerbelastung
(S E R V I C E - Die Plakate "Strahlende Informationen: 10
medizinische Handy-Regeln" können in der Pressestelle der Ärztekammer
für Wien kostenlos unter Tel. 01/51501 - 1223 DW, E-Mail:
pressestelle@aekwien.at, bestellt werden. Plakat-Download auf der
Homepage der Ärztekammer für Wien:
http://www.aekwien.at/media/Plakat_Handy.pdf.)
(hpp)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Dr. Hans-Peter Petutschnig Tel.: (++43-1) 51501/1223 od. 0664/1014222 Fax: (++43-1) 51501/1289 mailto:hpp@aekwien.at http://www.aekwien.at
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