- 17.04.2008, 11:44:25
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Bei Barazon - Das Wirtschaftsforum
Fachkräftemangel in Österreich
Wien (OTS) - In Österreich herrscht allseits bekannter
Fachkräftemangel. Österreich schützt sich noch vor unkontrollierter
Zuwanderung aus den neuen EU-Ländern im Osten, während dort schon
längst wieder abgewanderte Facharbeiter umworben und zurückgeholt
werden.
Zur Diskussion um dieses Paradoxon hat Ronald Barazon diesmal Ing.
Mag. Georg Toifl von der Wirtschaftskammer, Dr. Helmut Mahringer vom
Wirtschaftsforschungsinstitut und den Vorsitzenden der Gewerkschaft
VIDA Rudolf Kaske zu sich ins Studio geladen.
Dr. Mahringer nannte als einen wesentlichen Faktor für den
Facharbeitermangel die seit 2 Jahren sehr gute Wirtschaftskonjunktur,
was aber schwächer werden wird. Außerdem sei aber der gesamte
Arbeitsmarkt in Bewegung: "Es gibt einen Trend zu höher
qualifizierten Tätigkeiten, es gibt erhöhte Nachfrage nach
technischen Qualifikationen und einen sehr hohen Bedarf in
kundenorientierten Dienstleistungen wie etwa in der
Gesundheitsvorsorge und auch sonst haben sich Anforderungsprofile
verändert", sagte Mahringer.
Mag. Toifl von der Wirtschaftskammer äußerte die Ansicht, dass
mindestens 20.000 Facharbeiter mehr in Österreich Arbeit hätten: "In
den 50 Berufen mit deutlichem Facharbeiterbedarf konnten nur 900
gefunden werden. Wir bilden daher selber aus, aber das dauert Jahre",
sagte Toifl.
Rudolf Kaske bestätigte, dass punktuell Fachkräfte fehlten, wobei
auch das Arbeitsmarktservice durch Umschulung helfen würde. Es sei in
der Vergangenheit zu Versäumnissen gekommen, in der Industrie seien
2005 etwa nur 9 Lehrlinge mehr ausgebildet worden, obwohl der
kommende Mehrbedarf erkennbar gewesen sei. Das sei besser geworden,
dauere aber seine Zeit. Bei einer Gesamtbeschäftigungszahl von 3,3
Millionen Menschen in Österreich seien allerdings auch nur 900 aus
dem Osten nach Österreich gekommen.
"Die große Mehrheit wurde im Lande abgedeckt, nämlich mit
inländischen und bereits im Land befindlichen Arbeitnehmern. Das muss
unser Ansatz für die Diskussion und für die Zukunft sein. Im
Metallbereich alleine werden 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
ausgebildet", sagte Kaske. Überdies sei ein weiteres
Arbeitsmarktprogramm zwischen Sozialpartnern und Regierung
beschlossen worden.
Mag. Toifl von der Wirtschaftskammer widersprach insofern, als
Österreich gerade jetzt Chancen in der Exportindustrie habe, stünde
bereits jetzt die nötige Zahl an qualifizierten Arbeitskräften zur
Verfügung. "Eine Öffnung der Grenzen bringt auch für hier bereits
Arbeitende keinen Nachteil, weil der Zustrom ist ja nicht so
gegeben", sagte Toifl.
Einigkeit bestand, dass der Facharbeitermangel aber vorwiegend aus
dem Inland abgedeckt werden muss.
Bei Barazon - Das Wirtschaftsforum
Donnerstag, 17.04.2008 um 16:30 Uhr und 18:30 Uhr, Freitag,
18.04.2008 um 5:05 Uhr und 12:05 Uhr
Rückfragehinweis:
TW1 Tourismusfernsehen GmbH
Linda Bednarik
01 87878 14600
[email protected]
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