• 15.04.2008, 12:57:28
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  • OTS0172 OTW0172

ÖH: Keine Gebühren-Freigabe für ausländische Studierende

Hahn-Ankündigung stoßt auf Widerstand

Wien (OTS) - Bundesminister Hahn stellte vergangenen Freitag im
Rahmen einer UG-Diskussion an der Johannes Kepler Universität in Linz
die Freigabe der Studiengebühren für ausländische Studierende in
Aussicht. Demnach soll es den Universitäten künftig selbst überlassen
bleiben eine Obergrenze der Gebühren für Nicht-EWR-Studierende
festzusetzen. "Bereits die Einhebung doppelter Studiengebühren stellt
eine Diskriminierung internationaler HochschülerInnen dar. Eine
völlige Freigabe verschlechtert deren Situation weiter. Die viel
gepriesene und eingeforderte Internationalisierung der Universitäten
wird durch derartige Barrieren ad absurdum geführt", echauffiert sich
Verena Czaby (ÖH-Vorsitzteam) über das Vorhaben im Zuge der
UG-Novellierung.

Ausländische Studierende haben bereits jetzt mit ungleichen
Zugangshürden zu kämpfen. So wird ein Vermögensnachweis von ca. 8.000
Euro eingefordert, der Zugang zum österreichischen Arbeitsmarkt
verwährt und das passive ÖH-Wahlrecht vorenthalten. "Österreich kann
es sich nicht leisten talentierte und interessierte Studierende durch
derartige Maßnahmen zu verlieren. Allseits wird der Mangel an gut
ausgebildeten Fachkräfte beklagt. Im Licht der steigenden Nachfrage
ist die Freigabe der Gebühren deshalb unverständlich und fahrlässig",
unterstreicht Hartwig Brandl (ÖH-Vorsitzteam) die Ablehnung des
Hanhn´schen Vorhabens.

Vor allem Universitäten mit starker internationaler Ausrichtung
profitieren vom hohen Anteil ausländischer Studierender. Nicht ohne
Grund befreien beispielsweise diverse Kunst-Universitäten große Teile
dieser Gruppe von der Entrichtung doppelter Studiengebühren. Künftig
sollen die freigegebenen Gebühren an die soziale Bedürftigkeit, sowie
an die Herkunft gebunden sein. "Zum einen besteht in der Regel kein
praktischer Zusammenhang zwischen der örtlichen Herkunft und der
sozialen Bedürftigkeit, zum anderen müsste letztere bereits vor
Antragstellung auf ein Visum durch ausländische Behörden bestätigt
werden, was kaum möglich ist. Es ist nicht die Aufgabe der Politik,
Nicht-EWR-BürgerInnen neue Steine in deren Uni-Weg zu legen. Sind die
Auswirkungen auf den Universitätszugang nicht bedacht worden, oder
stellt der Vorschlag Hahns eine Abschottung der Universitäten durch
die Hintertür dar? Der Minister muss seinen Vorstoß umgehend
revidieren", fordert Lisa Schindler (ÖH-Vorsitzteam) das Abwenden der
Freigabe.

"Ob es sich um österreichische, europäische oder internationale
Studierende handelt, Studiengebühren werden von der ÖH als
Zugangshürde grundsätzlich abgelehnt", so das Vorsitzteam unisono.

Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Florian Kozák, Pressesprecher
Tel.: 01/310-88-80/59, Mobil: 0676 888 52 217
mailto: [email protected] http://www.oeh.ac.at

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